Kälteschelle und Schnee auf Rekordniveau

Arktik-Outbreak lässt USA und Kanada bibbern - Große Seen versinken im Schnee

von Björn Alexander und Martin Pscherer

Schneemassen an den Großen Seen und eisige Kälte  in den USA liegen an einem Arktik_Outbreak.
Winter auf der Überholspur: Bereits letzte Woche gab es in den USA und Kanada zum Teil heftige Schneefälle

Die Eiszeit in weiten Teilen Nordamerikas geht in die nächste Runde. Wieder breitet sich arktische Kaltluft aus. Teilweise mit Tiefstwerten unter -20 Grad und mitunter kräftigen und tagelangen Schneefällen. Ein bitterkalter Gruß aus dem Hochwinter, der rekordverdächtig ist. Bis Sonntag könnte an manchen Orten so viel Schnee fallen wie noch nie an einem Stück.

Extrem kalte Luft schon im November

„Abermals breitet sich Kaltluft aus arktischen Breiten aus”, erläutert wetter.de-Meteorologe Martin Pscherer. Die Folge für Millionen Menschen in Nordamerika sind Verhältnisse wie im Hochwinter - also wie im Januar oder Februar, wenn der Winter für gewöhnlich seinen Höhepunkt erreicht. Nur das eben schon jetzt - Mitte November mit Kälte auf Rekordniveau.

Bibberwinter - Kältepol intensiviert sich

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Bittere Kälte hat weite Teile Nordamerikas im Griff

Ausgehend von einem starken Tief kommt die Kaltluft mit einer strammen Nordwestströmung über Kanada, den Mittleren Westen und die großen Seen Richtung Süden voran und erreicht im Laufe des Wochenendes und zu Beginn der kommenden Woche auch die Ostküste. Und während die Kälte direkt mit leichtem Frost an der Küste relativ zahm ankommt, geht es weiter im Landesinneren ganz anders zur Sache. In Iowa, Illinois oder Ohio mit zweistelligen Tiefstwerten gen -20 Grad oder darunter. Und selbst in Großstädten wie Chicago sind es locker um beziehungsweise unter -10 Grad.

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Eiszeit - gefühlte Temperaturen nochmals heftiger

Gleichzeitig weist Pscherer „auf einen teilweise lebhaften bis stürmischen Wind” hin. Das wirkt sich auf das Kälteempfinden aus. Denn je heftiger der Wind, umso kälter fühlt es sich auf der Haut an. Die sogenannte Windchill-Temperatur – am Beispiel der Millionenstadt Chicago – liegt morgens in der Früh gerne mal bei -15 bis -20 Grad. Im Umland sogar noch darunter. Und auch Frau Holle wird sich in den kommenden Tagen nicht lumpen lassen.

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Lake-Effekt an den Großen Seen

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Schnee ist erneut ein großes Thema

Denn ein besonderes Phänomen spielt sich rund um die Großen Seen ab. Hier treffen die hochreichende Arktikluft und die deutlich mildere Wasserfläche aufeinander. Die Folge ist die Entstehung von ausgeprägten und eher lokal begrenzten Schneefallgebieten, die es aber in sich haben können.

Zum Teil sieht Pscherer durch den Lake-Effekt in den Prognosen der Wettercomputer 30 bis 60 Zentimeter Neuschnee – stellenweise sogar mehr mit entsprechenden Verwehungen. Ein ziemlich heftiger Vorgeschmack auf den eigentlichen Winter, der im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sicherlich einige Extremwetterlagen bringen wird.

In Buffalo, am östlichen Ende des Eriesees wurden laut Deutschem Wetterdienst im Jahr 2001 bei einem dreitägigen heftigen Schneefall 142 Zentimeter (56,1 inches) gemessem. Das aktuelle Schneeereignis könnte diesen Rekord noch übertreffen.

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Der Polarwirbel: Gigant des Winters in der Vorhersage

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal, mps)