Mittelgebirge dürfen sich auf weiße Pracht freuen

Fahrplan ins Winter-Comeback: Erst Sturm, dann Winter mit Neuschnee

von Oliver Scheel

Die gute Nachricht vorweg: Die „Regenzeit“ ist bald vorüber. Sie verabschiedet sich allerdings ziemlich stürmisch, ehe wir ab Sonntag polare Luft anzapfen, die uns ein Winter-Comeback beschert. So läuft der Fahrplan in den Winter.
Unser 7-Tage-Wettertrend: Jetzt kommt Schnee statt Regen

Stürmisches Wochenende vor allem an der Küste

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Am Samstag gibt es vor allem im Norden Sturm

Sturm: Bis sich die kühlere Luft mit der Einwinterung endgültig durchsetzt, müssen vor allem die Nordlichter noch durch eine stürmische Phase gehen. Schon jetzt, aber auch am Wochenende erwarten wir in der Nordhälfte im Flachland starke bis stürmische Böen. Im Bergland und an der Küste gibt es richtig Sturm mit schweren Sturmböen. Die läuten am Sonntag den Wetterwechsel ein. Vor allem direkt an der Küste und in exponierten Lagen wird der Sonntag ein sehr stürmischer Tag. An der Nordsee sind schwere Sturmböen bis über 100 km/h möglich – selbst einzelne Orkanböen bis Tempo 120 sind nicht auszuschließen.

Von Norden her kommt dann die kalte Luft, die zuerst Graupelschauer im Nordwesten und eine sinkende Schneefallgrenze bringt. Und damit sind wir bei der Rückkehr des Winters angelangt.

Wo fällt denn der Schnee - und wieviel wird es?

Winterintermezzo in den Alpen. Viele Einheimische und Touristen warten seit Mitte Dezember auf Schnee. Schnee, welcher in den Skigebieten dringend bentigt wird. Dieser ist seit den Nachtstunden reichlich gefallen und verbesserte die Wintersportbedingungen am Dienstag deutlich. Selbst im schneearmen Oberstdorf sind 10 cm Nassschnee gefallen Ð wenigstens etwas. Drohnenaufnahmen zeigen das tiefwinterliche Oberstdorf. Auch der Winterdienst musste seit langem wieder ausrcken. Dennoch fehlt in den meisten Skigebieten der Schnee. 10-20 cm Naturschnee Ð quasi ein Tropfen auf dem hei§en Stein. Nur oberhalb von 1000 Hhenmetern sind bis zu 40 cm Neuschnee gefallen. Ein Segen fr die Wintersportgebiete. So herrschte am Lift in Grasgehren guter Betrieb, wenn auch noch keine Massen an Touristen vor Ort waren. Viele Touristen nutzten die Gelegenheit die idealen Wintersportbedingungen zu testen. Anstatt Kunstschnee nun eine Naturschneepiste. Skifahrer beschreiben es mit: ãGestern null, heute traumhaft und spitzenm§igÒ. Rolf Burth freut sich besonders ber den Schnee. ãGestern war es nicht so schn, regnerisch. Aber heute Nacht hat es endlich geschneit und jetzt knnen wir endlich wieder Wintersport machen.Ò Leider wird dies alles nur ein Intermezzo sein. Ab morgen wird es wieder wrmer und regnerischer. Im Tiefland droht sogar ein Hochwasser. Nur in den hchsten Lagen der Westalpen wird es viel Neuschnee geben, vielleicht sogar zu viel.
Neuschnee in den Alpen: Auf solche Bilder dürfen wir uns nächste Woche wieder freuen.

Wintercomeback: Ab Sonntag wird es von Norden her schrittweise kälter. Zunächst fällt im Bergland Schnee. Die Schneefallgrenze sinkt im Laufe des Tages auf 600 bis 800 Meter. Das bedeutet für die Höhen von Sauerland, Rhön, Thüringer Wald, Fichtelgebirge und Erzgebirge: Es wird weiß.

Zum Beginn der neuen Woche fallen die Flocken dann auch bis in tiefere Lagen, so dass die Formel gilt: im Flachland nasskalt, im Bergland zunehmend winterlich mit Schnee und Rutschgefahr.

Welche Neuschneemengen sind zu erwarten? Bis Mitte der Woche fallen mindestens 5 bis 10 Zentimeter auf die jetzt noch grünen Bergkuppen. Die größten Schneemengen kommen wohl im Schwarzwald und am Alpenrand runter, da sind 30 bis 50 Zentimeter möglich. Da kommt dann richtig Winterfeeling auf, während es im Flachland wohl nur sporadisch und dann auch nur für ein paar Stunden weiß werden kann. Aber immerhin!

Winter will wieder mitspielen

Schneebedeckung am 17. Januar 2023 in Deutschland
Zum Wochenbeginn sind Schnee- und Graupelschauer auch bis ins Flachland möglich.

Nun bleibt noch die Frage, wie nachhaltig wird dieser Wintervorstoß? Es sieht tatsächlich ganz gut aus, dass der Schnee zumindest da erhalten bleibt, wo er so dringend gebraucht wird: auf den Bergen.

Auch die Liftbetreiber in den deutschen Mittelgebirgen können sich freuen und es mag sich wohl für sie lohnen, die Schneekanonen anzuwerfen. Das lassen die Temperaturen in der kommenden Woche absolut zu.

Motor des Winters - derPolarwirbel in der Vorhersage

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(osc)