Winter, was ist aus dir geworden?
Frühlingsgefühle bei über 15 Grad: Wochenende bringt unfassbar hohe Temperaturen
Wir stecken mitten im Winter – Anfang Februar könnte man erwarten, dass die Berge weiß sind und die Schneebedingungen in den Alpen super. Aber der Winter 2024 hat anderes mit uns vor. Am Wochenende bringt er frühlingshafte Temperaturen. Das heißt aber nicht, dass es wirklich schön wird. Und ganz im Norden bleibt es auch kalt.
Im Video: Das Wetter der nächsten 7 Tage mit unserem Meteorologen Björn Alexander
Schon am Freitag bis zu 14 Grad
Nördlich der derzeit herrschenden Luftmassengrenze ist es nasskalt und winterlich. Schneeflocken im Flachland sind möglich. Die nördlichen Mittelgebirge haben schon Schnee oder bekommen ihn jetzt. Doch dieser Wintereinbruch ist nur von kurzer Dauer, denn die Luftmassengrenze verschiebt sich nach Norden und bringt auch dort zweistellige Temperaturen am Wochenende. Im Süden ist es ohnehin schon seit Tagen äußerst mild, der Winter hat sich auf die Berge jenseits von 2.000 Metern Höhe zurückgezogen.
Und so klettern die Werte schon am Freitag verbreitet auf 10 bis 14 Grad, nur ganz im Norden ist es noch kälter. Da fällt rund um die Ostsee sogar noch länger Schnee, aber von Südwesten her dringt nach und nach die milde Luft vor. Allerdings bleibt es dabei ziemlich nass, nur im Südosten Bayerns bekommen wir die Sonne zu Gesicht.
Samstag wird der wärmste Tag: 16 Grad und mehr in den Bergen

Der Samstag wird noch einmal sehr warm mit über 15 Grad. Und soweit wir sehen können, auch der wärmste Tag der kommenden Zeit. Am Alpenrand macht sich Föhn breit und der bringt Sonne und bis zu 16 Grad, örtlich vielleicht sogar mehr. Viel Sonne erwarten wir auch im Osten und Südosten, also Bayern und Sachsen sollten einen wirklich frühlingshaft sonnigen Wintertag bekommen.
Auch im Westen, wo die Hochsaison des Karnevals ansteht, wird es mild, aber nicht wirklich sonnig. Dennoch sind die 14 Grad absolut beachtlich und natürlich viel zu warm, wenn wir bedenken, dass wir im Hochwinter stecken. Überhaupt war schon der gesamte Januar viel zu warm und weltweit der wärmste seit Beginn der globalen Aufzeichnungen im Jahr 1950. Verantwortlich, so die Wissenschaftler des Copernicus Climate Change Services C3S der EU, ist der vom Menschen verursachte Klimawandel in Tateinheit mit dem Wetterphänomen El Nino, das das Oberflächenwasser im östlichen Pazifik erwärmt. So lagen die Temperaturen erstmals in einem Zwölfmonatszeitraum um mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Referenzzeitraum.
Nur mal zur Einordnung: Der Februar ist bisher in Deutschland mehr als 6 Grad zu warm im Vergleich zum langjährigen Mittel. Der Frühling hat eigentlich noch etwas Zeit. Die Klimakrise schlägt ein neues Kapitel auf.
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Sonntag etwas kühler, aber weiter viel zu mild

Der Sonntag wird dann wieder eine Spur kühler, bleibt mit 5 bis 11 oder vielleicht 12 Grad am Rhein aber unter den Werten vom Samstag. Leider werden wir das Wetter nicht richtig genießen können, denn es kommen neue Wolken auf, die Regen im Gepäck haben. Der Samstag ist also der bessere Tag des Wochenendes. Der Sonntag ist für Anfang Februar immer noch viel zu warm, aber echte Frühlingsgefühle sind ohne die Sonne ja nur halb so intensiv.
Für die Zeit danach sind zwei Dinge entscheidend: Zum einen sind wir mitten im Februar. Auch wenn man es aktuell wenig merkt, ist das eigentlich einer der Wintermonate schlechthin. Im Norden und Nordosten Europas bleibt der Winter bestehen und er könnte bei entsprechender Wetterlage von dort zu uns zurückkommen. „Könnte“ – das ist der zweite Punkt. Manche Modelle berechnen in der nächsten Woche niedrigere Temperturen, die wenigstens den Bergen ansatzweise Winter bringen, andere sind für eine Fortsetzung des feucht-milden Wetters.
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(osc)