Weihnachten vor 20 Jahren

Damals 1999: Jahrhundert-Orkan Lothar lehrte Deutschland das Fürchten

ARCHIV - 13.12.2000, Baden-Württemberg, Simonswald: Ein von Orkan «Lothar» zerstörtes Waldstück in Simonswald im Schwarzwald. Der Orkan vom 26. Dezember 1999 hinterließ allein in Baden-Württemberg rund 40 000 Hektar Kahlflächen. (zu dpa: «Orkan Lotha
Waldschäden nach Orkan "Lothar" © dpa, Rolf Haid, tm bwe

Ein beispielloses Orkan-Tief verwüstet Teile von Deutschland

Die Schäden waren immens, die Windgeschwindigkeiten brutal! Damals vor 20 Jahren, am 26. Dezember 1999 fegte Orkan Lothar über den Südwesten Deutschlands hinweg. In Spitzen erreichte das Tief Windgeschwindigkeiten von bis zu 272 km/h, europaweit starben 110 Menschen und die Versicherungsschäden lagen bei über 6 Milliarden US Dollarn. Der Orkan wurde damit zu einem der weltweit teuersten Versicherungsfälle.

Orkan Lothar war blitzschnell

Hubschrauberbild vom Donnerstag, 4. Mai 2000, zeigt den Mooskopf bei Durbach im Schwarzwald, der nach dem Orkan Lothar vom Dezember 1999 fast kahl ist.
Hubschrauberbild vom Donnerstag, 4. Mai 2000, zeigt den Mooskopf bei Durbach im Schwarzwald, der nach dem Orkan Lothar vom Dezember 1999 fast kahl ist. Nach Aufräumungsarbeiten liegen die sortierten Baumstämme in Reihen. (AP Photo/Iris Rothe) © AP, picture alliance/AP Images, IRIS ROTHE

Orkan Lothar war ein so genannter Schnellläufer, der sich auf dem Nordatlantik bildete und dann über Frankreich, die Schweiz und Deutschland hinwegzog. Im Schwarzwald dauerte es nur knapp zwei Stunden bis alles vorbei war. 

Der Wald hat sich vom Orkan erholt, doch es lauern neue Gefahren

In Frankreich und in der Schweiz, aber auch im Schwarwald, in Schönbuch und Rammert kam es zu immensen Waldschäden. Allein in Baden-Württemberg wurden 30 Millionen Kubikmeter Holz vernichtet, so viel wie sonst in drei Jahren Forstwirtschaft gefällt wird. Durch quer liegende Baumstämme kam es lokal zu tagelangen Straßensperren und erheblichen Störungen im Schienenverkehr. Forstunternehmen aus Schweden, Finnland und Polen halfen den geschädigten Regionen und halfen bei der Beseitung des Sturmholzes. Durch das Überangebot gingen die Holzpreise zurück - so wurde Lothar auch finanziell eine Katastrophe.

Zeitgleich wurde der Wald jedoch auch verjüngt. Lothar hat vor allem hohe Fichten gefällt. Nachgewachsen sind deutlich robustere Laubbäume. Ein vergleichbarer Sturm würde heute deutlich geringere Schäden verursachen. Doch die Gefahren sind heutzutage ohnehin andere. Durch die extreme Trockenheit und die Hitze sind es vor allem Borkenkäfer, Waldbrände und Wasserknappheit, welche den Waldexperten zu schaffen machen. Deren finanzielle Folgeschäden sind deutlich höher als die von Lothar und anderen Orkanen.