Fahrradfahren im Winter

Mit unseren Tipps kommen Sie mit dem Fahrrad gut und sicher durch Kälte und Schnee

Fahrradfahren wird immer beliebter, auch bei Berufspendlern. Da stellt sich schnell die Frage, kann ich auch im Winter mit dem Rad zur Arbeit oder stelle ich mich wieder mit dem Auto in den Stau? Um es kurz zu machen: Natürlich kann jeder auch im Winter Fahrrad fahren. Es gibt aber einiges zu beachten, vor allem was die Ausrüstung betrifft, aber auch technisch beim Fahrvermögen.

Neopren-Überschuhe helfen - mehrere Lagen auch

Ein Mann trägt am Freitagmorgen (26.11.2010) in Köln sein Fahrrad durch den Schnee. Leichte Niederschläge am frühen Morgen haben in Köln für den ersten Schnee im Flachland gesorgt. Foto: Oliver Berg dpa/lnw | Verwendung weltweit
Schnee in Köln

Wer sich in der kalten Jahreszeit aufs Rad schwingt, der wird schnell merken, dass vor allem die Hände und Füße enorm kalt werden. Elementar wichtig für die Sicherheit ist natürlich ein guter Fahrradhelm. Welche Modelle zu empfehlen sind, zeigt unser Fahrradhelm-Vergleich.

Besonders bei längeren Strecken sind die Füße die ersten Körperteile, die taub werden. Das ist schlichtweg so, weil sie beim Radfahren kaum bewegt werden. Hier helfen Neopren-Überschuhe, die auch gut sind gegen Spritzwasser und bei Niederschlag. Für die Hände natürlich einfach Handschuhe anziehen.

Thermo-Unterwäsche mag einem gemütlich erscheinen, doch in unseren Breiten wird es selten so kalt, dass man die wirklich braucht. Bedenken Sie: Beim Radfahren bewegt man sich und es wird einem schon bald recht warm. Gegen lange Unterwäsche ist natürlich nichts einzuwenden, vor allem Fahrradhosen sind gut (checken Sie vor dem Kauf unseren Fahrradhosen-Vergleich). Als Oberbekleidung kommt besonders windabweisende Kleidung infrage. Der Zwiebellook mit mehreren Lagen hat sich ebenfalls bewährt, da sich das Kälteempfinden während des Radfahrens immer wieder verändert. Ein bisschen ausprobieren, das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

In Kurven aufrecht bleiben, nicht bremsen, nicht treten

Da unser Verkehr leider immer noch sehr autozentriert ist, werden Radwege im Winter meist nicht geräumt. Im Gegenteil: Altschnee, Matsch und Spritzwasser von Autos landen nur allzu oft auf den Radwegen, die damit noch schwieriger zu befahren sind. Insofern gilt es, die Fahrweise an das Wetter und die Bedingungen anzupassen. Die Bremse nicht zu stark ziehen, vorausschauend fahren, Abstand halten. Lieber ausrollen statt bremsen, vor allem die Vorderbremse sollte mit Bedacht eingesetzt werden.

In Kurven möglichst aufrecht bleiben, nicht treten und schon gar nicht bremsen. Wer will, kann den Luftdruck etwas verringern, dann ist die Auflagefläche auf der Straßen ein bisschen größer. Es gibt auch Spikes für Fahrradmäntel, aber mal ehrlich: In Deutschland sind strenge Winter so selten geworden, dass die kleinen Nägel im Reifen, auch wenn sie in Deutschland erlaubt sind, eigentlich unsinnig sind. In Skandinavien mag das anders sein. Und auf frischem Schnee lässt sich ganz angenehm fahren, der führt den Reifen sogar ein bisschen. Lästig ist allein der Matsch, vor allem wenn er überfroren und hart ist. Dann gerät auch der Fahrradprofi an seine Grenzen.

Übrigens: Die Radweg-Benutzungspflicht entfällt, wenn der Weg nicht geräumt ist.