Starkregen, Dürre und Überflutungen

Unwetter in Deutschland: Sommer bringt immer häufiger Extremwetterereignisse

Es sind teilweise verheerende Unwetterlagen, die wir in diesem Sommer in Deutschland erleben. Die Gewitter halten sogar noch etwas an. Der Klimawandel spielt bei diesen Extremwetterereignissen eine Rolle. Müssen wir uns also an Dürre- oder Unwettersommer zukünftig gewöhnen?

Mehr Unwetter als bisher?

Protest der Gastronomen Ein Traktor pflügt in einer Staubwolke vor den Strahlen der untergehenden Sonne ein Feld zwischen Dresden und Heidenau vor der Aussaat im Frühling. Im Hintergrund eine Ampel, völlig von einer Staubwolke verdüstert. Die Böden der Felder sind noch vor Beginn des Sommers schon sehr ausgetrocknet. *** Protest of the restaurateurs A tractor ploughs a field between Dresden and Heidenau in a cloud of dust before the rays of the setting sun before sowing in spring In the background a traffic light, completely darkened by a cloud of dust The soils of the fields are already very dry before the beginning of summer
Die vergangenen Jahre hatten wir in Deutschland mit der Dürre zu kämpfen.

Der Klimawandel bringt uns die extremeren Wetterlagen. In den vergangenen Jahren führte das zu Dürresommern. Regen war knapp bemessen und der Boden trocknete immer weiter aus. Nun stehen wir vor dem anderen Extrem. Die Tiefdrucklage hält Deutschland in ihren Klauen fest und damit begleiten uns die Unwetter weiter durch den Sommer. Häckl sagt dazu: „Alle, die auf die Sonne und beständiges Sommerwetter warten, müssen sich gedulden – ein beständiges Sommerhoch ist zumindest bis Mitte Juli unwahrscheinlich.“

Wir erleben also bereits erste Folgen des Klimawandels. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte dazu in einer Pressekonferenz zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Deutschland: „Um 1950 herum gab es in Deutschland im Schnitt drei Tage im Jahr, an denen es heißer als 30 Grad Celsius wurde. Aktuell sind es schon zehn Tage.“ Hitzewellen, Waldbrände, Dürre, Wasserknappheit, Starkregen, Überflutung seien erste und teilweise auch verheerende Folgen des Klimawandels.

Auswirkungen vor allem in den Sommermonaten zu sehen

Gewitter in Hessen Dunkle Wolken eines Gewitters sind am 04.07.2021 bei Frankfurt - Nieder-Erlenbach zu sehen. Der Deutsche Wetterdienste hatte eine Unwetterwarnung der höchsten Stufe ausgegeben., Bad Homburg Deutschland *** Thunderstorms in Hesse Dark clouds of a thunderstorm are seen on 04 07 2021 near Frankfurt Nieder Erlenbach The German weather services had issued a severe weather warning of the highest level , Bad Homburg Germany
Gewitter in Hessen Dunkle Wolken eines Gewitters sind am 04.07.2021 bei Frankfurt - Nieder-Erlenbach zu sehen. Der Deuts

So bestätigt auch der RTL-Meteorologe, Björn Alexander: „Langjährige Muster bei unseren Wetterlagen weisen auf den Klimawandel hin und da gibt es im Sommer auf jeden Fall einige Aspekte, die relativ eindeutig in Richtung Klimaveränderung hinweisen. Es gibt einen Trend, der auf mehr stationäre Wetterlagen – gerade in den Sommermonaten – hinweist. Dabei handelt es sich um länger anhaltende Wetterlagen. Denken wir beispielsweise an die Sommer der letzten Jahre. Gerade 2018 oder 2019. Dürresommer mit lang andauernden Hochdrucklagen. In den Jahren davor genau das Gegenteil. In den Sommern 2014, 2015 oder 2016 dominierte beispielsweise häufig Tiefdruckeinfluss über Deutschland. Gewittertiefs sorgten in schwül-warmer Luft für teilweise lang anhaltende Unwetterereignisse im ganzen Land. Genau solche eingefahrenen Wetterlagen mit einem hohen Drang zur Selbsterhaltung sind eine direkte Folge des Klimawandels.”

Fazit: Extremer Wetter-Trend setzt sich fort

Die Dürren und die Unwetter, die wir zuletzt erlebt haben, sind im Grunde genommen zwei Seiten ein und derselben Medaille. Die Klimakrise erleben wir schon jetzt in Form der extremen Wetterereignisse. Die Unwetter sind also eine Fortführung der Dürresommer in den vergangenen Sommern.

Björn Alexander fasst es zusammen: „Länger anhaltende Wetterlagen als Folge des Klimawandels sind häufiger geworden. Sowohl mit Unwetter- als auch mit Dürresommern. Und dieser Trend scheint sich auch im Sommer 2021 fortsetzen zu wollen. Unsere Sommer pendeln zwischen den Extremen. Entweder sehr nass mit Überflutungen und voll gelaufenen Kellern oder viel zu trocken mit enormen Schäden für die Land-, die Forstwirtschaft und für die Natur.“

Heftiges Unwetter über dem Landkreis Calw: Superzelle bringt extremen Starkregen, Hagel und schweres Gewitter über Altensteig - Wasser schießt wie ein reißender Fluss durch den Ort - Erdrutsche lassen Hangtreppe abreißen - Binnen weniger Minuten ver Die schweren Unwetter gehen weiter: Am Montagabend zog eine heftige Unwetterfront über den Südwesten hinweg und richtete großen Schaden an. Gleich mehrere sog. Superzellen zogen am Abend über die Region hinweg und brachten extremen Starkregen, Hagel mit bis zu 4 Zentimetern, Sturm und Gewitter. *** Violent thunderstorm over the district of Calw Supercell brings extremely heavy rain, hail and heavy thunderstorm over Altensteig Water shoots like a torrential river through the village Copyright: xEinsatz-Report24x/xAaronxKlewerx
Bilder, die uns die vergangenen Tage begleiteten: Eine Superzelle bringt extremen Starkregen, Hagel und schweres Gewitter.

Wie geht es diese Woche weiter?

Nachdem es heute eher ruhig ist, wird am Dienstag dagegen schon wieder deutlich mehr geboten. RTL-Meteorologe Christian Häckl erklärt die Donnerlage: „Mit dabei ist am Dienstag ein ordentlicher Gruß aus der Unwetterküche: Los geht´s im Westen schon am Morgen mit ersten kräftigen Platzregen und Gewittern, während der Rest meist sonnig in den Tag startet. Und während die Osthälfte noch Zeit hat sich aufzuheizen mit 28 bis 32 Grad, bildet sich quer über dem Land eine schmale Gewitterlinie, die dann langsam von Südwest nach Nordost übers Land zieht – und teils wieder größeres Unwetterpotential besitzt – vor allem durch Starkregen.“

Am Mittwoch und Donnerstag sieht es nicht viel besser aus: „Superzellen mit großem Hagel, schwere Sturmböen und Starkregen bis an die 100 Liter – die Tornadogefahr dürfte eher über Tschechien und Polen deutlich erhöht sein.“ Es sind diese Extremwetterlagen, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

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Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? Hier geht es zur DOKU - Wüstenstaat Deutschland?