Frostige Zeiten

Weichenstellung für den Winter 2021 läuft - Polarwirbel durch wenig Meereis geschwächt

Gestörter Polarwirbel in der Arktis

Zu wenig Meereis am Nordpol kann den Polarwirbel stören und damit großen Einfluss auf unser Wetter nehmen. Sollte sich der Wirbel später im Hochwinter teilen, könnte es bei uns sogar richtig eisig werden. Die erste Weichenstellung für den Winter läuft jetzt auf vollen Touren. Wir schauen gemeinsam mit dem RTL-Meteorologen Björn Alexander auf die Entwicklung.

Im Video: Wie der Polarwirbel Einfluss auf unser Wetter nimmt.

Zu wenig Eis am Nordpol

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Ein Nebelbogen über der Arktis: Das geringe Meereis am Nordpol könnte einen instabilen Polarwirbel auslösen. © imago images/Ardea, Rights Managed via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Zwar haben wir im Jahr kein erneutes Allzeitminimum erreicht, was das Meereis in der Arktis angeht, dennoch ist es insgesamt noch immer zu wenig. Wissenschaftler befürchten deshalb, dass das fehlende Eis frostige Zeiten im Winter auslösen könnte. Abhängig davon ist der Polarwirbel, wie RTL-Meteorologe Björn Alexander erklärt:

„Der Rückgang des arktischen Meereises kann – ähnlich wie im letzten Jahr beziehungsweise im Winter – mit einer nachfolgenden Schwächung des Polarwirbels einhergehen. Eine Situation, aus der sich vor allem im Hochwinter (Januar und Februar bis Anfang März) bei uns in Deutschland eine markante Wetterlage entwickeln kann. Beispielsweise ein sogenannter Polarwirbelsplit, der uns in Deutschland im Winter kalte Polarluft oder sogar sibirische Eisluft schickt.“

Meereis-Minimum geht immer weiter zurück

Die Ausdehnung des arktischen Meereises erreichte dieses Jahr am 16. September mit 4,72 Millionen Quadratkilometern ihr Minimum, wie das US-amerikanische National Snow and Ice Datenzentrum (NSIDC) mitteilte. Es sei der zwölftniedrigste Stand einer 43 Jahre alten Satellitenerfassung, sagte das NSIDC. In den vergangenen 15 Jahren wurden dabei die 15 kleinsten Meereis-Minima verzeichnet.

Februar 2021 - Polarwirbelsplit und seine Folgen

Die Graphik zeigt die eiskalte Wetterlage, die uns im Februar 2021 den Vorstoß des Sibirien-Winters bis nach Deutschland brachte. Ausgehend von einem Polarwirbel-Split war der Weg für die Polarhochs und die sibirische Luft frei.
Die Wetterlage, die uns im Februar 2021 die Luft direkt aus Sibirien brachte. Der Polarwirbel-Split brachte am Rande der polaren Hochdruckgebiete richtige Eisluft nach Deutschland. © wetter-ressort

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(kfb)