Vor 70.000 Jahren bewohnt - heute überflutet

Verschwundener Kontinent taucht wieder auf - er war einst Heimat für 500.000 Menschen

von Oliver Scheel

Wissenschaftler aus Australien haben einen verschollenen Kontinent wieder entdeckt, der eine große Rolle bei der Besiedelung Australiens gespielt haben könnte. Während der letzten Eiszeit diente das nun wiedergefundene North West Shelf zwischen Indonesien und Australien wohl als Landbrücke, die den Menschen als Weg nach Australien diente.
Zerreißprobe in Afrika – Schwester-Kontinent und neues Weltmeer entstehen

Eine Art Landbrücke zwischen Timor und Australien gefunden

austalien sahul
Hier lag einst der Super-Kontinent Sahul. Die nun entdeckte Landmasse zwischen Indonesien und Australien war in der letzten Eiszeit nicht vom Meer bedeckt. Menschen könnten so nach Australien gelangt sein.

Es ist eine spannende Studie, die Kasih Norman von der „Griffith University“ in Queensland da druchführte. Die Archäologin fand mit ihrem Team die Landmasse, die auch „North West Shelf“ genannt wird. Sie ist etwa 1,6 mal so groß wie Großbritannien und liegt zwischen der Insel Timor und Australien. Timor gehört zu Indonesien, dort befindet sich noch der selbständige portugiesischsprachige Staat Ost-Timor.

'Wir haben Details entdeckt, die zu der Landmasse gehören, die auf dem Nord West Shelf Australiens liegen“, sagte Norman der „Daily Mail“. Die Landmasse ist ein wichtiger Baustein für die Besiedlung des „fünften Kontinents“ Australien.

Lese-Tipp: Afrika bricht in zwei Teile – Schwester-Kontinent und riesiger Ozean entstehen

Bis zu 500.000 Menschen lebten auf dem Land, das heute unter Wasser steht

Karte von Sunda und Sahul
Hier war einst eine Landmasse: Die Karte von Sunda und Sahul (Quelle: Wikipedia)

Die von der Forscherin Norman entdeckte Landmasse liegt heute weit unter dem Meeresspiegel. Vor etwa 10.000 Jahren aber endete die letzte große Eiszeit, wir nennen sie die Würm- oder Weichseleiszeit, die vor 115.000 Jahren begann. Ihren Höhepunkt hatte sie vor ungefähr 18.000 Jahren. Damals lag die Temperatur auf der Erde etwa 8 Grad unter der heutigen. Das heißt, große Teile der Welt waren von Eis, kühlen Wüsten und Savannen bedeckt. Der Meeresspiegel war wesentlich niedriger.

So konnten Menschen die nun entdeckte Landmasse als Brücke nutzen, um nach Australien zu gelangen. Die Forscher konnten nachweisen, dass das Land vor etwa 70.000 Jahren von bis zu 500.000 Menschen bewohnt war. Vor 10.000 Jahren wurde das Land dann Opfer des steigenden Meeresspiegels, weil die Eiszeit zu Ende ging und die Temperaturen auf der Erde stiegen. Heute liegt das Land etwa 100 Meter unter dem Meeresspiegel.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Land ein reichhaltiges Ökosystem war. „Es könnte insgesamt zwischen 50.000 und 500.000 Menschen ernährt haben über die letzten 65.000 Jahre, vermutet Norman. Zur Hochzeit der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren könnte die Bevölkerung am größten gewesen sein, denn da war der Meeresspiegel am niedrigsten und die Ausdehnung am größten.

Lese-Tipp: Sind wir zu blöd, oder was? Das Phänomen, warum wir wissen, was schlecht für die Erde ist, und es trotzdem tun

Die Landmasse war Teil des Super-Kontinents Sahul

Die Landmasse, die Norman und ihre Kollegen nun wiederentdeckte, ist Teil des ehemaligen Super-Kontinents Sahul. Dieser war einst ein Kontinent, der die australische Insel inklusive Neu Guinea und Tasmanien umfasste. Sahul wurde durch den steigenden Meeresspiegel teilweise überschwemmt und machte Australien erst zu einer Insel.

Vor ungefähr 14.500 Jahren, so das Forscherteam, habe der Meeresspiegel sehr schnell angefangen zu steigen. Vor etwa 9.000 Jahren war das Land dann überflutet und die Bewohner wanderten weiter in das Land, das wir heute als Australien kennen.

Neue Studie widerlegt bisherige Entstehungstheorie: Muss die Entstehung der Kontinente neu gedacht werden?

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(osc)