Tickende Zeitbomben

Die 10 gefährlichsten Vulkane der Welt

von Moritz Nolte

In den letzten Wochen und Monaten war wieder vermehrt von Vulkanausbrüchen zu hören und zu lesen. Immer wieder legen Vulkanausbrüche auch den Flugverkehr lahm. Dabei wirken Vulkane auf uns Menschen meist mystisch und erhaben. Wenn große Vulkane ausbrechen, bedrohen sie aber nicht nur das Leben in ihrer Umgebung: Sie können auch das Klima weltweit beeinflussen und ganze Gesellschaften ins Chaos stürzen. Die folgenden 10 Vulkane sind noch aktiv und gehören zu den gefährlichsten der Welt.

10. Der Masaya

Der Santiago-Krater des Masaya-Vulkans.
Der Masaya ist einer der aktivsten Vulkane in Nicaragua.

Der Masaya in Nicaragua hat eine enorme Explosionskraft und eine hohe Ausbruchshäufigkeit. Kommt es zu einer schweren Eruption, sind bis zu 3 Millionen Menschen in Gefahr. Ende 2015 hat sich in einem der Krater ein neuer Lava-See gebildet. Dieser ist immer noch aktiv und misst Temperaturen von bis zu 1200 Grad Celsius.

9. Der Taal

Der Vulkan Taal auf den Philippinen
Aktuell sieht der Taal wie ein verschlafener Berg inmitten der Natur aus - das kann sich aber schnell ändern.

Der Taal ist 400 Meter hoch und liegt auf der philippinischen Insel Luzon. Da der Taal keine 50 Kilometer entfernt von der philippinischen Hauptstadt Manila liegt, wären bei einem Ausbruch bis zu 21 Millionen Menschen in Gefahr. Zuletzt kam es 2020 zu einer Eruption. Die Asche stieg gut 16 km hoch und regnete in großem Umkreis nieder. Mehrere Dörfer wurden komplett mit Asche bedeckt. Einige Hausdächer stürzten ein. Auch in Manila regnete es Vulkanasche, was zur Folge hatte, dass der internationale Flughafen seinen Betrieb einstellen musste.

8. Der Unzen

Der Unzen in Japan
Über 30 Jahre ist der letzte Ausbruch des Unzen in Japan her.

In Japan sind Erdbeben und Vulkanausbrüche keine Seltenheit. Der bedrohlichste Vulkan im Land der aufgehenden Sonne ist der Unzen. Den stärksten Ausbruch verzeichnete der Vulkan im Jahr 1792: Durch die Eruption rutschte ein Teil des Vulkans in das Meer, was zu 20 Meter hohen Tsunamis führte. Danach war fast 300 Jahre Ruhe. Seit den 1990er Jahren ist der Unzen aber wieder aktiver.

7. Der Popocatépetl

Vulkan in Mexiko: Popocatépetl
Beim Popocatépetl ist der Name Programm. Er stammt aus dem Aztekischen und bedeutet "Rauchender Berg".

Der Popocatépetl in Mexiko ist mit einer Höhe von 5.462 Metern einer der höchsten Vulkane der Welt. Die Explosionskraft der letzten Ausbrüche war zwar eher gering, der Schein könnte aber trügen. Seit knapp 25 Jahren ist der Vulkan immer aktiver und es kommt zu regelmäßigen Explosionen. Besonders gefährlich: Die Metropole Mexiko-Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern ist nur gut 60 Kilometer entfernt.

6. Der Yellowstone

Der Yellowstone - ein Vulkan in den USA
Der Yellowstone - ein unscheinbarer Supervulkan

Der Yellowstone gehört zu den sogenannten Supervulkanen. Ein Supervulkan hat eine verhältnismäßig große Magma-Kammer. Unter dem Yellowstone-Nationalpark befindet sich eine genau solche: Die Magma-Kammer ist 60 Kilometer lang und 35 Kilometer breit. Bricht dieser Vulkan aus, könnte die ganze Welt mit den Folgen zu kämpfen haben, denn ein Ausbruch würde das globale Klima verändern und zu einem großen Artensterben führen.

5. Der Kilauea

Ausbrechender Kilauea-Vulkan auf Hawaii
Der Kilauea auf Hawaii bricht immer wieder aus

Der Kilauea liegt auf Hawaii. Der Vulkan zählt zu den aktivsten der Welt. Sein Name bedeutet „spucken“ – nicht soweit hergeholt, denn zwischen 1983 und 2018 spuckte der Vulkan fast ununterbrochen Lava. Spektakulär sind die dadurch entstehenden Lavaseen und Lavafontänen. Oft fließen Lavaströme bis ins Meer. 2018 wurden aber auch hunderte Häuser durch die austretende Lava zerstört.

