Zwischen extrem und gemäßigt
Sommer 2023 ist halb rum: Wie macht das Wetter in Juli und August weiter?
Zack, da ist der Sommer schon halb rum. Manche werden aufatmen, weil dann möglicherweise auch die Hälfte von Hitze und Trockenheit rum ist, andere werden bedauern, dass nur noch anderthalb Monate Sommer bevorstehen. Und alle fragen sich: Was macht das Wetter in der zweiten Sommerhälfte? Wie geht der Juli weiter und wie wird der August?
Im Video: So viel Sommer ist normal
Sommer 2023 im Zeichen des Klimawandels: Zu warm und zu trocken

Im Groben betrachtet, also mit Blick auf die Statistik, macht der Juli bisher so weiter wie der Juni. Daher ist die erste Sommerhälfte zu sonnig, zu warm und zu trocken ausgefallen. Die Erderwärmung geht eben stramm weiter.
Kurzer Rückblick auf den Juni: Er war der zweitsonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem war es der 14. zu warme Juni-Monat in Folge. In der Südwesthälfte Deutschlands schwitzten die Menschen an einigen Orten schon bei bis zu 5 Grad mehr als in einem durchschnittlichen Juni von 1961 bis 1990. 35,7 Grad war der Top-Wert, der allerdings im oberbayrischen Reit im Winkl gemessen wurde.
Im Südwesten verschärfte sich zusätzlich das Thema Trockenheit. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz kamen im ganzen Juni an manchen Orten nur 10 Liter Regen zusammen. Auch im Norden regnete es kaum. Dafür bekam ein Streifen von NRW bis Berlin teils mehr als 100 Liter ab. Durch Gewitter und Starkregen waren die aber auch oft ungleichmäßig verteilt.
Lese-Tipp: Alarmierdender Trend – Anzahl der Blitze in den Alpen verdoppelt sich in Rekordzeit
Juli zwischen Hitze und Gewittern und einem frischen Norden

Die erste Hälfte des Juli war bisher zwar insgesamt auch zu heiß und zu trocken. Aber im einzelnen verteilen sich die Werte sehr unterschiedlich. Der Norden wird immer wieder nass, die Mitte und der Osten Deutschlands gehen oft leer aus. Wenn es regnet, sind es oft Unwetter, die Hitzevorstöße abrupt und mit Getöse beenden. Dieses Hin und Her von heißer Luft aus dem Mittelmeerraum und Gewitterlagen, die mit atlantischen Tiefs einhergehen, gab es so im Juni nicht. In der Südwesthälfte ist es auch schon wieder bis zu 4 Grad zu warm, während der Norden von Skandinavien-Tiefs meist kühl gehalten wird. Aber selbst hier ist es bisher noch rund um 1 Grad zu warm.
Lese-Tipp: Deutschland kämpft mit der Dürre – nationale Wasserstrategie soll helfen
Wie geht das Wetter im Juli weiter?

Das weitere Wetter im Juli scheint – besonders im Westen – einen gemäßigten Verlauf zu nehnem. Der Vergleich der verschiedenen Berechnungen des Europäischen Wettermodells zeigt im Mittel keine ausgeprägten Hitzespitzen. Die wärmste Variante geht auch nur rauf auf 32 Grad – das darf so sein zu Beginn der Hundstage. Der Kelch der Brutalo-Hitze am Samstag geht im Westen ebenfalls vorüber. Hier gehen dafür die Unwetter schon früh los. Danach kommt voraussichtlich an Niederschlag allerdings nicht mehr viel nach. Das Problem mit der Trockenheit verschärft sich.
Im Südwesten und Süden könnte es bis Ende des Monats ein paar Grad wärmer zur Sache gehen. Aber auch dort ist mit der Hitzespitze zur Monatsmitte erstmal das Heftigste überstanden. Dort, besonders am Alpenrand, können die weiter anstehenden Gewitter auch mal für größere Niederschlagsmengen sorgen. Aber in weiten Teilen der Südhälfte und im Osten sowieso droht sich die Dürre fortzusetzen.
Das Wetter im August: Von Hitze extrem bis grüner Bereich

Und dann kommt der August, der mit dem Großteil der Hundstage die heißesten Tage für Deutschland bereit hält. Nach der wetter.de-Monatsprognose schöpft er aus dem Vollen. Immer wieder geht es hoch hinaus über das Temperaturmittel von 1961 bis 1990. Demnach ginge es weiter mit dem Wechsel aus Turbo-Hitze aus Südwest, aufgeladener, schwüler Gewitter und Abkühlung aus West mit Unwettergefahr. Dabei dürften die Niederschläge weiter sehr ungerecht verteilt sein. Und am Ende ständen insgesamt 4 Grad zu viel auf dem August-Thermometer.
Ganz anders sieht es glücklicherweise die experimentelle Langfristprognose der NOAA. Auf Basis der Daten vom 3. bis 12. Juli berechnet sie nur durchschnittliche Temperaturen für Teile des Nordens Deutschlands und bis maximal 1 Grad zu hohe für den großen Rest. Das wäre in Zeiten der globalen Erwärmung schon fast zu schön, um sich am Ende als wahr heraus zustellen.
Was den Niederschlag angeht, würde es im Nordwesten zu wenig, ganz im Süden etwas mehr regnen als im Schnitt. Auf jeden Fall sieht es überhaupt nicht danach aus, dass die Wasserspeicher nachhaltig aufgefüllt werden könnten.

Prognose für die zweite Sommerhälfte auf einen Blick
- Juli wechselt auf Schongang mit sommerlichen bis hochsommerlichen Temperaturen
- Trockenheit geht regional weiter
- Unwettergefahr sinkt
- völlig unterschiedliche Berechnungen für August: von Mittelmaß bis Extremhitze
- NOAA auf Durchschnittstrend
- wetter.de-Prognose berechnet immer wieder Hitzespitzen weit über Normal
- viel Regen kommt nicht nach, lokal möglicherweise bei Gewittern schon
Unsere Wettertrends und Themenseiten
Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt.
Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.
Extremwetter in Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+
Streaming-Tipp: Klima-Rekorde – Ist Deutschland noch zu retten?
(ctr)