Hier schlägt der Winter richtig zu

Dreifache Schneebombe für Europa: Alpen, Norwegen und auf dem Balkan

von Martin Pscherer und Oliver Scheel

Für die meisten Menschen in Mitteleuropa ist der Winter 2022 ein ziemlicher Reinfall. Es ist viel zu zu warm für eine geschlossene Schneedecke, auch der Januar war außerhalb der Berge wenig winterlich. Das heißt aber nicht, dass der Winter nicht existent wäre. Es gibt im Moment sogar drei dicke Niederschlagsgebiete in Europa, die teilweise horrende Mengen an Schnee abladen. Einmal in Norwegen, dann im Nordstau der Alpen und schließlich auf dem südlichen Balkan.

Hier können Sie sehen, wo es gerade schneit

Ein Meter Schnee in den deutschen Alpen

Ein Räumfahrzeug fährt über eine schneebedeckte Straße im Allgäu. / A clearing vehicle drives through a snow covered street in the Allgäu region of Germany. snapshot-photography/K.M.Krause
So sieht es gerade im Allgäu aus: Wow!

Fangen wir mit den Alpen an, die sind uns schließlich am nächsten: Österreich, Schweiz und vor allem die deutschen Alpen bekommen es derzeit mit Dauerschneefall und krassen Schneemengen zu tun.

Unser Meteorologe Martin Pscherer blickt mit Sorge auch auf eine steigende Lawinengefahr: „Im Bergland wird es sehr winterlich mit weiteren kräftigen Schneeschauern. Bis Donnerstag sind am Alpenrand mehr als 50 cm Neuschnee möglich, örtlich kann auch ein Meter Schnee fallen. Dazu gibt es Schneeverwehungen und steigende Lawinengefahr.“

Interessant ist: Durch den Föhn-Effekt ist in den Südalpen überhaupt kein Niederschlag zu erwarten.

Athen und Istanbul bekommen diesmal nur Regen, keinen Schnee

Griechenland, Athen: Zwei griechische Soldaten versuchen ein im Schnee festgefahrenes Auto auf der Autobahn Attiki Odos zu befreien.
Schnee in Griechenland: So wie in Athen wird es jetzt nicht mehr werden, diesmal sind es eher die riesigen Regenmengen, die Angst einjagen.

In Norwegen ist die Schneemenge nicht ganz so ungewöhnlich: Dort sind die größten Niederschlagsmengen für die zweite Wochenhälfte berechnet. 80 bis sogar 130 cm Neuschnee sind auf den Bergen im Südwesten des Landes möglich. Für die Hardangervidda, Europas größte Hochebene, ein schönes weißes Geschenk.

Auf dem Balkan wird es auch jede Menge Schnee geben, vor allem im Süden, sprich in den Bergen im Norden Griechenlands und in Nordmazedonien. Schnee in Athen und in Istanbul wie vergangene Woche ist nicht zu erwarten, dort ist es mittlerweile viel zu warm für Schnee.

Pscherer: „Von Italien zieht ein kräftiges Tief weiter in Richtung Griechenland. Und das bringt vor allem rund um das Ionische Meer und die Ägäis einige Schauer und Gewitter. Am Mittwoch sind vor allem die Gebiete rund um die Ägäis betroffen. Die Unwettergefahr besteht eher durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Dabei sind Mengen bis 50 l/m² innerhalb kurzer Zeit möglich, örtlich auch deutlich mehr.“

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(osc)