Dezember macht Hoffnung

Trends und Prognosen aktuell - wie viel Regen und Schnee bringt uns der Winter?

von Björn Alexander und Oliver Hantke

Auch wenn wir derzeit sehr weit weg vom Winter sind, Kälte und Frost zeigen sich jahreszeitlich bedingt immer häufiger in den Prognosen. Wir schauen auf die momentanen Berechnungen für die Niederschläge in Deutschland.

Oben im Video: Traumwetter nach Neuschnee – Winter 2022/23 hat eine erste Duftmarke gesetzt

Wie sehen die aktuellen Vorhersagen für den Winter bis Mitte Dezember aus?

Die Grafik zeigt den 42-Tage-Wettertrend für den Kahlen Asten
In den Mittelgebirgen, wie hier im Sauerland, wäre es Ende November kalt genug für Schnee.

Wetter.de-Meteorologe Björn Alexander: „Nachdem in den letzten Wochen ja häufiger kältere bis frostige Ansätze in den Prognosen vorkamen, zeigt sich die Mehrheit der experimentellen Langfristvorhersagen inzwischen deutlich zahmer beziehungsweise milder.”

Dennoch sind weiter Phasen von Kälte zu erkennen. Besonders Richtung Monatsende scheint der November einen Absturz hin zu legen. Denn es stellt sich in den Mittelgebirgen eine kurze Dauerfrost-Periode ein. Selbst in den großen Städten an Rhein und Ruhr wird es in den Nächten frostig. Leider fehlt im gesamten letzten Monatsdrittel im November der Niederschlag. Mit natürlichem Schnee ist somit auch in den Mittelgebirgen eher nicht zu rechnen.

Im Dezember werden zwar wieder mehr Niederschläge berechnet, aber es scheint dann auch in den Hochlagen für Schnee meist zu warm zu sein.

Welche Entwicklungen werden denn bei der NOAA für den November und Dezember 2022 berechnet?

„Geht es nach den aktuellen Trends des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA, dann wird der November 2022 sehr deutlich zu trocken ausfallen. Das erstreckt sich über den gesamten mitteleuropäischen und südeuropäischen Kontinent. Hoffnung macht dagegen der Dezember. Hier sieht es nach einem durchschnittlichen Monat aus. Zwar ist auch hier kein Überschuss an Niederschlag zu erkennen, aber die Abweichung ist deutlich positiver ausgefallen als bei den letzten Berechnungsläufen dieser experimentellen Computermodelle”, erläutert Alexander.

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Das Bild zeigt den wetter.de und RTL-Meteorologen Björn Alexander
Wetter.de- und RTL-Meteorologe Björn Alexander

Was sagen die Prognosen für den Hochwinter - also für den Januar und den Februar 2023?

„Hierbei fällt vor allen Dingen auf, dass der Januar und Februar laut der aktuellen Prognosen weiter nicht sehr negativ auffallen sollen”, prognostiziert der Wetterexperte. In Summe würde uns laut Alexander demnach „für die beiden Wintermonate teils eine leichte negative Abweichung, aber meist durchschnittliche Niederschlagsmengen erwarten”.

Somit sieht es nach den Berechnungen der NOAA für den Winter 2022/2023 gar nicht so schlecht aus. Auch wenn wir nach der teilweise erheblichen Dürre der letzten Monate sicherlich noch mehr Wasser gebrauchen könnten. Stellt sich noch die Frage, ob es auch kalt genug für Schnee sein wird?

Wie sieht das europäische Wettermodell die Chancen auf Schnee im Winter 2022/2023

Die Grafik zeigt den Wettertrend für 6 Monate für Köln
Auch im Flachland werden im Winter teilweise knackige Minusgrade angezeigt. Was fehlt, sind in diesen kalten Phasen die Niederschläge.

Im Flachland wird es recht schwer für Schnee in diesem Winter. Meist sieht es leider nach Regen aus. Wenn es denn mal richtig kalt wird, bleiben wohl die Niederschläge aus. Die größten Chancen auf Schnee bestehen im Westen derzeit am ehesten Ende Dezember und Ende Januar in den Übergangsphasen.

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Gigant des Winters - so entwickelt sich der Polarwirbel

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal, oha)