Klima-Heldinnen und -Helden, Folge 1

Die große Algen-Suppe in der Wüste von Marokko

von Claudia Träger

Algen sind wahre CO2-Fresser.
Algen wachsen so schnell, dass sie bei der Speicherung von CO2 effektive natürliche Helfer sind.

Um einen Weg aus der Klimakrise zu finden, wird an allen Ecken und Enden geforscht. An Ideen fehlt es nicht. Auch wenn es am ganz große Wurf noch hapert, viele der verschiedenen Pionierinnen und Pioniere in Sachen Klimaschutz auf der ganzen Welt sind auf dem richtigen Weg: Sie lassen die Dinge nicht einfach laufen, sondern wollen umlenken. Wetter.de stellt immer wieder solche Klima-Heldinnen und -Helden und ihre Projekte vor. Heute: Algen-Farmen von Brilliant Planet in der Wüste.


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Das Projekt von Brilliant Planet

Das britische Ecotech-Unternehmen Brilliant Planet betreibt in der Wüste an Marokkos Küste eine drei Hektar große Algenzucht-Anlage zur Speicherung von CO2. Sonne und Meerwasser fürs Wachstum der Algen sind reichlich vorhanden. Für den Transport des Wassers zur und innerhalb der Teichanlage nutzen die Betreiber Solarenergie und die Schwerkraft. Laut Brilliant Planet ist das ganze Verfahren recht günstig und könnte durch die CO2-Steuer finanziert werden.

Hier gibt es Sonne, Wasser und CO2: Die Algenfarm von Brilliant Planet an der Küste von Marokko
Die Algenfarm von Brilliant Planet an der Küste von Marokko

Die Ausgangslage

Der extreme Kohlendioxid(CO2)-Anstieg in der Atmosphäre, der für den Klimawandel verantwortlich ist, kann nicht nur durch Einsparungen im CO2-Ausstoß ausgebügelt werden. Kohlendioxid muss der Atmosphäre auch wieder entnommen werden.

Die grundlegende Idee der Algenfarm

Die Photosynthese ist aus dem Biologie-Unterricht in der Schule bekannt. Aus Licht, Wasser und Kohlendioxid entsteht in der Pflanze Glucose und Sauerstoff. Den Sauerstoff geben die Pflanzen, ob Baum oder Alge, an die Umgebung ab, die Glucose, also Zucker, verwenden sie für ihr eigenes Wachstum. Pflanzen binden also CO2, das die Atmosphäre unbedingt loswerden muss.

So funktioniert die Fotosynthese
Pflanzen brauchen Kohlendioxid fürs Wachstum.

Warum ausgerechnet Algen?

So eine Alge ist ein CO2-Nimmersatt und verarbeitet unheimlich viel von dem Klimagas in sein Wachstum. Bäume wachsen viel langsamer. Die CO2-Speicherkapazität von Algen ist so um ein Vielfaches höher als die von Bäumen.

Algen sind  als CO2-Speicher sehr effektiv.
So ein Algenteppich im Meer wächst in Windeseile.

Wohin mit den ganzen Algen?

Immer mehr Algen brauchen immer mehr Platz. Die Lagerung von Algen in solchen Farmen kann also nicht die einzige Lösung sein. Die Algen könnten als Baustoff oder Humus verwendet werden und so weiter als CO2-Speicher dienen. Auch als Nahrungsmittel sind sie schon beliebt, aber so viel Algen kann die Menschheit gar nicht essen, wenn sie nennenswert CO2 schlucken sollen. Eine weitere Verwendung wäre in Biodiesel, aber dann wird das CO2 wieder frei gesetzt.

Ein Wort von den Erfinderinnen und Erfindern

Raffael Jovine, Chef-Forscher und Mit-Begründer von Brilliant Planet sagt: „Pro Flächeneinheit bindet dieser Ansatz bis zu 30 mal mehr Kohlendioxid im Jahr als Regenwälder.“

Inzwischen hat Brilliant Planet die Finanzierung für eine neue, 30 Hektar große Anlage sicher.

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(ctr)