Wenn die Autofahrt außer Kontrolle gerät

Mit dem Starkregen steigt die Gefahr von Aquaplaning

Aquaplaning droht, wenn das Wasser auf den Straßen nicht schnell genug abfließt.
Grundsätzlich kann Aquaplaning auf allen Straßen mit erhöhtem Wasserstand auftreten. Überall dort, wo Regenwasser nicht richtig abfließt. © iStockphoto

Aquaplaning ist der Graus jedes Autofahrers

Mit großen Regenmengen kann die Autofahrt auf nassen Straßen schnell zur unfreiwilligen Rutschpartie werden. Aquaplaning wird dann definitiv eine Gefahr, mit der Autofahrer rechnen müssen. Es sind Wetterbedingungen, vor denen es jeden Autofahrer nur so graust. Um die Gefahr zu minimieren, beantworten wir ein paar Fragen rund um das Thema Aquaplaning.

Was ist Aquaplaning?

Bei Starkregen fahren die Autos am 03.06.2017 auf der Bundesstraße 10 bei Esslingen-Sirnau (Baden-Württemberg). Foto: Andreas Rosar/dpa | Verwendung weltweit
Gerade Starkregen erhöht die Gefahr von Aquaplaning. Besonders auf Autobahnen ist wegen der hohen Geschwindigkeiten daher Vorsicht geboten. © picture alliance / Andreas Rosar, Andreas Rosar, kde

Um sich vorbereiten zu können, muss zuerst erklärt werden, was genau Aquaplaning ist. Wenn die Straßen sehr nass sind, kann es passieren, dass man auf dem Wasser „schwimmt“. Das liegt daran, dass die Wassermassen auf der Straße vom Reifen nicht mehr verdrängt werden können, da sie nicht mehr abfließen können. Der Reifen verliert die Haftung und es kommt zum sogenannten „Aufschwimmen“. Die fehlende Haftung führt dazu, dass der Fahrer keine Kontrolle mehr über sein Fahrzeug hat. Lenken oder bremsen werden nahezu unmöglich.

Besondere Gefahr geht von Spurrillen aus. Je ausgeprägter sie sind, desto gefährlicher können sie werden. Grundsätzlich kann Aquaplaning auf allen Straßen mit erhöhtem Wasserstand auftreten. Überall dort, wo Regenwasser nicht richtig abfließt. Das gilt auch besonders in Senken, Unterführungen oder Kurven.

Tipps, um Aquaplaning zu vermeiden

Bei Aquaplaning geraten Autos leicht außer Kontrolle.
Bei Aquaplaning gerät das Auto außer Kontrolle, weil die Räder keine Haftung auf dem Asphalt mehr haben, sondern auf der Straße schwimmen. © Getty Images/iStockphoto, panaramka

Jedes Jahr verunglücken Tausende Autofahrer auf nassen Straßen. Damit Sie sicher durchkommen, sollten Sie unbedingt die folgenden Tipps beachten.

Wie kann ich Aquaplaning vermeiden?

  • Oberste Regel: Fahren Sie vorausschauend! Passen Sie die Geschwindigkeit und Ihr Fahrverhalten der jeweiligen Wetterbedingung an. Schwarze, tief stehende Wolken, plötzliche Windböen und dicke Regentropfen können die ersten Anzeichen für Starkregen sein. Vergrößern Sie dementsprechend den Abstand zum vorausfahrenden Auto. Bei Starkregen und nasser Fahrbahn steigt die Aquaplaning-Gefahr oberhalb von 80 Kilometern pro Stunde deutlich an. Je mehr es regnet, desto langsamer sollte gefahren werden, denn die Gefahr von Aquaplaning kann dann bereits bei Geschwindigkeiten unter 80 km/h auftreten.

Wie reagiere ich bei Aquaplaning richtig?

