Die Wunder-Korallen dürfen nicht sterben

Wasser 4 Grad zu warm - 43 Millionen sollen das Great Barrier Reef retten

von Bernd Fuchs und Claudia Träger

Das Graet Barrier Reef in Australien erleidet gerade die sechste Korallenbleiche in Folge. Grund sind die gestiegenen Meerestemperaturen. Das Riff-Wasser ist aktuell im Vergleich zu vergangenen Zeiten 4 Grad wärmer. Millionen hitzeresistenter Korallen sollen nun gepflanzt werden, um das Weltkulturerbe vor dem Klimawandel zu schützen.

2 Grad Erwärmung - nur 2 Prozent der Korallen überleben

Nach international anerkannten Schätzungen könnten schon bei einem Temperaturanstieg von nur 1,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts 70 bis 90 Prozent der Korallen weltweit sterben – das Great Barrier Reef in Australien inklusive. Es ist mit einer Länge von rund 2.300 Kilometern entlang der Küste des Bundesstaates Queensland das größte Korallenriffsystem der Erde.

Wenn die globale Erwärmung 2 Grad erreicht, würden sogar nur ein bis zwei Prozent der Tiere überleben.

Das Great Barrier Riff ist von oben und unten schön.
Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens

Der Klimawandel trifft Korallen doppelt

1. Die Korallen leben mit den Algen, die sie so schön bunt machen, in Symbiose. In dem immer wärmer werdenden Wasser stoßen sie die Algen aber ab. Übrig bleibt das bleiche Skelett der Korallen. Sie bekommen keinen Zucker mehr von den Algen und werden geschwächt.

2. Immer mehr CO2 gelangt von der Luft in die Meere und macht das Wasser saurer. Dadurch können Korallen ihre Kalkskelette schlechter bilden.

Das Verschwinden der bunten Korallenriffe gehört zu einem der Kippelemente im Klimasystem der Erde. Wenn sie sterben, kann es zu Kettenreaktionen kommen, die den Klimawandel noch schneller vorantreiben würden. Zudem bilden die Korallen die Basis der Nahrungsketten in den Ozeanen. Wenn sie nicht mehr da sind, werden von ihnen abhängige Tierarten ebenfalls verschwinden.

Das Great Barrier Reef: Alles so schön bunt hier - noch

Auf diesem von der Great Barrier Reef Marine Park Authority zur Verfügung gestellten Foto schwimmen kleine Fische in den Gewässern des Ribbon Reef 10 in der Nähe von Cairns, Australien.
Ein Wunder der Natur: das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens.

Einer Information des WWF von 2015 zufolge finden sich im Great Barrier Reef

  • mehr als 600 Korallenarten (Steinkorallen, Weichkorallen)
  • mehr als 200 Vogelarten
  • mehr als 30 Wal- und Delfinarten
  • 6 der 7 Meeresschildkrötenarten
  • 133 Arten von Haien und Rochen
  • 1.625 Fischarten, einschließlich 1.400 riffbewohnende Arten
  • mehr als 3.000 Weichtierarten (v.a. Muscheln)
  • 630 Arten von Stachelhäutern (einschließlich Seesternen und Seeigel)
  • 14 Seeschlangenarten.

Hoffnung 1 fürs Great Barrier Reef: Neue Korallenzüchtungen

Im Meeresforschungsinstitut AIMS in Queensland simulieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedliche Klimabedingungen und versuchen, hitzeresistente Korallen zu züchten, die dann an den Riffen eingesetzt werden können. Doch das kann natürlich nur an einzelnen Stellen helfen. Die Korallenbleiche ist aber nur ein Symptom der sich erwärmenden Ozeane.

Hoffnung 2 fürs Great Barrier Reef: Korallen-Transplantation

Etwa zwei Drittel des Riffs gelten mittlerweile als zerstört, die meisten Korallen dort sind ausgeblichen oder abgestorben. Doch es gibt Hoffnung: Forschern ist es jetzt erstmals gelungen, Korallen zu transplantieren. Sie machen sich den Prozess des „Sex on the Reef“ zunutze.

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(ctr)