Was treibt diese Länder an?

DAS sind die größten Bremser beim Klimaschutz

Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid blieb der große Durchbruch in den Verhandlungen aus, obwohl die EU voranging und viele, vor allem kleinere Staaten, mitzog. Doch es zeigte sich, dass sich in Madrid eine schmutzige Allianz bildete. Wer sind diese Länder und was treibt sie an, den Klimaschutz zu sabotieren?    

Australien, Brasilien, USA und Russland

"Länder wie Australien, Brasilien und die USA haben die nötigen Beschlüsse hier blockiert und jeden Fortschritt für mehr ambitionierte Klimaschutzziele abgeschmettert", beurteilte Michael Schäfer, der Leiter "Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland", die Lage. 

Auch Russland spielt eine unrühmliche Rolle, hat es doch kaum Ambitionen in Sachen Umweltschutz. Bei den USA ist der Fall allerdings noch skurriler. Denn unter Präsident Donald Trump hat das Land den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen beschlossen, aber noch nicht vollzogen. Deswegen sitzen die USA noch mit am Tisch und können wichtige Ziele blockieren.  

Australien setzt voll auf Kohle - Japan seit Fukushima wieder

ARCHIV - Japan hat die Gefahr des Atomstörfalls im Kraftwerk Fukushima (Aufnahme vom 21.03.2011 zeigt Rauch, der aus dem von einer Wasserstoffexplosion zerstörten Reaktorblock 3 aufsteigt) auf die höchste Stufe angehoben. Das gab die Atomaufsichtsbeh
Seit der Katastrophe von Fukushima verbrennt Japan wieder zunehmend mehr Kohle. © dpa, ho

Australien setzt nach wie vor voll auf Kohle. Ein Land, das voll vom Klimawandel getroffen wird - Dürren, Brände, Hitzewellen. Premierminister Scott Morrison will aber nicht nur die Kohleförderung ausbauen, er agiert auch offensiv gegen Klimaschützer: Er will Klima-Proteste verbieten lassen, die der Bergbauindustrie schaden. Morrison nennt solche Demos „Wirtschaftssabotage“. 

In Brasilien ist Jair Bolsonar der Handlanger der Agrarlobby. Er sieht den Regenwald als nationales Eigentum an, dass es in Dollars umzuwandeln gilt. Auch Saudi-Arabien muss in diesem Zusammenhang genannt werden, da es sich mehr oder weniger ausschließlich durch den Verkauf von Öl und Gas finanziert - alles fossile Energieträger, die es einzudämmen gilt. 

Auch von großen Wirtschaftsnationen wie China, Japan, Kanada und Indien fehlt ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz. Auch wenn Indien und China mittlerweile wesentlich mehr unternehmen als noch vor einigen Jahren, gehören sie zu den großen Verpestern. Japan verbrennt seit dem GAU in Fukushima wieder mehr Kohle - das wirft das Land zurück, was die Einsparung von Emissionen angeht. Außerdem geht der Ausbau der Erneuerbaren ähnlich wie in Deutschland viel zu langsam über die Bühne. Und so lange Kanada Ölsande schürft, steht es nicht auf der Seite der Klimaschützer. 

"Die Zerstörer manipulieren weiter das System"

Das Motto dieser Weltklimakonferenz war "Zeit zu Handeln". Das hat leider nicht geklappt. Am ehesten haben die Blockierer gewonnen und eine weitreichende und ambitionierte Abschlusserklärung erfolgreich verhindert. "Staaten wie Australien, Brasilien oder China nehmen hier allen emotionalen Appellen zum Trotz Länder als Geisel, denen das Wasser wortwörtlich bis zum Hals steht", kommentierte Olaf Bandt, der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

"Die Zerstörer manipulieren weiter das System", ergänzte Vanessa Nakate, die Gründerin von "Youth for Future Africa" aus Uganda. Und was sagt Laurence Tubiana, die Architektin des Pariser Abkommens, zu dem Ergebnis aus Madrid? "Das Pariser Abkommen ist für die Sicherheit des Planeten zu wichtig, als dass es der kurzsichtigen Politik der Großmächte der Welt zum Opfer fallen darf. 2020 ist das Jahr, in dem alle Länder neue und wirklich verbesserte Klimapläne vorlegen müssen."