Nachhaltigkeitsmythen und was dran ist

Klima Update mit Christian Häckl: CO2 einsparen richtig gemacht - sonst passiert was

Was passiert, wenn...

Christian Häckl erklärt es im Video: Was passiert wenn wir jetzt die CO2 Notbremse ziehen und was, wenn nicht. Etwas beängstigend, aber auch sehr anschaulich. Umso wichtiger, dass wir das Richtige tun. Viele geben sich jetzt schon in ihrem Alltag viel Mühe, um nachhaltig und damit klimaschonend zu leben. Es gibt jedoch ein paar Mythen in Sachen Nachhaltigkeit, die sich hartnäckig halten. Die wollen wir uns einmal genauer anschauen.

Mythos 1: Bio ist immer besser

Einkaufen fürs Klima
Regional und Bio sind erste Wahl. © imago images/Eibner, Fleig / Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das kann man so nicht sagen, denn es kommt auch darauf an, wo „das Bio“ herkommt. Die Richtlinien für Bio-Zertifikate sind dabei sehr unterschiedlich. Das deutsche ist strenger als das Biosiegel in der EU. Und das EU-Bio-Siegel ist wiederum strenger als ein Siegel aus China. Zudem sind diese Siegel für die Hersteller nicht günstig. Manche Bauern halten sich auch an strenge Regeln, zertifizieren ihre Sachen jedoch nicht. Und da spielt dann der regionale Faktor eine große Rolle. Also: Augen auf und abwägen.

Mythos 2: Der Müll für die Gelbe Tonne muss sauber sein

Nein! Denn bevor recycelt wird, werden die Verpackungen alle heiß gereinigt. Zuhause vorspülen wäre absolute Wasserverschwendung. Löffelrein reicht völlig aus.

Was jedoch enorm wichtig ist: Die Aludeckel abreißen und getrennt sammeln. Die Müllanlage sortiert sonst diese Abfälle aus, da sie einen Mix aus Alu und Plastik nicht recyceln kann.

Mythos 3: Für Sojamilch und Tofu wird der Regenwald abgeholzt

Das stimmt so nicht. Denn die Sojabohnen, die in Argentinien, Brasilien und den USA angebaut werden, gehen zu 85 Prozent als Futtermittel für die Fleischindustrie auf den Markt. Dafür werden riesige Wald- und Savannenflächen zum Acker umgewandelt und mit Pestiziden das Grundwasser verseucht. Das Soja, das zu Fleischersatzprodukten wie Tofu oder Sojamilch angebaut wird, stammt in der Regel aus Österreich und Deutschland.

Mythos 4: Wer nachhaltig lebt, darf keine Avocados kaufen

Avocados sind besser als Butter in er Nachhaltigkeitsbilanz.
Darf ich oder darf ich nicht? Der Avocado-Hype ist ungebrochen - aber das die grüne Frucht sollte nur mit genauem Hinsehen gekauft werden. © iStockphoto, gradyreese

Auch das ist ein hartnäckiger Mythos, den man genauer anschauen muss. Zwar wird für das Superfood viel Wasser verbraucht, und allein das ist schon bedenklich. 1 Kilo Avocado verbraucht im Schnitt 1.000 Liter Wasser.

Vergleicht man das jedoch mit anderen Lebensmitteln, sieht die Bilanz schon anders aus. Für 1 Kilogramm Rindfleisch werden gleich 7.000 Liter Wasser verbraucht. Schaut man auf die CO2-Emissionen, hinterlassen 100 Gramm Avocado 0,05 kg CO2 in der Atmosphäre. Auf das Konto von hundert Gramm Butter sind es ganze 0,92 kg klimagefährdendes CO2. Und dabei geht es nur um den Anbau. Wer zu Bio-Avocados aus Europa greift, kann damit auch noch Transportwege einsparen. Außerdem wird hier der Bioanbau auch strenger kontrolliert als in Südamerika.

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(avo)