Rekordkälte rückt vor

-50 Grad und Schneesturm – der Polarwirbel läuft nicht rund

Kälte-Vorstoß durch gestörten Polarwirbel

Heftige Schneefälle im US-Bundesstaat Kalifornien und Rekordkälte in Kanada – extremes Winterwetter gibt es definitiv, aber eben nicht bei uns. Sage und schreibe -50 Grad sind am zweiten Weihnachtstag an den Stationen Deadman Valley und Rabbit Kettle in den Nordwest Territorien von Kanada gemessen worden. Das gab es in diesem Winter bisher nur in Sibirien. Jetzt rückt die Kälte weiter in den Süden vor. Der Polarwirbel macht’s möglich.

Im Video sehen Sie, wie schnell die Schneehöhe in Kalifornien stieg.

Klirrende Kälte auf der einen, Wärmerekorde auf der anderen Seite

Klirrende Kälte im Nordwesten von Nordamerika, Wärme-Rekorde im Süden: Das Weihnachtswetter auf der anderen Seite vom Großen Teich war schon bemerkenswert. Die Tiefstwerte in den sehr dünn besiedelten Weiten der Nordwest-Territorien liegen immer noch bei -40 Grad, normal sind um diese Jahreszeit allerdings -30 Grad. Auch in Alberta und British Columbia ging es in einigen Regionen runter auf Werte unter -40 Grad. Das letzte Mal, dass die Temperaturen im Dezember bei -50 Grad lagen, war im Jahr 1998.

Arctic Outbreak im Nordwesten von Nordamerika

Die Grafik zeigt die Temperaturverteilung in Nordamerika am Donnerstag: Im Nordwestet ist es richtig kalt.
Temperaturverteilung in Nordamerika am Donnerstag: Die Kälte hat sich im Westen schon ordentlich nach Süden vorgearbeitet.

Polarwirbel hält die Kälte nicht mehr in Schach

Der Treiber hinter der arktischen Kälte im Westen von Kanada und im Nordwesten der USA (in Seattle beispielsweise wurde der kälteste 27. Dezember seit 20 Jahren verzeichnet) ist der Polarwirbel. Im Idealfall wirbelt er stramm um den Nordpol und hält die arktische Kälte gefangen.

Jetzt aber wurde er durch ein mächtiges Hoch über Alaska und ein kräftiges Tief im Westen Kanadas und im Nordwesten der USA massiv gestört. Die beiden Druckgebilde liefern nun in einer nördlichen Strömung die kalte Luft immer weiter in die USA hinein.

Zum Jahreswechsel sollte sich mit der Kälte auch Schnee ausbreiten – von Kansas und Nebraska über Iowa nach Illinois und Wisconsin. Auch Chicago wird wohl endlich wieder Schnee abbekommen. Die Stadt am Lake Michigan hat eigentlich immer viel Schnee im Winter. Jetzt ist sie seit 236 Tagen so gut wie schneelos.

Wo liegt an Neujahr Schnee?

Die Grafik zeigt die Schnee-Wahrscheinlichkeit am Neujahrstag in den USA:
Schnee-Wahrscheinlichkeit in den USA am Neujahrstag: Jetzt kommt er auch nach Chicago und den Großen Seen.

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(ctr)