Gewitter über dem Mittelmeer

Heftige Orkanböen und Starkregen in Südeuropa

von Karim Belbachir und Martin Pscherer

Gleichzeitig mit den Gewittern und Regenschauern in Deutschland, sind auch andere Länder in Europa von möglichen Unwettern betroffen. Hagel, Sturm und Starkregen sind vor allem im Süden des Kontinents ein Thema. Besonders betroffen sind dabei die Mittelmeerinseln der Balearen und Korsika. Aber auch in Italien und im Alpenraum sind Unwetter nicht auszuschließen.

Im Video der Strömungsfilm für die kommenden 5 Tage

Wellen brechen sich an der korsischen Küste
Am Donnerstagmorgen wehten Orkanböen über die Insel Korsika mit Windspitzen von bis zu 225 Km/h.

Wie es genau zu den aktuellen Unwettern im Mittelmeerraum, erklärt wetter.de-Meteorologe Martin Pscherer: „Kalte Luft aus dem Norden hat sich Richtung Mittelmeer bewegt und dort für eine ungemütliche Wettersituation gesorgt. Denn am Mittelmeer traf sie auf die warmen Wassertemperaturen des Gewässers und bildete ein Tiefdruckgebiet, das sich im Mittelmeerraum breit gemacht hat und im Laufe der kommenden Tage nordöstlich weiterzieht.“ Die schweren Gewitter gehen aber auch über den spanischen und französischen Pyrenäen nieder. Auch dort muss mit heftigen Regenfällen gerechnet werden.

Korsika von Orkanböen erwischt

Nicht nur ein bisschen, sondern richtig hart traf es die Insel Korsika am Donnerstagvormittag. Mit Orkanböen zog das Unwettertief über die Mittelmeerinsel. Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde waren keine Seltenheit. Die Wetterstation in Marignana im Westen der Insel hatte sogar Windspitzen von 225 km/h gemessen.

Alles, was nicht niet- und nagelfest war, flog dabei durch die Gegend und selbst Bäume wurden entwurzelt. Leichte Boote oder Katamarane wurden an Land geweht. Am Flughafen der Stadt d’Ajaccio flogen Container durch die Gegend. Wie Meteorologe Christian Häckl erläutert: „Diese enormen Windgeschwindigkeiten sind ein erstes Ausrufezeichen des in diesem Jahr viel zu warmen Wassers im zentralen und westlichen Mittelmeer (örtlich bis 30 Grad!!) – die Unwettergefahr wird deshalb dort auch in der nächsten Zeit bei passenden Wetterlagen deutlich erhöht bleiben.“

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Randtief zieht bis nach Deutschland

Gewitterrisiko im Süden Europas am Donnerstag, 18. August
Die Karte zeigt, wie hoch die Chance für ein Gewitter am Donnerstag im Süden Europa ist.

Während das Haupttief über Italien hinweg Richtung Adria weiterzieht, bildet sich im Norden des Landes ein Randtief, welches über die Alpen hinweg zieht. Das bringt dann am Freitag heftige Regenfälle auch bis nach Deutschland. Genau genommen am Alpenrand sind dann Unwetter mit von der Partie. Zum Wochenende beruhigt sich die Lage im Mittelmeerraum wieder. Das Gewittertief zieht in den Osten und Südosten Europas ab und in Italien klingen die Regenfälle ab.

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(kfb, mps)