Nachhilfe aus Südtirol

China künstelt Schneelandschaft für Olympia

von Moritz Nolte

Blick auf die schneebedeckte Piste im Nationalen Ski-Alpin-Zentrum Yanqing.
Ein schreckliches Bild: Ein Kunstschnee-Band im niederschlagsarmen Olympia-Gebiet Yanqing.

Frei nach dem Motto: „Kommt der Berg nicht zum Propheten, muss der Prophet eben zum Berg kommen“ wird der Schnee für die olympischen Winterspiele in Peking her-geschummelt. Die Winterspiele 2022 finden also in keinem klassischen Schneegebiet statt. Deswegen muss der Schnee für die Olympischen Spiele künstlich hergestellt werden. So auch in Yanqing, dem nationalen Ski-Alpin-Zentrum für die Spiele in China. Damit alles gut aussieht und den Wettkämpfen nichts im Wege steht, holen sich die Chinesen sogar Expertentipps aus Europa.

Peking als Olympia-Austragungsort in der Kritik

Wenn am 4. Februar die Olympischen Winterspiele in Peking eröffnet werden, wird es viele tolle Schneelandschaften in China zu sehen geben. Weil es in der Berg-Region rund um Peking aber an Niederschlag mangelt, muss mit künstlichem Schnee nachgeholfen werden. China erschummelt sich also ein Winterwunderland.

Für Kritiker der umstrittenen Winterspiele ist dies ein Argument mehr gegen den Austragungsort. Aber auch Umweltschützern stößt die künstlich errichtete Winter-Landschaft bitter auf. Viel zu groß sei der Wasserverbrauch der Anlagen. Zumal das Wasser im Olympiagebiet hauptsächlich aus großen Stauseen stammt.

Der Wettergott hingegen meint es mit den Veranstaltern eigentlich gut: Zuletzt waren es in der Region -22 Grad und zudem gab es in den vergangenen Tagen tatsächlich richtigen natürlichen Schneefall. Über bis zu 10 Zentimeter Neuschnee freute man sich in China.

Chinas Schummelei ist kein Einzelfall

Die künstlichen Schnee-Landschaften sind aber auch gängige Praxis fernab der Winterspiele. In Europa gäbe es einige Skigebiete weniger, wenn nicht künstlich nachgeholfen werden würde. Nahezu überall wird Wintersport auf Kunstschnee ausgetragen – vielerorts sogar ausschließlich.

Die Meinung der Sportler geht in der Thematik dabei sicherlich auseinander. Auf der einen Seite macht der Kunstschnee die Bedingungen planbar. Denn schneit es natürlich gibt es viel zu viel Schnee. Hunderte Helfer schaufeln diesen dann weg, damit die Piste wieder aalglatt für die Athletinnen und Athleten ist. Auf der andern Seite kann der Kunstschnee nicht immer für optimale Bedingungen zu sorgen. RTL-Meteorologe Björn Alexander weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es „durchaus unterschiedliche Arten von Kunstschnee“ gebe. Das habe dann für die Ski unterschiedliche Eigenschaften zur Folge und gelte wohl insbesondere für den Kunstschnee in China.

Das obwohl sich China extra Kunstschnee-Nachhilfe im europäischen Südtirol geholt hat. Die Firma TechnoAlpin kümmert sich um die Produktion der Winterlandschaft. Insgesamt sind 300 Schneekanonen und Schneelanzen in den künstlichen Skigebieten Yanqing und Zhangjiakou im Einsatz.

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(mno)