November und Januar zu trocken

Trockenheit und Wetter 2021: Steuern wir auf den nächsten Dürresommer zu?

Trockenheit in Deutschland: Der Oktober 2020 hat geholfen - der November leider nicht

Nachdem der Oktober mit viel Regen für eine Entspannung an der Dürre-Front gesorgt hat, sieht es im November nun schon wieder ganz anders aus. Der November 2020 dürfte nach der experimentellen Langfrist des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA deutlich zu trocken ausfallen. Keine gute Ausgangslage wenn es darum geht, die Dürre im nächsten Jahr endlich mal nachhaltig in den Griff zu bekommen. Immerhin haben wir seit 2018 inzwischen ein zum Teil enormes Regen-Defizit aufgebaut. Hier alle Fakten und ein kleiner Ausblick auf das Wetter-Jahr 2021 in punkto Trockenheit.

Oben im Video: So sah es am Ende des Sommers 2020 aus – Das waren die schlimmen Schattenseiten des langen Sommers.

Die Ausgangslage seit dem Dürrejahr 2018: So viel Regen fehlt uns

Gerade das Sommerhalbjahr 2020 hat extreme Unterschiede beim Regen gebracht. Binnen sechs Monaten fielen im Westen zum Teil keine 140 Liter pro Quadratmeter, während es im Süden Bayerns über 1300 Liter pro Quadratmeter waren. Und auch die längerfristige Entwicklung bis zurück ins Dürrejahr 2018 zeigt eben genau diese teils enormen räumlichen Unterschiede bei der Regenverteilung, wie auch schon die Dürre zu Beginn des Herbstes 2020 zeigte. Grundsätzlich ist das Regen-Loch aber ziemlich groß. Zum Beispiel zeigt der Blick nach Sachsen, dass das Regen-Defizit inzwischen auf an die 500 Liter pro Quadratmeter angeschwollen ist - verglichen mit dem langjährigen Mittelwert von 1981 bis 2010.

Wie trocken ist unser Boden? Der Dürre-Monitor für Deutschland im Oberboden

Die Dürre-Lage hat sich sich im Oberboden in Deutschland meistens seht entspannt. Grund war der sehr nasse Oktober 2020.
Hier hat der Regen schon mal sehr geholfen. Im Oberboden hat sich die Lage oft entspannt. © Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ

Entspannung in den oberen Schichten

Nach den Regenfällen im Oktober sieht die Situation im Oberboden inzwischen vergleichsweise gut aus. Verbreitet ist die Trockenheit kein Thema mehr und das sogenannte pflanzenverfügbare Wasser ist reichlich vorhanden. Das ist zum einen gut für die Natur - auch wenn diese im Herbst und Winter natürlich nicht mehr so den großen Durst hat. Zum anderen muss der Boden von oben nach unten durchnässt sein, damit auch unser Grundwasser endlich mal wieder Nachschub bekommt.

Wie trocken ist unser Boden? Der Dürre-Monitor für Deutschland im Gesamtboden

Die Trockenheit ist vor allem in den tieferen Bodenschichten groß bis sehr groß.
Die Trockenheit in den Böden ist zum Teil nach wie vor extrem. Hier die Verhältnisse im gesamten Boden, also bis in die tieferen Schichten. Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ © Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ

Wie trocken ist der Boden in den tieferen Schichten?

Hierzu gibt es leider noch keine ganz so positive Antwort. In ein bis zwei Metern Bodentiefe ist die Trockenheit wesentlich ausgeprägter. Hier wäre es jetzt wichtig, dass es weiter regnet, so dass die tieferen Bodenschichten auch Wasser an das darunterliegende Grundwasser abgeben könnten. Zugegebenermaßen ist das Regenwasser, das durch die Böden sickert nicht die einzige Grundwasser-Quelle. Aber es ist eben eine sehr bedeutsame und flächige Versorgungsader. Und schlussendlich kämpfen wir seit diesem Sommer gegen die schlimmste Dürre seit mindestens 250 Jahren.

November 2020: Regen bleibt Mangelware

Kaum Regen in Sicht: Die Niederschlagsvorhersage für den November 2020 zeigt an, dass es in weiten Teilen Europas viel zu trocken bleiben soll.
Die CFS-Niederschlagsvorhersage für den November 2020. Verbreitet bleibt es zu trocken bis viel zu trocken. Hier das tägliche Regendefizit. © Amerikanischer Wetterdienst. NOAA.

Was passiert, wenn es weiterhin trocken bleibt?

Das wäre natürlich eine extrem schwierige Lage für unsere Wasserversorgung sowie für die Land- und die Forstwirtschaft im Jahr 2021. Allerdings haben uns die Wintermonate in den letzten Jahren immer wieder auch mal nassere Wetterlagen gebracht. Beispielsweise im Dezember 2018, oder im Januar und März 2019 oder im Februar 2020. Darauf müssen wir in Bezug auf den Regen bauen. Und zumindest ein paar positive Anzeichen haben die Langfristberechnungen auch mit im Rennen. So sehen die aktuellen Vorhersagen der NOAA im Dezember 2020 eine ausgeglichene Regenbilanz. Vom Februar 2021 bis zum April 2021 soll es den Großrechnern zufolge sogar zu nass werden. Und das würde unserem Wasserhaushalt definitiv gut tun und die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Dürresommer 2021 verringern. 

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