Starkregen, Dürre und Überflutungen
Unwetter in Deutschland: Sommer bringt immer häufiger Extremwetterereignisse
Es sind teilweise verheerende Unwetterlagen, die wir in diesem Sommer in Deutschland erleben. Die Gewitter halten sogar noch etwas an. Der Klimawandel spielt bei diesen Extremwetterereignissen eine Rolle. Müssen wir uns also an Dürre- oder Unwettersommer zukünftig gewöhnen?
Mehr Unwetter als bisher?

Der Klimawandel bringt uns die extremeren Wetterlagen. In den vergangenen Jahren führte das zu Dürresommern. Regen war knapp bemessen und der Boden trocknete immer weiter aus. Nun stehen wir vor dem anderen Extrem. Die Tiefdrucklage hält Deutschland in ihren Klauen fest und damit begleiten uns die Unwetter weiter durch den Sommer. Häckl sagt dazu: „Alle, die auf die Sonne und beständiges Sommerwetter warten, müssen sich gedulden – ein beständiges Sommerhoch ist zumindest bis Mitte Juli unwahrscheinlich.“
Wir erleben also bereits erste Folgen des Klimawandels. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte dazu in einer Pressekonferenz zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Deutschland: „Um 1950 herum gab es in Deutschland im Schnitt drei Tage im Jahr, an denen es heißer als 30 Grad Celsius wurde. Aktuell sind es schon zehn Tage.“ Hitzewellen, Waldbrände, Dürre, Wasserknappheit, Starkregen, Überflutung seien erste und teilweise auch verheerende Folgen des Klimawandels.
Auswirkungen vor allem in den Sommermonaten zu sehen

So bestätigt auch der RTL-Meteorologe, Björn Alexander: „Langjährige Muster bei unseren Wetterlagen weisen auf den Klimawandel hin und da gibt es im Sommer auf jeden Fall einige Aspekte, die relativ eindeutig in Richtung Klimaveränderung hinweisen. Es gibt einen Trend, der auf mehr stationäre Wetterlagen – gerade in den Sommermonaten – hinweist. Dabei handelt es sich um länger anhaltende Wetterlagen. Denken wir beispielsweise an die Sommer der letzten Jahre. Gerade 2018 oder 2019. Dürresommer mit lang andauernden Hochdrucklagen. In den Jahren davor genau das Gegenteil. In den Sommern 2014, 2015 oder 2016 dominierte beispielsweise häufig Tiefdruckeinfluss über Deutschland. Gewittertiefs sorgten in schwül-warmer Luft für teilweise lang anhaltende Unwetterereignisse im ganzen Land. Genau solche eingefahrenen Wetterlagen mit einem hohen Drang zur Selbsterhaltung sind eine direkte Folge des Klimawandels.”
Fazit: Extremer Wetter-Trend setzt sich fort
Die Dürren und die Unwetter, die wir zuletzt erlebt haben, sind im Grunde genommen zwei Seiten ein und derselben Medaille. Die Klimakrise erleben wir schon jetzt in Form der extremen Wetterereignisse. Die Unwetter sind also eine Fortführung der Dürresommer in den vergangenen Sommern.
Björn Alexander fasst es zusammen: „Länger anhaltende Wetterlagen als Folge des Klimawandels sind häufiger geworden. Sowohl mit Unwetter- als auch mit Dürresommern. Und dieser Trend scheint sich auch im Sommer 2021 fortsetzen zu wollen. Unsere Sommer pendeln zwischen den Extremen. Entweder sehr nass mit Überflutungen und voll gelaufenen Kellern oder viel zu trocken mit enormen Schäden für die Land-, die Forstwirtschaft und für die Natur.“

Wie geht es diese Woche weiter?
Nachdem es heute eher ruhig ist, wird am Dienstag dagegen schon wieder deutlich mehr geboten. RTL-Meteorologe Christian Häckl erklärt die Donnerlage: „Mit dabei ist am Dienstag ein ordentlicher Gruß aus der Unwetterküche: Los geht´s im Westen schon am Morgen mit ersten kräftigen Platzregen und Gewittern, während der Rest meist sonnig in den Tag startet. Und während die Osthälfte noch Zeit hat sich aufzuheizen mit 28 bis 32 Grad, bildet sich quer über dem Land eine schmale Gewitterlinie, die dann langsam von Südwest nach Nordost übers Land zieht – und teils wieder größeres Unwetterpotential besitzt – vor allem durch Starkregen.“
Am Mittwoch und Donnerstag sieht es nicht viel besser aus: „Superzellen mit großem Hagel, schwere Sturmböen und Starkregen bis an die 100 Liter – die Tornadogefahr dürfte eher über Tschechien und Polen deutlich erhöht sein.“ Es sind diese Extremwetterlagen, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
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