4. Der Nyiragongo

Nyiragongo in Kongo
Der Nyiragongo ist einer der aktivsten Vulkane der Welt

Der Nyiragongo ist ein Schildvulkan in der Demokratischen Republik Kongo. In seinem Krater kocht ein Lavasee und durch seine extrem dünnflüssige Lava ist er besonders gefährlich. Die Lava kommt aus extremer Tiefe und fließt aufgrund ihrer Beschaffenheit extrem schnell. Eine rechtzeitige Flucht wird so erschwert. 2002 wurden zehntausende Menschen obdachlos, als die Lava auf die Großstadt Goma zuströmte. Zusammen mit dem benachbarten Nyamuragira verursacht der Feuerberg 40 Prozent aller vulkanischen Eruptionen Afrikas.

3. Der (Anak) Krakatau

Diese Luftaufnahme zeigt vulkanisches Material, das aus dem Krater des Vulkans Anak Krakatau in der Sunda-Meerenge ausbricht
Vulkan Anak Krakatau

Im Jahr 1883 kam es zu einer der gewaltigsten Vulkan-Explosionen der Geschichte. Der Krakatau zwischen Sumatra und Java zerstörte sich bei einer gewaltigen Eruption selbst. Die Explosion soll noch im 4.800 Kilometer entfernten Mauritius zu hören gewesen sein. Tsunamis mit bis zu 40 Meter hohen Wellen überfluteten die angrenzenden Küstenregionen. Seit 1927 entwickelt sich dort ein neuer Vulkan: Anak Krakatau. Dieser zählt schon heute zu einem der aktivsten der Welt. 2018 verursachten die Hangrutschmassen einen Tsunami, der ohne Vorwarnung auf die Küsten der umliegenden Inseln brandete. Es starben mindestens 439 Menschen.

2. Der Merapi

Merapi-Vulkan auf der Insel Java in Indonesien.
Der Merapi ist ein Schichtvulkan auf der Insel Java in Indonesien

Der Merapi befindet sich in direkter Nähe zur indonesischen Großstadt Yogyakarta. Beim Merapi handelt es sich um einen Hochrisiko-Vulkan. Er ist extrem aktiv: hochexplosiv und oft gehen Glutlavinen ab. Er ist dicht besiedelt, dadurch enden seine Vulkanausbrüche oft katastrophal. Zuletzt starben im Jahr 2010 mehr als 350 Menschen – 300.000 Menschen mussten fliehen. Damals stieß er zuerst eine Hitzewelle aus, die über ein indonesisches Dorf fegte, gefolgt von Ascheregen und heißem Schlamm.

1. Der Vesuv

Vesuv in Italien
Nicht ganz ungefährdet: Die vielen Häuser am Fuße des Vesuv

Kein Vulkan wird derzeit gefährlicher eingestuft als der Vesuv. Er zählt zwar zu den am besten überwachten Vulkanen, hier wurde beispielsweise eines der ersten vulkanologischen Observatorien errichtet, dennoch scheint eine Katastrophe programmiert. Momentan ruht der Vesuv zwar, seit 1944 war er nicht mehr merklich aktiv, doch er könnte schnell erwachen. Zu seinen Füßen hat sich die blühende Stadt Neapel entwickelt - fast drei Million Menschen leben und arbeiten im Großraum. Und obwohl es Evakuierungspläne gibt, würden sich diese im Falle eines kurzfristigen Vulkanausbruchs nur schwer umsetzen lassen. Auf jahrhundertelange Ruhepausen folgen meist extrem heftige Ausbrüche, die riesige Mengen an Gasen, Aschen und Gestein freisetzen. An den Hängen rasen dann gewaltige Lava-Ströme hinab.

Vulkan-Gefahr in Deutschland

Pulvermaar in der Eifel
Das Pulvermaar bei Daun in der Vulkaneifel.

Auch in Deutschland sind einige Vulkane zu finden. Diese sind aber alle nicht aktiv.
Die Vulkane in der Eifel beispielsweise haben sich in den vergangenen 700.000 Jahre gebildet, die jüngsten sind aber gerade einmal 10.000 Jahre alt. Sie gehören damit zu den jüngsten Vulkanen Deutschlands. Zwar ist in nächster Zeit nicht mit einem Ausbruch zu rechnen, auf lange Sicht sind Eruptionen in der Eifel jedoch nicht unwahrscheinlich.

Die nächstgelegenen aktiven Vulkane sind tatsächlich der Vesuv, der Ätna und der Stromboli in Süditalien.

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(mno)