Fakten zum Schaltjahr - macht sich das etwa auch beim Wetter bemerkbar?

Schaltjahr gleich Kaltjahr

In ganz Deutschland betrifft es fast 60.000 Menschen. Nur alle 4 Jahre können sie ganz offiziell ihren Geburtstag am 29. Februar feiern. Denn den gibt es eben nur in Schaltjahren. Und 2020 ist eben ein solches. Darunter beispielsweise der Fussballer Benedikt Höwedes oder das Model Lena Gercke. Und auch beim Wetter gibt es eine Bauernregel, die sich dem Thema Schaltjahr widmet: Schaltjahr gleich Kaltjahr. Doch wie viel Wahrheit steckt in dem Spruch und wie sind die Regeln, nach denen sich ein Schaltjahr ergibt? So viel sei schon mal verraten: es ist komplizierter als es sich manch einer vorstellt.

8 Kerzen auf einem Geburtstagskuchen
Zahlenspiel für Schaltjahr-Geburtstagskinder: Wer nur alle 4 Jahre seinen Geburtstag feiert, der wäre bei diesem Kuchen mit 8 Kerzen schon 32 Jahre alt und könnte somit bereits mit 16 Kerzen beziehungsweise Jahren in Rente gehen. © ExQuisine

Deswegen gibt es Schaltjahre

Ein 32-Jähriger hat nur 8 Kerzen auf seinem Geburstagskuchen. Zumindest, wenn er in einem Schaltjahr Geburtstag hat und diesen tatsächlich auch nur am 29.Februar feiern würde. Doch warum bekommen wir alle 4 Jahre einen Tag dazu und ist das die einzige Regel, die es zu beachten gibt? Die Frage gibt eigentlich schon die Antwort vor: Nein. Denn das Regelwerk rund um die Schaltjahre ist schwieriger.

Das kommt dadurch, dass die Erde nicht genau 365 Tage für das Umrunden der Sonne braucht, sondern rund 365,2422 Tage. Um diesen Überschuss auszugleichen, bekommen wir alle 4 Jahre einen Tag dazu. So weit, so gut. Jedoch ist uns damit noch nicht ganz geholfen. Denn viermal 0,2422 Tage macht eben nicht genau 1, sondern nur 0,9688. Und genau diese Abweichung macht die Schaltjahr-Regel umfangreicher. Es ist nämlich so, dass es - über längere Zeiträume gesehen - extrem wichtig ist, dass hier genau gerechnet wird. Ansonsten würden sich die Jahreszeiten verschieben und unsere Zeitrechnung aus den Fugen geraten, uns würde ein kalendarisches Chaos drohen. Zumindest wenn es um Jahrhunderte und Jahrtausende geht.

Winterwetter im Harz.
Schnee im Februar - kein Problem. Allerdings ist Schnee an einem 29. Februar schon aufgrund des Datums eine Seltenheit. Gegeben hat es diese Kombination beispielsweise am 29. Februar 1988. Damals lagen in Potsdam knapp 10 Zentimeter. Der Große Arber (Bayrischer Wald) meldete sogar fast 1,60 Meter. © imago images/Jan Eifert, Florian Karlstedt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Wieder was gelernt: So werden Schaltjahre berechnet

Und so sehen die Regeln, nach denen sich Schaltjahre berechnen:

1. Ein Jahr ist ein Schaltjahr, wenn es glatt durch 4 teilbar ist.

2. Die Ausnahme von Regel 1: Wenn sich die Jahreszahl glatt durch 100 teilen lässt, dann ist es kein Schaltjahr.

3. Die Ausnahme von Regel 2: Falls eine glatte Teilung durch 400 möglich ist, dann ist es doch ein Schaltjahr. Zuletzt gab es das im Jahr 2000.

Dass wir damit den Lückenschluss zwischen unserer Zeitrechnung und der Sonnenumrundung der Erde machen können, ist übrigens schon recht alt. Ersonnen hat sich das Papst Gregor der 13. im Jahr 1582. Damals legte er fest, dass in allen Jahren, die ein Jahrhundert abschließen und nicht glatt durch 400 teilbar sind, der 29. Februar ausfällt. Das nächste Mal wird es somit im Jahr 2100 sein.

Macht sich das Wetter was aus Schaltjahren?

"Eher nicht", so die einhellige Meinung unserer Meteorologen. So sagt RTL-Meteorologe Patrick Panke: "Viele Bauernregeln haben zwar einen wahren Kern, den die Menschen über viele Jahre der Beobachtung und in der Abhängigkeit vom Wetter in diverse Aussprüche umgemünzt haben. Jedoch lassen sich zwischen Kälte und Schaltjahren keine meteorolgischen Beziehungen feststellen." Nur reimen reicht eben offensichtlich nicht aus, um eine Bauernregel zu erschaffen.

Bleibt zum Schluss nur noch die Frage zu klären, wann Schaltjahr-Geburtstagkinder ihren Geburtstag abseits der Schaltjahre feiern. Im Prinzip entscheidet das jeder für sich selbst. Fakt ist aber, dass zur Altersberechnung per Gesetz gilt: der 1. März ersetzt den 29. Februar