Wir brauchen den Wald

Alternative zum Gas? Darum helfen Holzpellet-Heizungen unserem Klima kaum

von Oliver Scheel

Die Heizung ist im Eigenheim und der Wohnung der mit Abstand größte Erzeuger von CO2-Emissionen im Haushalt. Etwa 17 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland kommen von den privaten Haushalten – das ist ein Pfund.

Millionen deutscher Haushalte machen sich derzeit Gedanken über die Art, wie sie ihre Wohnungen heizen, denn wir steuern nicht nur auf eine kaum beherrschbare Erderwärmung zu, sondern wir sehen uns auch noch krass steigenden Energiepreisen konfrontiert. Viele Deutsche können sich eine Gas-Heizung nicht mehr leisten. Sind Holzpellets die Lösung? Schließlich ist Holz ein nachwachsener Rohstoff und bei der Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid abgegeben, wie der Baum zuvor während seines Wachstums aufgenommen hat. Aber Vorsicht – so einfach ist die Rechnung nicht. Wir erklären, warum Holzheizungen nicht die Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sind.

Mit diesen simplen Heiztipps sparen Sie 400 Euro im Jahr

Pellets produzieren Feinstaub

Rauchende Schornsteine, Oberstenfeld, Baden-Württemberg,
Pelletheizungen produzieren in erster Linie viel Feinstaub. Gefährlich für unsere Gesundheit

Wir müssen etwas tun, das ist klar. Der Ausstieg aus den fossilen Energien muss her. In den letzten Jahren kamen beim Heizen die Holzpellets ins Gespräch – vermeintlich klimaneutral und ganz natürlich. Der Bund fördert es sogar, wenn Haus- und Wohnungseigentümer die Gas- oder Ölheizung rausschmeißen und durch eine Pelletheizung ersetzen. Doch so richtig hilft die Holzheizung weder dem Klima noch unserer Gesundheit.

Diese 6 Fehler beim Heizen hat jeder schon gemacht

Zunächst einmal ist es so, dass beim Verfeuern von Holz brutal viel Feinstaub produziert wird. Und der ist schlecht für die Umwelt und vor allem für unsere Lungen. Denken wir an den Autoverkehr und die möglichen Fahrverbote. Feinstaub ist gefährlich und durch die wachsende Zahl der Holzheizungen wird das zunehmend zu einem Problem.

Wir sind zu viele Menschen für zu wenig Wald - Der Wald muss stehen bleiben

 Winterlandschaft im Thüringer Wald am Rennsteig.
Wir brauchen unseren Wald als CO-Senke, zum Verfeuern ist er nicht geeignet.

Außerdem ist der Holzeinschlag ein Problem – und nicht CO2-neutral. Wenn Holz schon geschlagen wird, dann sollte es als Bauholz benutzt werden, denn dann bleibt das gespeicherte CO2 weiterhin im Holz gebunden. Die langsam im Wald verrottenden Bäume geben den Kohlenstoff über Jahrhunderte an den Boden ab. Beim Verbrennen wird das CO2 wieder freigesetzt. Und wenn nun mehr Holz geschlagen wird wegen der steigenden Nachfrage nach Holzpellets, dann kann der Wald nicht in gleichem Maße nachwachsen und die CO2-Bilanz wird negativ.

Und: Je mehr Holz benötigt wird, umso weiter werden die Transportwege. Und da fällt wieder CO2 an. Selbst das Umweltbundesamt ist gegen die Förderung von Holzheizungen und fordert den Förderstopp.

Ja, wir müssen aus den fossilen Energien raus. Aber Holz ist nicht die Lösung, auch weil wir einfach zu viele Menschen für zu wenige Wälder sind. Und wir brauchen die Wälder, um das CO2 zu binden. Verfeuern ist keine Lösung. Die Menschen im Mittelalter haben es geschafft, die europäischen Wälder fast völlig zu ruinieren, obwohl die Bevölkerungszahl damals wesentlich geringer war als heute.

Richtig heizen: Umwelt schützen und Geld sparen

Was tun? Es gibt andere Lösungen

Anstatt auf eine Pelletheizung zu setzen, sollten die Bürger besser den Wärmebedarf reduzieren, am besten durch eine umfassende Wärmedämmung.

Es gibt auch Fördergelder für Heizsysteme ohne Gas, Öl oder Holz. Wärmepumpen, Solarthermie und Photovoltaik sind wirklich eine Hilfe für die Umwelt im Kampf gegen den Klimawandel. Auch Fernwärme kann eine umweltfreundliche Alternative sein. Als Brennstoffe sollte dann aber die Abwärme von Industrie- oder Müllverbrennungsanlagen benutzt werden. Oft genug sind auch hier Kohle und Erdgas die Energiequellen.

Mit einer Wärmepumpe können Sie nahezu klimaneutral heizen, denn sie bezieht einen Großteil der Energie aus Luft, Erde oder Wasser. Wichtig ist hier, dass der Betrieb der Wärmepumpe mit Ökostrom gedeckt wird.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(osc)