CO2-Fußabdruck: Das ist Ihr persönlicher Beitrag zur Klimaerwärmung

Der CO2-Fußabdruck eines jeden lässt das Eis der Arktis schmelzen

Der Klimawandel ist für die meisten Menschen sehr abstrakt, noch mehr, was sie persönlich dagegen tun können. Eine gewisse fatalistische "Mir-doch-egal-ich-kann-eh-nix-tun-Haltung" stellt sich ein. Das ist nicht gut. Für jede Tonne Kohlendioxid, die ein Mensch irgendwo auf der Erde freisetzt, schrumpft das sommerliche Meereis um drei Quadratmeter, wie die Forscher im Fachmagazin 'Science' berichten. Was Ihr persönlicher Beitrag ist, zeigen wir im Video.

Eine Tonne CO2-Ausstoß entspricht drei Quadratmetern Eisverlust

Dirk Notz vom Max-Planck-Institut für Meteorologie und Julienne Stroeve vom US-National Snow and Ice Data Center haben für ihre Studie im Fachmagazin 'Science' untersucht, wie die Ausdehnung des arktischen Meereises und CO2-Emissionen voneinander abhängig sind. Sie stellten fest, dass zwischen der Eisbedeckung im September und dem von Menschen verursachten CO2-Ausstoß ein fast linearer Zusammenhang besteht.

Pro Tonne CO2-Ausstoß schrumpft das arktische Sommermeereis um drei Quadratmeter, berechneten die Wissenschaftler. Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck eines Deutschen, also die Menge an CO2-Emissionen, die er verursacht, liegt nach Angaben des Bundesumweltamts bei etwa 12 Tonnen CO2 (inklusive der Treibhausgase Methan und Lachgas) im Jahr. 36 Quadratmeter Eis-Verlust im Jahr geht also auf Ihre Kosten! Das sitzt, oder?

Das Abtauen der Arktis ist also in vollem Gang: In den letzten vierzig Jahren hat sich die Fläche des sommerlichen Meereises etwa halbiert – und der Eisschwund hält an.

So schwindet das Eis der Arktis dahin:

Ein Überseeflug und 5 Quadratmeter Arktis sind weg.

Noch anschaulicher wird die eigene Schuld, wenn man konkrete Beispiele kennt: "Wir können damit zum Beispiel direkt ausrechnen, dass die Kohlendioxid-Emissionen auf einem Hin- und Rückflug von Frankfurt nach San Francisco pro Sitz etwa fünf Quadratmeter Meereis in der Arktis abschmelzen lassen", so Stroeve. 

Nebenbei berechneten die Forscher, wann das arktische Meereis komplett geschmolzen sein wird. Nur noch 1.000 Gigatonnen CO2 seien zusätzlich nötig, bis die Arktis im September eisfrei ist. "Angesichts der gegenwärtigen Emissionen von rund 35 Gigatonnen CO2 pro Jahr wird diese Schwelle noch vor Mitte dieses Jahrhunderts erreicht werden", berichten Notz und Stroeve.