Eintagsfliege oder Dauerwinter?

So entwickelt sich der Winter bis Ende November in Deutschland

von Oliver Hantke

Die erste Winter-Wetterlage mit Schnee und Eis steht jetzt doch relativ plötzlich an. Wie entwickelt sich der Winter im November weiter? Kann er sich halten und sogar noch weiter ausbreiten oder wird es noch einmal richtig mild?

Oben im Video die Temperaturentwicklung in Deutschland bis in den Dezember

Kalte Winterluft wird verdrängt, aber nicht ausgeräumt

Die Grafik zeigt die Höchstwerte am Mittwoch, 23.11.2022
Im Nordosten scheint sich die Kälte auch Mitte nächster Woche halten zu wollen. Selbst der Dauerfrost ist nicht weit weg.

Der Winter setzt vor allem im Norden und Osten eine erste Duftmarke. Über das Wochenende bleibt es dort winterlich kalt. Wie weit die Kälte im Westen und der Mitte vorankommt, ist immer noch nicht sicher. Selbst das Ruhrgebiet könnte vom Wintereinbruch noch betroffen sein.

Zwar soll die kältere Luft nach dem Wochenende wieder Richtung Nordosten verdrängt werden, aber ganz aus Deutschland scheint sie nicht abgeschoben zu werden. Die Höchstwerte liegen östlich der Elbe nur bei 0 bis 5 Grad. Lediglich im Südwesten am Rhein sind auch mal Werte von knapp über 10 Grad drin.

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Wetter am 1. Advent: Im Nordosten und im Bergland am kältesten

Die Grafik zeigt die Höchstwerte am Sonntag, 27.11.2022
Am 1. Advent bleibt es am Tage wohl frostfrei, die Temperaturen liegen meist im einstelligen Bereich.

Am letzten November-Wochenende sieht es nicht nach eínem erneuten Kälte-Rückfall aus, aber eine enorme Milderung ist auch nicht zu erkennen. Die relativ kalt Luft hängt immer noch im äußersten Nordosten sowie im Bergland fest. Ansonsten bewegen sich die Temperaturen im normalen Novemberbereich und liegen bei Höchstwerten zwischen 5 und 10 Grad.

Deutschland, Europa und weltweit: Alle Wetterkarten und -vorhersagen im Blick

Das Wetter Ende November. Temperaturgegensätze verschärfen sich wieder

Die Grafik zeigt die Höchstwerte am Mittwoch, 30.11.2022
Ende November scheint sich eine erneute Grenzwetterlage anzudeuten.

Die relativ kalte Luft bleibt im Osten dicht bei uns und will sich zum Monatsende im Nordosten wieder etwas ausbreiten und auch verstärken – bei Höchstwerten knapp unter dem Gefrierpunkt. Gleichzeitig soll es im Nordwesten wieder etwas wärmer werden mit Höchstwerten von mehr als 10 Grad. Eine erneute Grenzwetterlage, an der es schneit, könnte anstehen.

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Insgesamt noch viel Spielraum in den Wettermodellen ab nächster Woche

Die Grafik zeigt die Möglichkeiten der Temperaurentwicklung für Hamburg in den nächsten 14 Tagen
Die Temperaturspanne ist Ende November besonders groß und somit ist die Wetterlage noch sehr unsicher.

Dass es wettertechnisch noch ganz anders kommen kann als oben beschrieben, zeigt das Beispiel Hamburg mit den wärmsten und kältesten Varianten der Wettermodelle für die nächsten 14 Tage. Denn ab Mitte nächster Woche ist die Temperaturspanne schon bei knapp 10 Grad Unterschied angekommen, am 30. November liegt die Spanne noch krasser bei fast 20 Grad. Dann könnten die Höchstwerte entweder bei +15 Grad oder bei fast -5 Grad liegen. Für Spannung ist also gesorgt. Und den Winter sollten wir nicht zu früh abschreiben. Er hat ja noch nicht einmal angefangen.

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Der Polarwirbel - Motor des Winters in der Vorhersage

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(oha)