Weltwassertag 2022

Bewussterer Umgang mit unserer wichtigsten Ressource

von Karim Belbachir

A Filipino boy takes a dip into a container of water, outside their shanty in an urban poor district of Quezon City, east of Manila, Philippines 21 March 2010. The United Nations marks World Water Day on 22 March with the theme, 'Clean Water for a He
Ein Kind hat Spaß in einer Wassertonne. Der Weltwassertag soll daran erinnern, wie wichtig unserer Ressource Nummer 1 ist.

Weltweit haben 2,2 Milliarden Menschen keinen gesicherten Zugang zum Trinkwasser. Der heutige Weltwassertag soll daran erinnern, dass es nicht überall selbstverständlich ist, ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Im Fokus liegt dieses Jahr das Grundwasser, das auch hierzulande einige Sorgen bereitet.

2,2 Milliarden Menschen ohne gesicherten Zugang zu Trinkwasser

Carolin Stüdemann
Mit der wichtigen Rolle von Wasser auf der Welt ist Carolin Stüdemann bestens vertraut.

„Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“: Unter diesem Motto steht der Weltwassertag am heutigen 22. März. Dazu hat das statistische Bundesamt ein paar Fakten veröffentlicht. So werde in Deutschland mehr als die Hälfte des Wasserbedarfs der öffentlichen Wasserversorgung aus Grundwasser gedeckt. Außerdem verbrauche im Schnitt 128 Liter Wasser am Tag. Laut den Angaben wurden im Jahr 2019 fast zwei Drittel des Trinkwasserbedarfs (62 Prozent) mit Grundwasser gedeckt.

Das ist aber nicht überall so, wie Carolin Stüdemann, Geschäftsführerin von Viva con Agua, in einem Podcast auf NTV sagt: „Insgesamt haben weltweit 2,2 Milliarden Menschen keinen gesicherten Zugang zu Trinkwasser. „Das ist eine massiv große Zahl. Wir in Deutschland können uns das immer nicht vorstellen, weil Wasser für uns so selbstverständlich ist.“

Grundwasserspiegel in Deutschland gesunken

Ein Pflanze wächste auf einem ausgetrockneten Boden
Die Dürre der vergangenen Jahre hat Deutschlands Grundwasserspiegel zugesetzt.

Viva Con Agua ist eine Organisation, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt und die Menschen in Deutschland für das Thema zu sensibilisieren. So sollen globale Veränderungen geschaffen werden: „Denn Wasser ist ein Menschenrecht seit 2010 und deswegen ist es wichtig, dass auch jeder Mensch Zugang zu sauberen Trinkwasser erhält.“ Die Aktivistin weist darauf hin, dass 97 Prozent des gesamten Wassers auf der Welt Salzwasser seien und nur ein kleiner Teil wirklich Trinkwasser. Hinzu komme, dass dieser Anteil an Trinkwasser ungleich auf der Welt verteilt ist.

Aber nicht nur weltweit betrachtet ist das ein Problem. Auch Deutschland könne es aufgrund der klimatischen Veränderungen treffen. Nicht zuletzt die Dürrejahre 2018 bis 2020 haben die Lage verschlimmert. „In den letzten 20 Jahren ist der Grundwasserspiegel in Deutschland stark gesunken“, sagt Stüdemann. Abgesehen vom Klimawandel würden auch die Versiegelung der Böden und der immer größere Wasserverbrauch der Industrie zu einer möglichen Wasserknappheit führen, sagt die Wasserexpertin. Ein sensibler Umgang mit unserer wichtigsten Ressource ist also unerlässlich. Jeder müsse sich daher ihres Wasserkonsums bewusst sein.

Erster Weltwassertag im Jahr 1993

ILLUSTRATION - 09.08.2021, Baden-Württemberg, Freiburg: Wasser läuft aus einem Wasserhahn. Legionellen werden durch zerstäubtes oder vernebeltes Wasser übertragen zum Beispiel beim Duschen. Laut dem Gesundheitsamt steigt die Zahl der Legionellenfälle
Für uns erscheint fließendes Wasser als selbstverständlich.

Der Weltwassertag wurde 22. Dezember 1992 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um jährlich daran zu erinnern, dass Wasser als wichtigste Ressource und Ursprung allen Lebens unbedingt geschützt werden muss. Der erste Weltwassertag fand dann am 22. März 1993 statt. In Deutschland wird seit 2000 alle zwei Jahre die Flusslandschaft des Jahres gekürt, seit 2011 außerdem noch der Gewässertyp des Jahres.

Nitrat im Grundwasser

ARCHIV - Trinkwasser läuft am 25.07.2013 in Köln in ein Glas. Das Abwasser-Kanalnetz in Deutschland ist so lang wie 90 Mal die Luftlinienstrecke Berlin-New York. Es gibt kaum etwas, was nicht drin ist im Schmutzwasser. (dpa «Abwasser im Fokus: Von Ar
Die Qualität des Trinkwassers wird anhand seines Nitratgehaltes ermittelt.

Um die Qualität des Grundwassers zu messen wird der Nitratgehalt ermittelt. Ab einem Nitratgehalt von 50 Milligramm pro Liter ist Grundwasser nicht mehr ohne Aufbereitung als Trinkwasser geeignet. Die Anzahl der Messstellen, an denen dieser Schwellenwert nicht überschritten wird, ist einer der 75 von der Bundesregierung beschlossenen Indikatoren der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Im Jahr 2020 wurden an 15,9 Prozent aller Messstellen höhere Werte als 50 Milligramm je Liter verzeichnet. Der Anteil verändert sich dabei seit Jahren kaum, da sich auf Grund von hydrologischen Gegebenheiten der Nitratwert im Grundwasser nur langsam reduzieren kann, selbst wenn es oberirdisch zu keinen Einträgen mehr kommt.

Ein paar Zahlen des statistischen Bundesamtes

  • Im Jahr 2019 wurden von den öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen 3,3 Milliarden Kubikmeter Wasser aus Grundwasser entnommen
  • Aus Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser stammten 839 Millionen Kubikmeter (16 Prozent)
  • Fluss-, Seen- und Talsperrenwasser trug mit 738 Millionen Kubikmeter (knapp 14 Prozent) zur Deckung des Wasserbedarfs bei
  • Beim Quellwasser waren es 436 Millionen Kubikmeter (8 Prozent)

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(kfb)