  • Führen Sie auf keinen Fall abrupte Lenk- und Bremsaktionen aus. Das führt sehr häufig zum Schleudern oder kompletten Ausbrechen des Pkw, vor allem sobald die Reifen wieder auf der Straße haften. Verringern Sie vorsichtig die Geschwindigkeit: Gang rausnehmen und ausrollen lassen. Bei Fahrzeugen mit ESP (Elektronisches Stabilisierungs-Programm) auf keinen Fall die Kupplung treten, sonst ist das ESP inaktiv. Automatikfahrer sollten die Fahrstufe nicht verändern und langsam Druck vom Gaspedal wegnehmen, damit die Motorbremse nicht ausgelöst wird.

Regen und Gewitter im Blick

Aquaplaning: Gute Reifen mindern die Gefahr

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Gesetzlich ist ein Reifenprofil von mindestens 1,6 Millimetern vorgeschrieben – sicherer sind jedoch 3 Millimeter.

Wo ist die Gefahr von Aquaplaning am größten?

  • In Kurven, Spurrillen und Unterführungen sammelt sich sehr häufig Wasser an. Auf breiten Straßen mit mehreren Fahrbahnen fließt das angestaute Wasser langsamer ab. Das sind dann auch meist die Straßen, wie Autobahnen, auf denen Autofahrer mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs sind. In sogenannten S-Kurven steht das Wasser meistens im Übergang von der einen zur anderen Kurve. Auf Straßen neben Berg- und Felshängen kann es auch vermehrt zu Aquaplaning kommen.

Was ist die richtige Reifenprofiltiefe?

  • Gesetzlich ist ein Reifenprofil von mindestens 1,6 Millimetern vorgeschrieben – sicherer sind jedoch 3 Millimeter. Tests haben gezeigt, dass es mit einem Profil von 3 Millimetern und weniger beim Bremsen ausreicht, wenn die Straße nur feucht ist, um Aquaplaning auszulösen.Fakt ist: Ein gutes Reifenprofil in Kombination mit ausreichendem Luftdruck verbessert die Wasserverdrängung und gibt mehr Halt auf regennasser Fahrbahn.

Sind breite oder schmale Reifen besser auf nassen Straßen?

  • Generell sind schmalere Reifen besser gegen Aquaplaning geeignet, da sie das Wasser quasi „durchschneiden“. Breite Reifen müssen mehr Wasser verdrängen, weshalb die Hersteller dort besonders auf das geeignete Profil achten. Das Wasser fließt langsamer ab als bei einem schmaleren Reifen und staut sich davor als Bugwelle. Schon bei geringeren Geschwindigkeiten kann somit Aquaplaning auftreten. Wichtig bleibt bei beiden Reifensorten, dass das Profil in Ordnung ist. Abgefahrene Reifen sind auf jeden Fall die schlechteste Wahl.

Wie sieht es mit der Versicherung bei Aquaplaning aus?

Aquaplaning: Diese Tipps helfen, um das Auto vorm Ausbrechen zu bewahren.
Durch ihr hohes Gewicht und geringere Geschwindigkeiten sind Lkw vor Aquaplaning eher sicher. © Getty Images, Bidstrup

Bis zu welcher Reifenprofiltiefe gilt der Versicherungsschutz?

  • Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe darf 1,6 Millimeter nicht unterschreiten. Wenn das Profil zu gering ist, erhöht sich automatisch das Unfallrisiko. Kommt es dann zu einem Unfall, bei dem Aquaplaning nachweislich die Ursache war, kann das vor Gericht als grob fahrlässig ausgelegt werden und der Versicherungsschutz erlischt.

Wer haftet bei einem Unfall durch Aquaplaning?

  • Grundsätzlich können Autofahrer bei Unfällen durch Aquaplaning nicht Bund, Länder oder Gemeinden haftbar machen. Das hat das Landgericht in Mainz entschieden. Demnach spreche in diesen Fällen vielmehr dafür, dass der Autofahrer trotz des Wassers auf der Fahrbahn die angemessene Geschwindigkeit nicht eingehalten habe und es deshalb zu dem Unfall gekommen sei.

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(kfb)