So viel sind 4.700 Gigatonnen geschmolzenes Eis

Grönland schmilzt: So viel Eis ist schon weg

von Bernd Fuchs und Claudia Träger

4.700 Gigatonnen Eis sind in den letzten 20 Jahren in Grönland weggeschmolzen. Das haben die Auswertungen von Satellitendaten ergeben. Bernd Fuchs erklärt diese unvorstellbar hohe Menge in sehr anschaulichen Vergleichen.

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Ab dem Kipppunkt gibt es kein Zurück mehr

Die Arktis ist einer der Kipppunkte in unserem Klimasystem. Das heißt: Es gibt einen Punkt, an dem so viel Eis geschmolzen ist, dass der gesamte Eisschild auf Grönland und das arktische Meereis durch selbstverstärkende Effekte komplett schmelzen.

Ein Mechanismus funktioniert so: Das Eis reflektiert eigentlich das wärmende Sonnenlicht.Da es aber immer weniger davon gibt, fällt das Sonnenlicht auf Landfläche oder Wasser, die beide das Sonnenlicht nicht reflektieren, sondern aufnehmen und wärmer werden. So schmilzt noch mehr Eis.

Teufelskreis, weil das Eisschild flacher wird

Im Jahr 2021 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und der Freien Universität Berlin neue Warnsignale entdeckt, die darauf hinweisen, dass der zentral-westliche Teil des grönländischen Eisschildes relativ bald diesen kritischen Übergang erleben könnte. Die Destabilisierung des Eisschildes hat bereits begonnen.

Die Forscher haben einen anderen Rückkopplungsmechanismus als den o.g. Albedo-Effekt als Hauptverantwortlichen ausgemacht. Der erklärt sich so: In der Höhe ist es kälter als unten. Der Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte führt zum Schmelzen, wodurch der Eispanzer an Höhe verliert. Wenn das Eis schmilzt, sickert das Wasser in die tiefere, wärmere Umgebungsluft. Das beschleunigt den Schmelzvorgang und führt zu weiterem Höhenverlust. Und so weiter.

Fakten zum schmelzenden Eis Grönlands

Die Infografik zeigt ausgewählte Fakten zum schmelzenden Eis Grönlands
Rund 1,7 Millionen Quadratkilometer Eis bedeckEN die Insel Grönland (Stand 2019)

Die Kipppunkte des Klimasystems

  • Abschmelzen des Grönländischen Eisschildes
  • Abschmelzen des Westantarktischen Eisschildes
  • Abtauen der Permafrostböden
  • Rückgang der Nordischen Nadelwälder
  • Entwaldung des tropischen Regenwalds
  • Erlahmen der atlantischen thermohalinen Zirkulation
  • Störung der Southern Oscillation und Verstärkung des El-Niño-Phänomens
  • Rückgang der Netto-Produktivität der Biosphäre
  • Destabilisierung des Jetstreams, Zusammenbruch des indischen Sommermonsuns und Veränderung des Westafrikanischen Monsunsystems
  • Methan-Ausgasung aus den Ozeanen
  • Absterben von Korallenriffen
  • Abschwächung der marinen Kohlenstoffpumpe
  • dauerhafte Dürre im nordamerikanischen Südwesten

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(ctr)