Wann spricht man von Weißen Weihnachten?

Früher war an Weihnachten auch nicht alles besser

So richtig perfekt ist das Weihnachtsfest für viele erst mit Schnee. Doch tatsächlich sind die zauberhaften weißen Weihnachten in vielen deutschen Gegenden ziemlich selten. Romantische Filme mit Weihnachtsgeschichten im Schnee verfälschen da leicht den Eindruck. Und auch früher gab es nicht öfter weiße Weihnachten. Gibt es überhaupt eine Definition für weiße Weihnachten?

Bedingung Schnee: Wie viel und wie lange?

beleuchteter Christbaum vor einer Kapelle in der Abenddaemmerung, Deutschland, Bayern, Oberbayern | illuminated Christmas tree in front of a chapel at dawn, Germany, Bavaria, Oberbayern, Upper Bavaria
Die romantische Idealvorstellung: Weihnachten im Schnee © picture alliance / blickwinkel/K, K. Thomas

Eine genaue Definition für weiße Weihnachten gibt es nicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von weißen Weihnachten, wenn an allen Festtagen, also Heiligabend und am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, morgens um 7.00 Uhr mindestens ein Zentimeter Schnee liegt.

„Wenn man die Messlatte ganz hochlegt und an allen drei Tagen eine geschlossene Schneedecke im ganzen Land fordert, dann gibt’s es nur alle 20 bis 30 Jahre weiße Weihnachten“, sagt RTL-Meteorologe Christian Häckl. Zum letzten Mal war das im Jahre 2010 der Fall.

Wir erinnern uns: Schnee an Weihnachten 2010

Schnee am 1. Weihnachtstag - eine desillusionierende Bilanz

Es geht auch bescheidener: „Ist man mit wenig zufrieden und will nur an einem der drei Tage eine geschlossene Schneedecke direkt vor der eigenen Haustüre, so passiert das im Flachland alle 5 bis 10 Jahre, in höheren Lagen alle 2 bis 5 Jahre", erklärt Christian Häckl.

Picken wir uns mal den 1. Weihnachtstag für verschiedene Städte heraus. Schließlich wird Jesus Geburt streng genommen in der Nacht zwischen dem 24. und 25. Dezember gefeiert. Und die Geschenke sind dann idealerweise - wie auch der Schnee - am 1. Weihnachtstag da.

Weiße Weihnachten
Weiße Weihnachten in Berlin, Köln und München © RTL

Das sieht in den drei Städten im Osten, Westen und Süden also unterschiedlich mager aus - besonders in Köln. Dort ist die wichtigeste Wetterfrage aber ohnehin eher, ob an Rosenmontag Schnee fällt oder nicht. Einen weißen 1. Weihnachtstag gibt es also ziemlich selten hierzulande.

Ein Ort mit Schneegarantie

Mit einer Fräse räumt auf der Zugspitze bei Grainau (Oberbayern) am Freitag (14.01.2011) ein Mitarbeiter den Schnee von der Aussichtsterrasse. Die Niederschläge, die im Flachland für Hochwasser sorgen, gingen auf Deutschlandshöchstem Berg als Schnee
Wer Schnee garantiert haben will, muss hoch hinaus © dpa, Stefan Puchner

Schnee-Garantie gibt es in Deutschland belegt nur an einem Ort: auf der Zugspitze. Auch dort werden die Wetterdaten seit 1880 aufgezeichnet und Schnee vom 24. bis 26. Dezember gab es seitdem immer. Für alle anderen Orte wäre es günstiger, Weihnachten auf Ende Januar oder Anfang Februar zu verschieben, wenn die Geschenke unbedingt im Schnee ausgepackt werden sollen. Dann ist nämlich meist die kälteste Phase des Jahres.

Wer hat in diesem Jahr Chancen für weiße Weihnachten?