Rätsel um die kosmische Katastrophe vor 66 Millionen Jahren

Dinosaurier-Forscherin findet heraus: Der Killer-Asteroid kam im Frühling

Melanie During hat ein neues Detail über den Untergang der Dinosaurier herausgefunden.
Die schwedische Doktorandin Melanie During an der Universität Uppsala zeigt auf das Bild eines Fossils.

Vor 66 Millionen Jahren ist der Asteroid Chicxulub auf die Erde gestürzt. Wissenschaftler glauben, dass der Aufprall des gigantischen Brockens das Ende der Dinosaurier eingeleitet hat. Doch vieles ist nicht bekannt: Warum zum Beispiel sind die Dinosaurier ausgestorben, andere Tiere – zum Beispiel Vögel und Krokodile – aber nicht? Die schwedische Doktorandin Melanie During hat nun ein wichtiges Detail zu der kosmischen Katastrophe ans Licht gebracht: Der Asteroid ist im Frühling eingeschlagen.

Dinosaurier-Forscherin Melanie During bei Ausgrabungsarbeiten
Melanie During bei Ausgrabungsarbeiten im Südwesten des US-Bundesstaates North Dakota im August 2017.

Dinosaurier-Wissenschaftlerin Melanie During vergleicht Tanis-Fundstelle mit „eingefrorenem Autounfall“

During untersuchte das sogenannte Tanis-Ausgrabungsstelle im Südwesten des US-Bundesstaates North Dakota. Dort schwammen vor 66 Millionen Jahre Störe und Löffelstöre durch einen Fluss, als der Asteroid in etwa 3500 Kilometer Entfernung auf der Yucatán-Halbinsel von Mexiko einschlug. In Folge des Aufpralls hagelte es 15 bis 30 Minuten später Glas vom Himmel, und heftige Wellen schlugen durch den Fluss. Die Fische wurden getötet und begraben.

Die Wissenschaftlerin und ihr Team haben die Überreste dieser Fische gefunden und untersucht. „Jedes Lebewesen in Tanis an dem Tag hat nichts kommen sehen und wurde fast sofort getötet,“ erklärte die Wissenschaftlerin. Sie verglich die Fossilien dort mit einem „eingefrorenen Autounfall“, wie die Presseagentur Reuters berichtet.

Melanie During bei ihrer Expedition
Die Wissenschaftlerin Melanie During bei ihrer Expedition im August 2017

Aussterben der Dinosaurier: Fischgräten enthalten Hinweise

Die ausgegrabenen Fischreste enthielten noch die die Glas-Hagelkörner. So konnte During sicher sein, dass es sich um exakt die Fische handelte, die innerhalb einer Stunde nach dem Aufprall des ungefähr 12 Kilometer großen Asteroiden gestorben waren.

During untersuchte die Gräten. Diese weisen ein jährliches Wachstumsprofil auf – ähnlich wie die Jahresringe bei Bäumen. Daraus konnte die Wissenschaftlerin ableiten, dass diese Fische im Frühling gestorben waren. Für andere Lebewesen auf der Südhalbkugel war demzufolge Herbst. Die Tiere dort befanden sich in einem komplett anderen Abschnitt ihres Lebens. Mit dieser Erkenntnis können nun Theorien und Modelle zur Evolution verfeinert werden.

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Details zur Studie von Melanie During über den Zeitpunkt des Asteroiden-Aufpralls

Die Ausgrabungen erfolgten zwischen dem 10. und 20. August 2017. Die Ergebnisse der Studie wurden von Melanie During und ihrem Team am 23. Februar 2022 in dem Artikel „The Mesozoic terminated in boreal spring“ in dem Fachmagazin „nature“ veröffentlicht.

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