Winter-Prognose

Darum kann jetzt schon eine Aussage über den Winter getroffen werden

von Björn Alexander und Karim Belbachir

Es dauert zwar noch ein paar Stunden, bis der Winter an die Türe klopft, aber trotzdem ist das Interesse am Winterwetter schon jetzt groß. Wie verlässlich sind Prognosen für die kommende Jahreszeit wirklich? Meteorologe Björn Alexander gibt einen Einblick und wagt eine Prognose für die anstehenden Wintermonate.

Was beeinflusst den Verlauf des Winters in Mitteleuropa?

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Nach den aktuellen Prognosen setzt Ende November das Winterwetter ein.

Maßgeblich ist dafür natürlich die Situation der Großwetterlagen verantwortlich. Also wie die Hochs und Tiefs sich verteilen, welche längerfristigen Konstellationen sich ergeben und welche Luftmassen sich dann zu uns auf den Weg machen können. Wie wetter.de-Meteorologe Björn Alexander weiß: „Ein Big-Player in diesem Winterroulette ist unter anderem der Polarwirbel. Ist er stark, dann ist es auch eine starke Barriere vor den kalten und eiskalten Luftmassen aus nördlichen und östlichen Breiten. Denn dann überwiegen eher westliche bis südwestliche und dementsprechend milde Luftmassen. Ist er schwach, dann sind die Chancen für polare, arktische oder gar sibirische Luftmassen erhöht.“

Wie kommen saisonale Vorhersagen zustande?

Wettervorhersage für 180 Tage in Köln
Als Beispiel für den Temperatursturz haben wir Köln gewählt. Ende November liegen die Temperaturen hier bereits nur noch im einstelligen Bereich. Im Dezember geht es dann deutlich nach unten. (Stand der Vorhersage: 3. November)

Die experimentellen Langfristvorhersagen für Wochen oder gar Monate dienten ursprünglich vor allem dem Energiesektor. Zu warm, zu kalt – das sind Aussagen, die selbst bei gar nicht so großer Genauigkeit großes Potential bei Schätzungen und Planungen liefern. Und das ist auch der maßgebliche Unterschied zur klassischen Wettervorhersage, die ganz andere Ansprüche in Sachen Prognosequalität hat.

Welche Unterschiede es im Vergleich zur klassischen Wettervorhersage macht, erklärt Alexander so: „Im Gegensatz zu langfristigen Druckverteilungen will die klassische Wettervorhersage nicht Trends oder Tendenzen angeben, sondern tages- und stundengenaue Prognosen liefern. Damit spielen klassische und abgeleitete meteorologische eine große Rolle und haben natürlich eine ganz andere Genauigkeit.“

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Welche Daten werden ausgewertet?

Die beste Vorhersage liefert immer die größte Datengrundlage. Insofern spielen sämtliche Wetter-, Klima- oder Satellitendaten die Hauptrolle. Und je größer und genauer das Messnetz ist, umso besser werden die Berechnungen. Temperaturen, Wolken, Wind, Feuchtigkeit oder Niederschlag. Und zwar sowohl unten am Boden, als auch in höheren Atmosphärenschichten.

Wie sicher die Ergebnisse sind kommt auf die Wetterlage und den gewünschten Parameter an. „Sommerliche Gewitterlagen haben durchaus große Ungenauigkeiten – auch noch kurz vor den Ereignissen. Einen Kaltfrontdurchgang oder Sturmfelder sind hingegen wesentlich genauer“, erklärt der Meteorologe. Grundsätzlich bewegen wir uns aber bei Vorhersagen über Tage bei 70 Prozent und deutlich mehr. Bei den experimentelle Langfristvorhersagen gilt: diese Genauigkeit sind überhaupt nicht zu leisten. Aber die Aussage „Der Dezember 2022 wird zu warm” ist durch den Klimawandel und die Erfahrung zu über 70 Prozent ebenfalls leicht zu machen – selbst ohne Computermodelle. Bei anderen Größen, wie beim Niederschlag, ist es deutlich schwieriger.

Lese-Tipp: 42-Tage-Wettertrend: Wettercomputer mit eiskalten Vorhersagen

Und wie sieht die Prognose für den Winter derzeit aus?

Aktuell zeigen die experimentellen Berechnungen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA einen nur leicht zu warmen Verlauf für Dezember 2022 und den Januar 2023, während der Februar 2023 deutlich zu warm werden soll. Björn Alexander: „Nur leichte Abweichungen nach oben sind dabei durchaus ein Indiz für kalte Phasen und Abschnitte. Zumal auch die Trends basierend auf dem Europäischen Wettermodell einen eher zu kalten Dezember 2022 prognostizieren. Beim Niederschlag sieht es derzeit in Summe nach einem leicht zu trockenen bis durchschnittlichen Verlauf aus.“

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(bal, kfb)