Trends eher durchwachsen

Unsere Sommerprognose: Mai viel zu trocken - Sommer viel zu nass?

von Björn Alexander und Oliver Scheel

Der Mai 2022 dürfte am Ende deutlich zu trocken ausfallen. Regen ist kaum in Sicht, was sich wiederum im richtigen Sommer ändern könnte. Die Computertrends wollen aktuell den Ausgleich für die Trockenheit – ausgerechnet im Sommer.

Mai mit Licht und Schatten

02.05.2022, Mecklenburg-Vorpommern
Trockenheit in Mecklenburg-Vorpommern: Vor allem der Norden und Nordosten sind derzeit viel zu trocken. Der Mai bringt keine Linderung.

Die Trockenheit im Frühjahr ist erneut zum Problem geworden. Das bekommen derzeit vor allem die Land- und Forstwirte im Norden und der Mitte Deutschlands zu spüren. Wiederholt besteht eine hohe Waldbrandgefahr, die Felder sind staubtrocken. Gleichzeitig bereitet der Mai den Sonnenanbetern wohl durchaus Freude.

Zumal es bald ja auch noch sommerlich warm wird – eine Wettergeschichte also mit Licht und Schatten. „Das gilt ebenso für die aktuellen Trends der Wettercomputer, die sich den Langfristprognosen widmen”, erläutert wetter.de Meteorologe Björn Alexander.

Wann fängt der Sommer eigentlich genau an?

Was geht noch im Mai beim Regen?

 Killesberg Stuttgart. Blühende Frühlingsboten
Der Killesberg in Stuttgart. Blühende Frühlingsboten, der Mai hat schönes Wetter im Gepäck.

Den Vorlauf für unseren Sommer bestreitet der Mai nun erst einmal mit einer Steilvorlage für das erste Auflaufen des Sommer 2022. Doch wie sieht es mit dem wichtigen Regen aus? Ein Teil der Wettermodelle blickt schon bis über die Monatsmitte bis ins letzte Maidrittel hinein.

Alexander fasst zusammen: „Der Süden und der Südwesten haben weiterhin gute Chancen auf mehr Regen. Aktuell werden binnen der nächsten 14 Tage durchaus mal Summen von 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter berechnet. Ansonsten sieht es bei den momentanen Berechnung aber ziemlich mau aus.” Um die 70 Liter bringt der Mai im landesweiten Durchschnitt normalerweise. Da dürften wir demnach wohl eher deutlich darunter bleiben. Es sei denn, die große Umstellung der Wetterlage passiert am Ende des Monats.

Ein Blick in unsere 42-Tage-Prognose zeigt: Mai wird zu trocken

Langfristprognosen wollen den Umschwung

Überflutete Wiese
Überflutete Wiesen gibt es im Sommer auch schnell.

Natürlich sind die Langfristvorhersagen laut Alexander experimenteller Natur. Dennoch seien Trendaussagen durchaus möglich – schließlich seien es ebenso Computermodelle. Und wenn wir auf diese Trends schauen, dann sieht der Wetterexperte durchaus positive Aspekte – zumindest im Sinne der Land-, Forst- Wasserwirtschaft: „Die Langfrist überschlägt sich geradezu, um den Wetterwechsel herbeizusehnen. Sowohl die Berechnung des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA als auch die Prognosen basierend auf den Europäischen Berechnungen sehen aktuell für den Sommer wesentlich wechselhaftere Zeiten auf uns zukommen – insbesondere im Juli und August.”

Droht uns das erneut? Klimawandel befeuerte die Fluten im Westen

Sind auch Unwetterlagen dabei?

Gewitter
Ein Blitz erhellt den Nachthimmel. Gibt es im Sommer wieder viele Starkregenfälle?

Um es nochmal zu betonen: Das ist keine Vorhersage, das sind mögliche Trends. Dazu Alexander: „Wechselhafte Zeiten lassen sich im Sommer durch entsprechende Gewitterlagen sowieso nicht ausschließen. Aber für Details reichen die experimentellen Trends eben bei weitem nicht aus. Auch wenn zum Teil tageweise Vorhersagen geliefert werden, so sind diese überhaupt nicht mit den kurzfristigen Prognosen zu vergleichen. Es geht wirklich nur um Trends.”

Diese dürften aber Hoffnung machen. Denn ein Dürresommer im Anschluss an einen trockenen Mai wäre sehr problematisch. Insofern heißt es jetzt wohl: Daumen drücken, dass die Umstellung der Wetterlage tatsächlich kommt – auch wenn uns damit ein teilweise verregneter Sommer droht. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass wir die Mai-Sonne und die Wärme in nächster Zeit richtig genießen sollten.

Klimacheck für den Sommer in Deutschland

  • meteorologischer Sommeranfang ist der 1. Juni, das Ende ist am 31. August
  • in dieser Zeit bekommen wir im Deutschlandschnitt normalerweise um die 230 Liter Regen pro Quadratmeter
  • in Sachen Sonnenschein ergattert jeder Sommermonat im Schnitt um die 210 Sonnenstunden, so dass es am Ende gerne mal um die 630 Stunden Sonne sind
  • besonders heiße Sommer waren beispielsweise der Sommer 2003 (Durchschnittstemperatur über 19,5 Grad) oder die Sommer 2018 und 2019 (im Mittel knapp 19,3 Grad)
  • außergewöhnliche Trockenheit brachten uns in Summe unter anderem ebenfalls die Sommermonate in den Jahren 2003, 2018 und 2019
  • sehr nass verliefen zum Beispiel die Sommer 2011, 2017 oder 2021. Aber auch in den Sommern 2015 oder 2016 gab es regional etliche regenintensive Unwetterlagen
  • die heißeste Phase mit vielen Stationen von um die 40 Grad und mehr erlebten wir im Juli 2019 als mit 41,2 Grad in Duisburg-Baerl auch der aktuelle deutsche Hitzerekord aufgestellt wurde

Unsere Wettertrends und Themenseiten

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(bal, osc)