Astronom erntet Kritik

Harvard-Professor Loeb und die Suche nach außerirdischem Leben

Der Harvard-Professor Avi Loeb kritisiert seine Wissenschaftskollegen nicht offen für die Idee vom Besuch Außerirdischer auf der Erde zu sein. Gerade nach der Veröffentlichung seines Buches über den rätselhaften Himmelskörper Oumuamua distanzierten sich einige Forscher von dem Astronomen.

Spekulationen um Aliens nicht ausgeschlossen

Oumuamua, Asteroid, Interstellar
Oumuamua wurde 2017 von Hawai aus entdeckt. Besonders seine längliche Form fällt ins Auge.

Seine Aussage, er halte den Oumuamua (Späher/erster Bote) genannten Himmelskörper für Alientechnologie, hatte vor ein paar Jahren für Aufsehen gesorgt. Die Rede ist von dem Harvard-Professor Avi Loeb. Vor allem seine Größe, Form und die Geschwindigkeit hatten den renommierten Astronomen annehmen lassen, es handele sich möglicherweise um das künstliche Solar Segel eines Raumschiffs.

Weitere Untersuchungen anderer Wissenschaftler konnten allerdings keine Hinweise finden, um die These zu bestätigen. Loeb stand mit seiner Meinung recht allein da und trotzdem hat will der Professor keine Möglichkeit von vornherein ausschließen, wie ein Interview mit der britischen Internetzeitung The Independent zeigt. Dort kritisiert der 60-Jährige seine Kollegen, die versuchten ihn zum Schweigen zu bringen, seit er auch Spekulationen um außerirdisches Leben als Erklärung für unbekannte Phänomene nicht ausschließt.

Hälfte aller sonnenähnlicher Sterne hat erdähnlichen Planet

„Ich dachte, wenn ich Wissenschaftler werde, sei ich von Gleichgesinnten umgeben, die Antworten auf Fragen finden wollen, indem sie Beweise sammeln und versuchen, es zu erklären, wie ein Detektiv. Und leider ist das im Moment nicht die Realität“, erklärt er dem Independent. Loeb bezeichnet es als menschliche Arroganz, davon auszugehen, dass Aliens nicht existierten.

„Wir wissen, dass die Erde nicht einzigartig ist, sondern sehr häufig vorkomme. Etwa die Hälfte aller sonnenähnlichen Sterne hat Planeten von der Größe der Erde in der gleichen Entfernung. Die meisten Sterne entstanden Milliarden von Jahren vor der Sonne.“ So sei es einfach nur gesunder Menschenverstand, davon auszugehen, dass Leben auch außerhalb unseres Sonnensystems entstanden sein könnte.

Oumuamua kein Asteroid oder Komet

Mysteriöser Asteroid Komet Oumuamua
So stellen sich Forscher Oumuamua vor: Das Objekt hatte allerdings keinen richtigen Kometenschweif.

Gerade sein Buch „Extraterrestrial: The First Sign of Intelligent Life Beyond Earth“ brachte ihn in Verruf. Darin beschreibt der ehemalige Vorsitzende der Abteilung für Astronomie an der Havard-Universität, warum er Oumuamua für etwas anderes halte als einen Kometen. Das Objekt kam von außerhalb unseres Sonnensystems und war nur für rund 11 Tage für Wissenschaftler zu beobachten. Aufgrund seiner seltsamen Umlaufbahn und dem fehlenden Schweif konnte es seiner Meinung nach kein Asteroid oder Komet sein. Auffällig war außerdem seine ungewöhnliche Zigarrenform und die Zunahme der Geschwindigkeit als es unser Sonnensystem wieder verließ. Letztere verhinderte auch, dass das Objekt nicht von der Sonne eingefangen werden konnte.

Der Neanderthaler und das Handy

Die Versuche seiner Wissenschaftskollegen den Himmelskörper zu erklären, vergleicht Loeb mit einem Höhlenmenschen, der ein Handy finde. Wenn ein Neanderthaler ein Smartphone gefunden hätte, hätte er es wahrscheinlich für einen ungewöhnlichen Stein gehalten. „Trotzdem gibt es eine Möglichkeit, herauszufinden um was sich handelt. Der Höhlenbewohner könnte ein paar Knöpfe drücken und herausfinden, dass dieses Objekt seine Stimme aufnimmt und dass es kein Stein, sondern etwas anderes ist.“

Man müsse laut dem Professor allerdings für solche Idee aufgeschlossen sein und bereit dafür Beweise zu sammeln, die Überraschungen bergen. Zwar mache dem Astronomen die Kritik seiner Kollegen an seiner Idee von außerirdischer Technologie nichts aus, trotzdem hätte er sich ein Bärenfell zulegen müssen, um sich davor zu wappnen.

Avi Loeb fühlt sich wie Galileo Galilei

Computergraphik der Planeten Sonne und Erde.
Das sich die Welt um die Sonne dreht war zur Zeit von Galileo Galilei noch unvorstellbar.

Überhaupt habe er in den vergangenen 12 Monaten mehr als 2.000 Interviews gegeben. Das Gespräch mit Laien sei ihm wichtiger als die Diskussion in einer geschlossenen Gruppe von Wissenschaftlern. Das ungebrochene Interesse an seinem Buch und nicht identifizierten Himmelskörpern haben ihn dazu bewogen sich seinem Galileo-Projekt zu widmen. Dabei soll der Nachthimmel nach außerirdischem Leben abgesucht werden. Der Name passt, denn in seiner gegenwärtigen Situation vergleicht sich der Professor mit dem Wissenschaftler Galileo Galilei, der nach der Entdeckung, dass sich die Erde um die Sonne dreht, die letzten 10 Jahre seines Lebens unter Hausarrest verbrachte.

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(kfb)