Was ist eigentlich die Schafskälte?

Schafskälte
Der Juni bringt die Schafskälte mit, eine alte Regel, die häufig stimmt.

Schafskälte bringt einen Kälterückfall

Im Juni kalt? Ja, wenn es nach der Schafskälte geht, kann es im Juni noch einmal richtig kalt werden. Häufig um den 11. Juni herum kommt es mit einer Eintreffwahrscheinlichkeit von 89 Prozent zur sogenannten Schafskälte.

Mit der Schafskälte wird eine meteorologische Singularität beschrieben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit (um 80%) jedes Jahr zwischen dem 1. und 25. Juni auftritt. Als meteorologische Singularitäten wiederum werden Wetterlagen bezeichnet, die häufig zu einer bestimmten Zeit im Jahr vorkommen. Dazu gehören etwa die "Hundstage" (heiße Tage Ende Juli/Anfang August), der "Altweibersommer" (Ende September) oder das "Weihnachtstauwetter" (Dezember).

Merkmal der Schafskälte ist also ein kühler Witterungsabschnitt im Juni. Da die Hirten traditionell zum Ende des Frühjahrs ihre Schafe scheren, kann es den frisch rasierten Schafen nun ziemlich kalt werden. Bei besonders kalten Temperaturen ist die Situation für die Tiere sogar durchaus gefährlich.

Ursache der Schafskälte in Mitteleuropa ist normalerweise ein Kaltluftvorstoß aus dem Norden. Dieser kommt zustande, wenn eine entsprechende Strömungskonstellation vorherrscht. Dafür muss sich Mitteleuropa idealerweise am westlichen oder südwestlichen Rand eines Tiefdruckgebietes befinden. Weil der Wind auf der Nordhalbkugel entgegen des Uhrzeigersinns um ein Tiefdruckgebiet weht, können sich so mit einem Nordwind kalte Luftmassen auf dem Weg zu uns machen.

Darüber hinaus erwärmen sich Land- und Wassermassen im Frühjahr unterschiedlich stark. Die Nordsee hat sich dann noch nicht so sehr erwärmt wie der europäische Kontinent. Entsprechend können Kaltluftvorstöße markant ausfallen, weil die kalten Luftmassen aus dem Norden nicht durch das wärmere Meer abgemildert werden. Im Sommer gleichen sich Land- und Wassertemperaturen dann aber immer weiter an, womit die Kaltlufteinbrüche immer geringere Ausmaße bekommen.

Bei einer gut ausgeprägten Schafskälte ist die Temperatur im Vergleich zum langjährigen Mittel etwa 4 Grad kühler, das würden Tageshöchsttemperaturen von 8 Grad in den Bergen bis 18 Grad im Süden bedeuten.

Quelle: DWD