Streusalz bei Schnee: Diese Schäden richtet das Salz an

Streusalz bei Schnee: Diese Schäden richtet das Salz an
© dpa, David Ebener

Streusalz macht die Bäume kaputt

Längere Bremswege für Autos, kranke Bäume und kaputte Straßen: Zu viel Streusalz kostet Milliarden.

Umweltschützer wollen das Salz nur noch auf dem Frühstücksei sehen, während übereifrige Bürger es säckeweise auf Gehwege streuen. Die Städte- und Gemeindesatzungen verbieten zumeist den Gebrauch von Streusalz auf Privatwegen. Und trotzdem - salzfreie Streumittel sind eher selten in den Kellern zu finden. Dabei richten durchschnittlich 1,59 Millionen Tonnen Salz auf öffentlichen Verkehswegen einen Riesenschaden an.

Gehwege eis- und schneefrei machen ist Pflicht

Oft zeigen sich die Folgen erst Monate später: Salzverseuchte Bäume am Straßenrand können kein Wasser mehr aufnehmen, das Salz zersört wichtige Nährstoffe im Boden. Besonders Kastanien, Linden und Ahorn leiden. Die Bäume schlagen später aus, haben kleinere Blätter und verfärben sich im Herbst auch früher. Dazu kommen Schäden in Brücken und Straßenbelag, die die Kommunen Milliarden kosten.

Das verrückte an der Sache jedoch: Studien belegen, dass Autofahrer auf schwarzen abgetauten Straßen viel zu schnell unterwegs sind. Dabei übersehen sie, dass das Salz eine dünne Schmierschicht auf der Straße und auf den Bremsbelägen gebildet hat und sich der Bremsweg daher verdoppeln kann.

Machen Sie es wie die schneeerprobten Länder Finnland, Österreich und die Slowakei. Sie verzichten auf vielen Straßen auf Salz und streuen alternative abstumpfende Streumittel wie Split, Kies, Granulat und Sand. Diese Alternativen lassen zwar kein Eis schmelzen, helfen aber rutschsicher über die Wege und Straßen zu kommen. Auch das klassische Schneeschieben ist ein Garant für sturzfreies Vorankommen. Die alternativen Streumittel sind in der Regel in Bau- und Gartencentern zu bekommen. Ein sicheres Zeichen für umweltverträgliche Streumittel ist "Der blaue Engel". Im Frühjahr sollten diese Streumittel aber nicht im Gulli landen, sie verstopfen die Kanäle. Besser in der grauen Tonne entsorgen.

Trotz Umweltschädigung kann sich niemand der Streupflicht entziehen. In den meisten Gemeinden und Städten müssen Hauseigentümer dafür sorgen, dass entweder sie selbst oder ihre Mieter die Gehwege freiräumen. Das heißt, dass man mindestens 1,5 Meter vom Grundstück zur Straßenmitte von Schnee und Eis befreit und dafür sorgt, dass keine Rutschgefahr mehr besteht. Auch die Uhrzeiten sind von den Kommunen festgelegt, in denen geschaufelt und gestreut werden muss. Auch Sonntags und auch früh morgens. Wer trotzdem weiterschläft, muss mit Strafen bis 10.000 Euro rechnen.