Wird 2022 ein Wespenjahr?

So überleben Wespen den Winter

von Amelie von Kruedener

Was machen die Wespen eigentlich im Winter? Eine Frage, die man sich vielleicht dann stellt, wenn man im Rolladenkasten ein Wespennest entdeckt. Ist das jetzt leer? Kann man das entsorgen? Wo sind die kleinen Plagegeister mitten im Winter? Wie wird die nächste Wespensaison? Fragen, denen wir mal auf den Grund gesummt sind.

Wie lange leben Wespen?

Eine weibliche Wespe, also eine Arbeiterwespe, hat eine durchschnittliche Lebensdauer von zwölf bis 22 Tagen. Besonders in der anstrengenden und schlecht versorgten Zeit des Nestbaus sind es eben oft nicht mehr als zwölf Tage. Männliche Wespen, die Drohnen, können sich auf ein längeres Leben freuen: Bis zu 30 Tage werden sie alt. Die kleinen Kerlchen werden erst im Herbst herangezogen und das nur zum Zweck der Befruchtung der Königinnen. Königinnen, von denen es in der Regel nur eine einzige je Wespenkolonie gibt, werden ein Jahr alt – von Frühjahr bis Frühjahr.

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Zyklus eines Wespenstaates

Wespennester haben bis zu 4000 Bewohner.
Die meisten Wespennester haben 150 bis 350 Bewohnerinnen und Bewohner. Nur die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe bauen so große Nester, dass 3000 bis 4000 Wespen darin wohnen können.
  • Die Königin wacht auf und gründet ein neues Nest.
  • Viele, viele unfruchtbare Arbeiterinnen werden geboren.
  • Drohnen, also männliche Wespen, werden zur Zeugung herangezüchtet.
  • Eine neue Königin fliegt aus und paart sich mit Drohnen eines fremden Staates (Hochzeitsflug und Paarung).
  • Die Jungköniginnen überwintern im Winterschlaf.

Wie überlebt die Wespenkönigin den Winter?

Die Königin ist die „Hauptperson“ für einen Wespenstaat. Ohne sie geht nichts. Also muss sie zäh und stark sein und vorher ordentlich gepäppelt werden. Nach ihrem Hochzeitsflug sucht sie sich einen geeigneten Ort zum Überwintern. Der sollte sicher sein vor starken Temperaturschwankungen und auch vor Fressfeinden. Hinter einer Baumrinde, in einem Komposthaufen oder auf einem Dachboden verkriecht sich Ihre Hoheit, verschränkt ihre Flügel unter ihrem Körper und zieht die Beine eng an ihre Seite. Ihre Aktivität fährt auf ein Minimum herunter, Atmung und Herzschlag werden langsamer. Damit sie nicht erfriert, hat sich die Natur einen Trick ausgedacht: Im Körper der Jungkönigin bildet sich der Zuckeralkohol Glycerol, den man auch in Frostschutzmitteln einsetzt. So kann die Wespe in ihrer Winterruhe Temperaturen bis zu -20 Grad aushalten.

Die größten Gefahren in dieser Zeit sind Schimmelpilze und alle Arten von Fressfeinden, wie Nager und Vögel, die sich eine Königin gerne einverleiben.

Überlebt die Königin, sichert sie den Fortbestand ihrer Art und startet im Frühjahr mit dem Nestbau. Dort legt sie ihre Eier ab und der Kreislauf beginnt von neuem.

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Welche Temperaturen kann die Königin aushalten?

Im Sommer kann eine Königin bis knapp an die 50 Grad überleben, im Winter Temperaturen bis -20 Grad.

Werden Wespennester neu bevölkert?

Ein Wespennest ist nur für ein Jahr die Heimat einer Wespenkolonie mitsamt ihrer Königin. Es wird nie wieder bevölkert. Daher kann man ein leeres Nest ohne Gewissensbisse entsorgen.

Kann man jetzt schon sagen, ob es ein Wespenjahr geben wird?

Das kommt ganz auf die Entwicklung des Winters und Frühjahrs an. Wespenköniginnen haben mit einem kalten Winter kein Problem. Problematischer sind da eher milde Winter. Die Königinnen wachen dann früher auf, brauchen mehr Energie in einem längeren Frühjahr und sind dann schon geschwächt, wenn sie im Mai einen Platz für ihr Nest gefunden haben.

Das Frühjahr sollte für eine gute Wespenpopulation möglichst trocken sein. Je wärmer und trockener, desto besser für ein Wespennest. Frost und Regen sind dagegen eine Gefahr für das Überleben einer sich entwickelnden Wespenkolonie.

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(avo)