Für Spannung ist gesorgt

Winterprognose Deutschland aktuell: Januar und Februar eiskalt?

von Björn Alexander

Auch jetzt schauen wir erneut auf die taufrischen Berechnungen der Wettercomputer für den kommenden Winter. Insbesondere im Januar und Februar inzwischen mit teils ganz anderen und zum Teil eisigen Ansätzen.

Oben im Video: Wann bleibt der erste Schnee normalerweise liegen?

Wie wird das Wetter im Dezember 2022?

Hier sind die experimentellen Langfristvorhersagen sich weiterhin ziemlich einig. Sowohl die Berechnungen des amerikanischen CFS-Modells als auch die des europäischen Wetterzentrums bewerten den Dezember 2022 zu mild und durchschnittlich nass bis zu nass. Und das ist auch gut so. Denn die letzten Wochen zeigten sich in Deutschland ja erneut häufiger zu trocken.

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Weiße Weihnacht weiter drin

Die Langfristvorhersage für den Dezember 2022
Neben sehr milden Abschnitten sehen die Modellberechnungen auch Chancen auf Schnee (Stand der Prognose: 14.11.2022)

Natürlich ist Mitte November mit Hinblick auf Schnee zum Fest noch alles möglich. Aber: Geht es nach den aktuellen Berechnungen, dann wäre die Weiße Weihnacht sogar weiterhin wahrscheinlich. Und nachdem ein deutschlandweit weißes Fest bereits 12 Jahr her ist, wäre es auch statistisch wieder mal Zeit. Für Spannung ist gesorgt – auch wenn wir in Anbetracht der Energie- und Gaskrise sicherlich auf das verzichten können, was die experimentelle Langfrist uns für den Januar und den Februar 2023 serviert.

Trends mit kleiner Eiszeit

Die Langfristberechnung für den Januar 2023 mit eisigen Ansätzen
Winterhoch im Januar 2023? Möglich wäre es nach diesen Trends auf jeden Fall (Stand der Prognose: 14.11.2022)

Hui, das wäre – sollte es auch nur ansatzweise so kommen – schon ein ziemlicher Kassenschlager für alle Freunde von Eis und Schnee in Deutschland. Wobei die Langfrist das Winterweiß im Januar noch eher spärlich verteilt sehen möchte. Der Februar 2023 sieht hingegen ganz anders aus. Zu kalt, zu nass – eine Kombination, die uns einen langen Winter 2022/2023 verheißen würde und die auch alles andere als üblich ist.

Kälte im Doppelpack - das ist selten

Prognose und Vorhersage für den Februar 2023
Auch der Februar 2023 soll nach einem Teil der Prognosen zu kalt verlaufen

Zu kalte Monate in Deutschland sind in Zeiten des Klimawandels eine ziemlich Rarität. Direkt zwei zu kalte Monate hintereinander sind dementsprechend noch seltener und erinnern zum Beispiel an den Februar und den März 2018. Damals hatte zuerst der Februar gut 2 Grad unter dem langjährigen Mittel abgeschlossen, bevor der Märzwinter mit einem Grad unter Durchschnitt folgte. Am Monatsende hatte der März 2018 sogar nochmals Schnee im Gepäck.

CFS wettert dagegen

Im Gegensatz zu den europäischen Ansätzen der Langfrist will das Vorhersagesystem des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA ziemlich wenig vom kältegeprägten Trend im neuen Wetterjahr wissen. Demnach geht es nämlich in allen drei Wintermonaten deutlich zu warm weiter. Wichtig hierbei: Das CFS sieht ebenfalls eine ausgeglichene Niederschlagsbilanz. Gut für das nachfolgende und durstige Frühjahr. Es wäre sogar sehr wünschenswert, wenn der Regen sein Soll nicht nur erreicht, sondern vielleicht sogar noch übererfüllt.

Regen und Schnee - was ist normalerweise zu erwarten?

Normal sind in Deutschland von Dezember bis Februar in Summe übrigens um die 175 Liter pro Quadratmeter. Dabei können besonders nasse Winter – wie im Winter 2022/12 - durchaus 250 Liter und mehr bringen. In richtig trockenen Wintern – zum Beispiel im Winter 2013/2014 – sind es unter 120 Liter je Quadratmeter.

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Obacht: Langfristvorhersagen sind experimenteller Natur

Langfristberechnungen sind mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Denn mit den Computertrends über fünf bis bis zehn Tage im Voraus oder gar mit Blick auf ganze Monate oder Jahreszeiten hinaus, verlassen wir die klassischen Wetterprognosen und wechseln in den experimentellen Bereich. Das sind eigentlich eher Hilfsmittel, die zum Beispiel der Energiewirtschaft dienen können.

Der Polarwirbel - Motor des Winters in der Vorhersage

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal)