Lebewesen steigern Qualität des Wassers

Das Miniuniversum in unserem Grundwasser

von Karim Belbachir und Dirk Steffens

Es wimmelt nur so von Lebewesen in unserem Grundwasser. Das ist aber nun kein Grund sich zu ekeln, denn sie sind für die Qualität des Wassers verantwortlich. Gemeint sind dabei allerdings nicht nur Bakterien oder andere Mikroben. Vielmehr sind auch Würmer, Asseln oder kleine Krebse im Grundwasser für die Qualität zuständig.

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Schadstoffe werden abgebaut

Amphipode - Flohkrebs im Grundwasser
Ein Flohkrebs steht an der Spitze der Nahrungskette - zumindest was das Reich des Grundwassers angeht.

Die kleinen Lebewesen in unserem Grundwasser ernähren sich von allerlei Nährstoffen, die sie im Wasser finden. Daraus ziehen sie ihre Energie, die sie unter anderem auch für die Vermehrung benötigen. So werden auch Schadstoffe im Wasser abgebaut, so dass am Ende unser sauberes Trinkwasser übrigbleibt. Von dieses Mikroben ernähren sich dann andere Lebewesen, wie die Flohkrebse oder Würmer. So funktioniert es zumindest im Idealfall.

Flohkrebse stehen dabei ganz oben in der Nahrungskette dieses nassen Miniuniversums. Doch bisher ist noch viel zu wenig über die Verbreitung und Vorkommen der Amphipoden bekannt. Um bessere die Qualität besser einschätzen zu können hat sich der Professor für aquatische Ökologie an der Uni Zürich, Florian Altermatt, in seinem Projekt AmphiWell der Erforschung dieser kleinen Krebse verschrieben. Er hält die Flohkrebse, aber auch sonst die Biodiversität in unserem Grundwasser für schützenswert.

Viele unbekannte Arten entdeckt

AmphiWell bezieht seinen Namen den Amphipoden zu denen die Flohkrebse zählen. Anhand ihres Zustandes lasse sich die Qualität des Grundwassers beurteilen. Immer wieder werden im Untersuchungsgebiet Töss/Schweiz neue Flohkrebsarten entdeckt. Das zeigt, wie unerforscht das Grundwasser bisher noch ist. Viele dieser Arten sind bereits mehrere Hundert Millionen Jahre alt. Die Artenvielfalt anderer Kontinente hat Europa aufgrund seiner Eiszeit nicht mehr. Dafür haben sich im Untergrund Arten vermehrt, die wir erst jetzt kennenlernen.

Dazu erklärt Altermatt in seiner Studie: „Es ist anzunehmen, dass gewisse Arten nur in eisfreien Regionen die letzte Eiszeit überlebt haben. Doch wie genau sich die einzelnen Populationen seitdem entwickelt haben, ist noch unklar. Auch die genauen zwischenartlichen Beziehungen sind weitestgehend unbekannt.“

Für zukünftige Untersuchungen sollen Daten liefern, welchen Einfluss die Landnutzung auf die Flohkrebse hat. Für ein funktionierendes Ökosystem ist eine bestimmte Wassertemperatur beispielsweise lebenswichtig. 10 bis 12 Grad sollten es schon sein.

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(kfb)