Cool durch den Arbeitstag

Was hilft gegen Hitze am Arbeitsplatz?

Woman suffers from heat while working in the office and tries to cool off by the fan
Ob im Büro oder zu Hause im Homeoffice - ist es draußen heiß, staut sich oftmals auch am Arbeitsplatz die Hitze. Was können Arbeitnehmer dann tun?

Heiß, heißer, Büroräume! Während die Temperaturen draußen die 30-Grad-Marke knacken, staut sich auch im Innern von Gebäuden die Hitze. Egal, ob wir dann im Großraumbüro sitzen oder in einem kleinen Kabuff – die Luft wird stickig, die Konzentration schwindet. Wir wissen, wie ihr dem Hitzekollaps im Büro vorbeugen könnt.

Bei welchen Temperaturen dürfen wir überhaupt arbeiten?

28 Grad in Frankfurt am Main, 29 Grad in Berlin, 30 Grad in Dresden – endlich kann Deutschland im Sommer schwelgen. Zugegeben: Mancherorts soll es heute und in den nächsten Tagen regnen, die Temperaturen bleiben allerdings warm. Manchmal kühlt der Regen die Luft jedoch nicht ab, sondern bewirkt, dass die Luftfeuchtigkeit steigt und es drückend schwül wird.

Bei solchen Wetterverhältnissen im Büro zu sitzen, kann dann zur Herausforderung werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erklärt, dass die zulässige Innenraumtemperatur grundsätzlich bei 26 Grad liegt. Das Arbeiten ist jedoch bis zu einer Temperatur von 35 Grad erlaubt, vorausgesetzt der Arbeitgeber sorgt für die nötigen Schutzmaßnahmen. Dazu zählen eine Klimatisierung der Räumlichkeiten oder genügend Schatten und Pausen für Menschen, die im Freien arbeiten.

Ein Recht auf Hitzefrei oder eine Klimaanlage gibt es zwar nicht, heizt sich das Büro jedoch auf über 35 Grad auf, ist der Raum „ohne entsprechende Maßnahmen nicht weiter als Arbeitsraum geeignet“, so die BAuA.

Doch wie können wir selbst im Büro für die nötige Kühle sorgen? Auch hier hat die BAuA ein paar Tipps parat.

1. Die Räume runterkühlen

Ein kühler Arbeitsplatz setzt sich aus drei Faktoren zusammen: kühlen Räumlichkeiten, einem heruntergekühlten Körper und kühlen Arbeitsverhältnissen. Euer Büro könnt ihr folgendermaßen abkühlen:

  • Nachts oder in den frühen Morgenstunden lüften, am besten quer lüften. Dann ist die Durchlüftung am intensivsten.
  • Innere Wärmequellen reduzieren oder vermeiden, z. B. elektrische Geräte wie Lampen und Kopierer nur bei Bedarf in Betrieb nehmen.
  • Einen Ventilator zulegen – aber Achtung! Nicht jeder verträgt die Zugluft eines Ventilators, außerdem werden durch den künstlichen Wind Staub und Pollen aufgewirbelt.
  • Die Klimaanlage anstellen. Die Differenz zur Außenlufttemperatur sollte allerdings nicht zu hoch sein, damit es beim Hinausgehen nicht zu einem Hitzeschock kommt. Am besten eignet sich laut BAuA eine Differenz von sechs Grad.
  • Übermäßige Sonneneinstrahlung vermeiden und Jalousien, Rollos oder Markisen ausfahren.

Im Video: Deshalb macht uns Hitze aggressiv

2. Den Körper runterkühlen

Im zweiten Schritt könnt ihr euren Körper etwas herunterkühlen, und zwar so:

  • Mit Wasser, zum Beispiel in Form von kalten Umschlägen, Duschen oder indem ihr einfach kühles Wasser über die Arme fließen lasst.
  • Mit eurer Kleidung: Tragt am besten leichtes Schuhwerk und helle, luftdurchlässige, lockere und Schweiß aufnehmende Kleidung, um Wärmestau zu vermeiden.
  • Mit Spezialkleidung, zum Beispiel speziellen Kühlwesten. Bitte beachtet: Je nachdem wo ihr arbeitet, müsst ihr euch eine solche Kleidung erst genehmigen lassen.
  • Mit ausreichend Trinken: Der normale Tagesbedarf an Wasser beträgt beim Erwachsenen bis zu 2,5 Liter und erhöht sich bei körperlicher Arbeit und Hitze. Außerdem solltet ihr häufig kleine Mengen trinken, statt zu viel auf einmal.
  • Getränke, die ihr bevorzugen solltet: Wasser, verdünnte Fruchtsäfte, Kräuter- und Früchtetees.
  • Getränke, die ihr vermeiden solltet: koffeinhaltige Getränke, Energydrinks, Smoothies, eiskalte Getränke mit Eiswürfeln.
  • Mit der richtigen Ernährung: Vermeidet schwere Mahlzeigen und greift lieber zu Obst, Gemüse und halben Portionen.

3. Die Arbeitsverhältnisse runterkühlen

Symbolfoto Handwerk, Dachdecker, Dachziegel, *** Symbol photo craft, roofer, roof tile,
Auch im Sommer müssen Dächer gedeckt werden. Bei hohen Temperaturen können Dachdecker mit ihrem Arbeitgeber jedoch verhandeln, nicht in der Mittagshitze zu arbeiten.

Nicht zuletzt heißt es, die Arbeitsverhältnisse anzupassen – wenn möglich. Heißt:

  • Schwere körperliche Arbeit in den heißen Stunden vermeiden oder reduzieren und mit kurzen Ruhephasen unterbrechen.
  • Früher mit der Arbeit beginnen.
  • Zusätzliche kurze Pausen von ca. zehn Minuten einlegen.
  • Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung nutzen.
  • Überstunden vermeiden.

Sprecht etwaige Anpassungen der Arbeitsverhältniss vorher immer mit eurem Arbeitgeber ab. Nicht zuletzt sollten wir alle auf Personen mit besonderen Bedürfnissen achten, zum Beispiel Schwangere, ältere Personen oder auch Personen mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung.

Dann können wir den Sommer auch auf der Arbeit viel mehr genießen. (jbü)