Alarmierender Bericht

Fast die Hälfte Europas ist von Dürre bedroht

Vertrocknete Sonnenblumen
Braun und vertrocknet statt gelb und strahlend - die extreme Trockenheit setzt auch den Pflanzen zu, wie diesen Sonnenblumen in der Schweiz.

Fast die Hälfte Europas ist von Dürre bedroht. Zu diesem Schluss kommen Experten in einem Bericht der Europäischen Dürrebeobachtungsstelle. Mit Stand vom 10. August warnt der Bericht für 47 Prozent des europäischen Gebiets vor Dürre. Auf weiteren 17 Prozent der Fläche Europas sei der Zustand zumindest alarmierend.

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Satellitenbilder zeigen Ausmaß der Dürre aus dem Weltraum

Schwierige Kombination aus hohen Temperaturen und zu wenig Regen

Die schwere Dürre, von der viele Regionen Europas seit Anfang des Jahres betroffen seien, habe sich seit Anfang August weiter ausgedehnt und verschlimmert, heißt es in dem Bericht. Sie hänge mit einem anhaltenden Niederschlagsmangel in Verbindung mit einer Reihe von Hitzewellen seit Mai zusammen. Das habe auch Auswirkungen auf den Abfluss von Flüssen.

Extreme Auswirkungen auf Landwirtschaft

Auch Deutschland ist laut des Berichts besonders von der Dürre betroffen. Auswirkungen hat das auch in der Landwirtschaft. Vor allem bei Sommer- und Herbstkulturen fällt wohl die Ernte schlechter aus als sonst. Besonders stark betroffen sind demnach Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen.

Das zeigt sich auch in der deutschen Erntebilanz für 2022: Zwar fällt der Ertrag bei der Getreideernte fast zwei Prozent höher aus als noch im letzten Jahr – doch frühere Durchschnittswerte wie noch in den Jahren 2014 bis 2021 können trotzdem nicht erreicht werden. "Die in vielen Regionen des Landes lang anhaltende Trockenheit zeigt erneut, dass die Landwirte die Auswirkungen des Klimawandels sehr direkt zu spüren bekommen", sagte Bauernverband-Präsident Joachim Rukwied.

So trocken ist Deutschland im Vergleich mit den letzten Jahren

Fast ganz Europa von Dürre betroffen - einige Regionen besonders schwer

Neben Deutschland haben allerdings auch fast alle anderen europäischen Länder zu kämpfen. Besonders schlimm ist die Lage demnach auch in Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Rumänien, Ungarn, Nordserbien, der Ukraine, Moldau, Irland und im Vereinigten Königreich.

In Regionen, die bereits im Frühjahr 2022 von der Trockenheit betroffen gewesen seien, wie Norditalien, Südostfrankreich und einige Gebiete in Ungarn und Rumänien hätten sich die Bedingungen am meisten verschlechtert. Vor allem in der westlichen Europa-Mittelmeer-Region werde es wahrscheinlich bis November wärmer und trockener als üblich sein.

Ein Bootsrestaurant liegt auf dem ausgetrockneten Flussbett an einem Touristenanleger am Po.
Der Po, wichtigster Fluss in Italien, ist fast vollständig ausgetrocknet. Schiffe, die vor wenigen Monaten noch im Wasser schwammen, liegen jetzt im Flussbett.

Regen hilft - aber nur ein bisschen

In einigen Teilen des Kontinents hat es zwar in jüngster Zeit geregnet – die damit verbundenen Gewitter haben aber gleichzeitig Schäden und Verluste verursacht, die möglicherweise die positiven Auswirkungen der Niederschläge wieder eingeschränkt haben.

Warum Starkregen bei der aktuellen Trockenheit nur wenig bringt, lesen Sie hier.

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(dpa/vdö)