Regen fehlt überall
Wasserkrise in Deutschland und katastrophale Dürre in Afrika
In vielen Regionen Deutschlands ist es zu trocken. Niedrige Flusspegel, Ansagen zum Wassersparen, Verbote zur Wasserentnahme und eine nationale Wasserstrategie sind Anzeichen, dass die Lage ernst ist. Noch viel schlimmer ist es aber in anderen Ländern.
Video: Wo kommt jetzt in Deutschland Wasser nach?
Trockener Osten - niedriger Elbpegel

Auch wenn kräftigere Schauer und Gewitter regional einiges an Regen brachten, fiel der Juli vor allem im Osten bis jetzt viel zu trocken aus. Wegen des niedrigen Pegels ist die Schifffahrt bei Dresden bereits eingeschränkt. Der Elbpegel in Dresden war am Mittwoch nur noch 56cm hoch. Die sächsische Dampfschifffahrt kann deshalb derzeit nur noch die Stadtfahrten mit Schaufelraddampfern anbieten. Aufgrund des niedrigen Pegels können aber auch hier nur weniger Passagiere mitfahren als normalerweise.
Wasser-Notstand: Wasser aus Seen, Flüssen, Bächen verboten

Einschränkungen beim Tourismus sind vielleicht noch hinzunehmen. Hitze und Trockenheit machen aber natürlich auch der Pflanzen- und Tierwelt zu schaffen. Um die Ökosysteme zu schützen, verbieten immer mehr Kommunen in Hessen aus Flüssen, Bächen und Seen Wasser zu nehmen. Besonders an kleinen Bächen, Seen und Teichen besteht die Gefahr, dass Fische und andere Gewässerorganismen sterben, wenn ihnen noch mehr Wasser genommen wird.
In Nordrhein-Westfalen dürfen Bürgerinnen und Bürger aus Ruhr, Sieg und Lenne vorerst kein Wasser mehr entnehmen. Die Verfügungen sollen voraussichtlich bis Ende November bestehen bleiben.
Der Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen hatte schon Mitte Juni wegen Trockenheit den Wasser-Notstand ausgerufen. Bei Temperaturen über 24 Grad darf in der Zeit von 11 bis 19 Uhr kein Wasser mehr zur Bewässerung von Rasen oder landwirtschaftliche Nutzflächen genutzt werden. Hier macht besonders der niedrige Grundwasserstand Sorge.
Nationale Wasserstrategie: Trinkwasser hat Priorität

Im März beschloss die Bundesregierung eine Nationale Wasserstrategie. Sie enthält rund 80 Maßnahmen zur Sicherung der Wasserverfügbarkeit in Deutschland, die bis 2050 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören beispielsweise
- eine bundesweite Erfassung des Grundwassers
- der Schutz von Wäldern und Überschwemmungsflächen
- Wasserspeicher in den Städten
- Fernwasserleitungen in trockene Regionen
Festgeschrieben ist zudem: Trinkwasser hat Priorität. Sollte es beim Grundwasser knapp werden, müssen Industrie und Landwirtschaft kürzertreten.
Dürre und Hitze in Südeuropa

In anderen Gebieten der Erde sieht die Lage noch viel dramatischer aus. Und auch die Maßnahmen sind teils drastisch.
- In den spanischen Regionen Katalonien und Andalusien die Stauseen nur zu etwa einem Viertel gefüllt. Landwirtschaft und Industrie müssen ihren Wasserverbrauch einschränken. Autos dürfen nur in Waschanlagen gewaschen werden, Schwimmbäder und Pools nur gefüllt werden, wenn das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf gesäubert wird.
- Portugal will die Entnahme von Grundwasser in der Urlauberregion Algarve verringern. Dort ist der Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage geplant.
- Italien will die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser und den Ausbau von Entsalzungsanlagen forcieren.
Todesursache: Trockenheit

In Afrika ist die Trockenheit lebensgefährlich: Besonders die Sahelzone vom Senegal im Westen bis nach Dschibuti im Osten Afrikas erlebt seit Monaten eine katastrophale Dürre. Am Horn von Afrika ist sie so schlimm wie seit 40 Jahren nicht mehr. 346 Millionen Menschen - ein Viertel der Bevölkerung Afrikas - haben dort deshalb nicht genug zu essen, weil wegen Wassermangels nichts wächst. In manchen Gegenden warten die Menschen seit mehr als zwei Jahren auf Niederschlag.
Unsere Wettertrends und Themenseiten
Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt.
Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.
Extremwetter in Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+
Streaming-Tipp: Klima-Rekorde – Ist Deutschland noch zu retten?
(ctr mit dpa)



