Weißer Zwerg

Erster lebensfreundlicher Planet in der Nähe eines toten Sterns entdeckt

von Karim Belbachir

Zwergstern WD1054–226 mit Staubwolken und bewohnbaren Planet
Eine künstlerische Darstellung des Weißen Zwergsterns WD1054–226, der von Wolken aus Planetentrümmern und einem großen Planeten in der bewohnbaren Zone umkreist wird.

Einen lebensfreundlichen Planeten mit möglicherweise flüssigem Wasser haben Astronomen in der Nähe eines Weißen Zwergs entdeckt. Es ist der erste seiner Art, denn bisher ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass ein toter Stern keine bewohnbaren Planeten in seiner Nähe hat.

Erster habitabler Planet in der Nähe eines Weißen Zwergs entdeckt

Es war eine Überraschung, die Studienleiter Jay Farihi vom University College in London bei seiner Beobachtung des 117 Lichtjahre entfernten weißen Zwerges WD1054–226 erlebte. Die Studie wurde von der Royal Astronomical Society veröffentlicht. Der Studienleiter und sein Team entdeckten einen Planeten, der in der habitablen Zone des Sterns liegt und die notwendigen Temperaturen hat, um Wasser im flüssigen Zustand beherbergen zu können. Allein einen Stern in der Umgebung eines weißen Zwergs zu entdecken, ist schon schwierig genug, da sie nicht so viel Licht abstrahlen, wie beispielsweise unsere Sonne. Professor Jay Farihi erklärt: „Dies ist das erste Mal, dass Astronomen irgendeine Art von Planetenkörper in der bewohnbaren Zone eines Weißen Zwergs entdeckt haben.“

Hinzu kommt, dass sich Weiße Zwerge bilden, nachdem der Stern seinen Wasserstoff verbraucht hat und anschließend wächst. Dabei werden alle Planeten in der näheren Umgebung verschlungen. Bei unserer Sonne vermuten Wissenschaftler diesen Prozess in 4 bis 5 Milliarden Jahren. Merkur, Venus und wohl auch die Erde werden dann vernichtet. Anschließend schrumpft sie dann zu einem Weißen Zwerg. Astronomen gehen davon aus, dass 95 Prozent aller Sterne zu Weißen Zwergen werden. Ausnahmen sind massereiche Sterne, die in einer Supernova explodieren. Dabei entstehen am Ende entweder Pulsare oder Schwarze Löcher.

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Planet bildete sich erst nach Kollaps seines Sterns

Sonnensystem mit der Sonne und den Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
Sonnensystem mit der Sonne und den Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Sollte unsere Sonne zum Roten Riesen, werden die ihr am nähesten liegenden Planeten wohl verschluckt.

Der nun entdeckte Planet hat einen Abstand zum Weißen Zwerg WD1054–226, der etwa 1,7 Prozent der Entfernung Erde-Sonne entspricht. Damit habe er die notwendige Entfernung zum Stern, der Wasser im flüssigen Zustand möglich mache. Weiße Zwerge haben im Gegensatz zu Sternen wie unsere Sonne eine wesentlich geringere Licht- und Wärmestrahlung. Außerdem verdeckt eine Wolke von Planetentrümmern die freie Sicht auf den Planeten. Dementsprechend hat der Stern offensichtlich auch bei seiner Ausbreitung zum Roten Riesen nahe liegende Planeten verschluckt.

Aufgrund der Tatsache, dass sich der Planet in unmittelbarer Nähe zu seinem Stern befindet, gehen Farihi und sein Team davon aus, dass der Planet erst nach der Entwicklung des Weißen Zwergs entstanden sein muss. Sie beziffern die Bewohnbarkeit eines solchen Planeten auf etwa 2 Milliarden Jahre. In dem genannten Fall stünde dem Planeten eine weitere Milliarde Jahre der Bewohnbarkeit bevor.

Blick in die Zukunft unseres Sonnensystems

Der Saturn mit seinen Ringen, von der Sonde Voyager 1 der US-Raumfahrtbehörde NASA am 18. Oktober 1980 übermittelt. Der Planet Saturn ist der zweitgrößte Planat im Sonnensystem. Er besteht aus Wasserstoff und Helium und hat von allen Planeten die ger
Planet Saturn und seine Asteroidenringe. Die Monde des Gasriesen halten die die Asteroiden auf einer stabilen Umlaufbahn.

Was den Planeten in seiner stabilen Umlaufbahn hält, blieb den Forschern bisher noch unklar. Einen Mond, wie die Erde, hat der Planet nämlich nicht. Vielmehr schwirren Trümmerteile wie Asteroiden oder Kometen in der Nähe herum. Diese bewegen sich in einem stabilen Orbit, den sich die Wissenschaftler noch nicht erklären können. In unserem Sonnensystem halten die Monde des Neptuns und Saturns deren Ringe auf einer gleichmäßigen Umlaufbahn. So vermuten die Forscher einen Riesenplaneten in der Nähe, der für die stabile Umlaufbahn des lebensfreundlichen Exoplaneten sorgt. Entdeckt wurde er allerdings noch nicht.

Eine weitere Erkenntnis nehmen die Astronomen aus ihrer Studie mit. So gewährt sie einen Einblick auf die Entwicklung nachdem ein Stern zu einem Weißen Zwerg kollabiert ist. Farihi zieht einen Vergleich zu unserem Sonnensystem: „Da unsere Sonne in ein paar Milliarden Jahren zu einem Weißen Zwerg werden wird, gibt unsere Studie einen Einblick in die Zukunft unseres eigenen Sonnensystems.“

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(kfb)