Größere Ohren und längere Schwänze

Tierarten in der (Klima)Krise: wie sich Mäuse und Co. an die neuen Temperaturen anpassen

Mit dem Klimawandel wird sich der Lebensraum von etwa einer Million bekannten Tierarten ändern. Für ihr Überleben kann daher entscheidend sein, ob sie sich an die neuen Umweltbedingungen anpassen können, oder nicht. Ein Forscherteam aus Australien hat hierzu eine Entdeckung gemacht – die Tiere verändern ihr Aussehen.

Größere Ohren und längere Schwänze

Die Größe ihrer Ohren gibt häufig einen Hinweis auf den Lebensraum der Tierart: der Wüstenfuchs beispielsweise hat proportional zum Körper deutlich größere Ohren als sein Verwandter in kühleren Regionen, der Schneefuchs. Diese sogenannte Allensche Regel scheint auch zu gelten, wenn sich die Temperaturen an einem Ort in Folge des Klimawandels ändern.

Ein Forscherteam um Sara Ryding von der Deakin University in Australien hat entdeckt, dass sich die Merkmale verschiedener Tierarten in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. So hat sich der Schnabel einiger australischer Papageienarten seit 1871 um vier bis zehn Prozent vergrößert. Auch bei einigen Spitzmäusen und Fledermäusen gibt es Veränderungen der Körperproportionen. Bei Maskenspitzmäusen in Nordamerika wurden längere Beine und Schwänze beobachtet, die Rundblattfledermaus aus Asien hat ihre Flügellänge erhöht. Diese Veränderungen ließen sich zwar nicht mit letzter Sicherheit, aber doch sehr plausibel auf den Klimawandel zurückführen, so die Forscher im Fachmagazin Trends in Ecology and Evolution.

Wüstenfuchs (Vulpes zerda) im Oasis Park, La Lajita, Fuerteventura, Spanien
Mit seinen großen Ohren kann der Wüstenfuchs unter anderem seine Körpertemperatur regeln.

Wie können sich Tiere im Wasser an den Klimawandel anpassen?

Mit den steigenden Temperaturen werden auch die Weltmeere wärmer. In Folge dessen versuchen unter anderem Fische und Plankton in Richtung der Pole auszuweichen - also dorthin, wo kühlere Bedingungen herrschen. Das klappt solange, wie sich die klimatischen Bedingungen nur verschieben und nicht verloren gehen. Umwelt- und Erdwissenschaftler um Katie Lotterhos vom Meeresforschungszentrum der Northeastern- Universität in Nahent beschreiben im Fachblatt Scientific Reports allerdings genau das.

Die verschiedenen Lebensräume könnten je nach Höhe der Erderwärmung für rund 36 bis 95 Prozent der Meeresoberfläche verschwinden. Dann könnten Klimabedingungen entstehen, die viele Arten nicht mehr tolerieren würden. Der einzige Ausweg wäre also sich anzupassen oder auszusterben. Die Studienautoren vermuten somit, dass neue Klimabedingungen die Evolution beschleunigen könnten, wie bereits die australischen Forscher beobachten konnten. Was aber tatsächlich mit den Meeresbewohnern passieren wird, sei noch unklar. Möglicherweise können bestimmte Arten die für sie unbekannten Bedingungen bis zu einem gewissen Grad tolerieren oder sich daran anpassen, wie es von Forschern des Helmoltz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel bereits für pflanzliches Plankton nachgewiesen wurde.

Anpassungen an den Klimawandel - Grund zur Erleichterung?!

Nach Ansicht von Sara Ryding und ihrem Forscherteam seien diese tierischen Anpassungen an den Klimawandel kein Grund zur Freude – sondern eher ein Warnsignal. Es bedeute nur, dass diese Tiere sich weiterentwickeln, um zu überleben. Welche weiteren ökologischen Folgen diese Veränderungen nach sich ziehen würden, sei noch unklar. Zum Beispiel könnte ein vergrößerter Schnabel die Möglichkeiten eines Vogels einschränken, an Nahrung zu gelangen. Dann wäre dem Tier vielleicht weniger warm, dafür sei es aber hungrig. Zweifelhaft sei auch, ob alle Tierarten zu dieser Art der Anpassung fähig seien.

Lese-Tipp: Welche Folge eine schwinde Artenvielfalt für das gesamte Ökosystem Erde bedeutet, erklärt GEO-Experte Dirk Steffens im Interview

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(zre)