Pfingsten 2014: Hitze, schwere Unwetter mit Orkanböen und Gewitter

Pfingsten 2014 dürfte vielen Deutschen vor allem wegen der dramatischen Unwetter in Erinnerung geblieben sein. Diese kosteten sechs Menschen das Leben.

Der Pfingstsonntag fiel damals auf den 8. Juni 2014. Am Pfingstmontag war es unerträglich heiß und es bildete sich eine gewaltige Gewitterlinie, die in den Abendstunden vor allem in NRW wütete.

Es begann mit Hitze

Heißes Wetter an Pfingsten 2014
Die Spitzentemperaturen vom 9. Juni 2014 (Pfingstmontag).

Zunächst war es außerordentlich heiß. Es war sogar das heißeste Pfingstfest seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Abbildung zeigt die Spitzentemperaturen vom Pfingstmontag, dem 9. Juni 2014. Am heißesten war es in Ihringen am Kaiserstuhl mit 38,3 Grad. Danach kam Karlsruhe mit 37,4 Grad.

Damals strömte feuchtwarme Luft von Nordafrika über Spanien und Frankreich zu uns. Durch den hohen Sonnenstand und die lange Sonnenscheindauer bei geringer Bewölkung wurde die Wetterlage weiter aufgeheizt - und das über mehrere Tage.

Dann kamen die Gewitter

Niederschlagsradarbild vom 09.06.2014 22 Uhr.
Niederschlagsradarbild vom 09.06.2014 22 Uhr. Lila bis hellrosa bedeuten 70 bis 130 Liter Regen in einer Stunde!

Am frühen Montagnachmittag bildeten sich über Frankreich die ersten Gewitter, die nach Nordosten zogen. Gegen 20 Uhr erreichte die Gewitterlinie den Westen von Nordrhein-Westfalen. Am Vorderrand traten schwere Sturmböen und sogar Orkanböen auf. Den höchsten Wert meldete die Wetterstation am Flughafen Düsseldorf mit 142 km/h, wobei lokal wahrscheinlich noch höhere Windgeschwindigkeiten aufgetreten sind, wie die Schäden vermuten lassen.

Intensives Gewitter: 100.000 Blitze innerhalb von sechs Stunden

Intensives Gewitter Pfingsten 2014
6-stündige Blitze vom 09.06.2014, 18 Uhr bis 10.06.2014, 0 Uhr. (lila = 18-19 Uhr, rosa = 19-20 Uhr, rot = 20-21 Uhr, orange = 21-22 Uhr, gelb = 22-23 Uhr, weiß 23-0 Uhr)

Das Gewitter war so stark, dass innerhalb von sechs Stunden 100.000 Blitze registriert wurden. Auch die Niederschläge waren teilweise sehr heftig und es fiel auch Hagel. In der obigen Abbildung sind die registrierten Blitze dargestellt.

Verheerende Folgen des Unwetters

Besonders betroffen war Nordrhein-Westfalen. Hier gab es sogar eine richtige Schneise der Verwüstung. Zehntausende Bäume wurden umgerissen, Keller liefen voll Wasser und Unterführungen standen unter Wasser. Sechs Menschen starben.