Polarwirbel wird schwächer

Rein ins Regenloch - auf welcher Seite des Sonnenhochs landen wir jetzt?

von Björn Alexander und Patrick Panke

Der Polarwirbel bestimmt unser Wetter im Winter maßgeblich mit. Jetzt ist aber die Zeit gekommen, dass sich der Gigant der kalten Jahreszeit langsam in den Ruhemodus begibt. Ein eindeutiges Zeichen, dass der Frühling auf der Nordhalbkugel vorankommt. Bei uns hat der gefühlte Spätwinter dennoch Potenzial. Und das liegt an der Lage der Hochdruckgebiete, die gleichzeitig den Regen auf Distanz halten.

Oben im Video: So entwickeln sich die Temperaturen in den nächsten 14 Tagen

Was passiert gerade in Sachen Umstellung der Jahreszeiten?

RTL-Meteorologe Patrick Panke zu den Berechnungen der Wettercomputer: „In den nächsten Wochen sehen die Vorhersagen eine deutliche Schwächung des Polarwirbels. Besonders in der höheren Atmosphäre, der sogenannten Stratosphäre.” Damit werde der Wirbel jetzt auch in Bodennähe allmählich schwächer, bevor er im Laufe des Frühjahrs gänzlich zum Erliegen kommt. Dennoch heiße das noch nicht, dass sich automatisch auch die Frühlingswärme durchsetzt. Hier sei nämlich entscheidend, wie „die Hochs und Tiefs über Europa in nächster Zeit zu liegen kommen”. Wobei Tiefs offensichtlich über Deutschland vorerst keinen Stich bekommen dürften. Panke spricht in diesem Zusammenhang von einem „dicken Regenloch über Deutschland und Mitteleuropa”.

Polarwirbel in der Vorhersage - der Riese des Winters wird jetzt schwächer

In der Berechnung wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Jahreszeitlich bedingt wird der Wirbel im Frühjahr immer schwächer.

Hochdruckgebiete - der Dauerbrenner der nächsten Wochen

Etwas Verwunderung macht sich beim Meteorologen wohl breit. Denn unser Wettermann hat die Prognosen der Niederschläge für die kommenden 14 Tage im Blick und stellt fest, dass - so zumindest der momentane Stand - vorerst einmal kein Regen in Deutschland in Sicht ist. „Wenn es so kommt, wie es die namhaften Wettermodelle aktuell vorhersagen, dann werden wir hierzulande bis über die Monatsmitte hinaus kaum einen Tropfen Regen bekommen.”

Nur gut sei es, dass der Februar zuletzt noch reichlich himmlisches Nass gebracht habe. Ansonsten wäre die nächste Frühjahrsdürre wohl schon vorprogrammiert. Gleichzeitig verweist der Wetterexperte aber auch darauf, dass es mit dem Hochdruckwetter bei uns insbesondere am westlichen Mittelmeer und über Spanien und Portugal - nach einer katastrophalen Dürre im Winter - mal wieder nennenswerten Regen gebe.

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Regen in Europa - aber nicht bei uns

Die Europakarte für den Regen zeigt, dass es in Deutschland und Skandinavien auch in Richtung Monatsmitte trocken bleiben dürfte.
Die Vorhersage zeigt auch zu Beginn der zweiten Monatsdrittels eine eindeutige Verteilung des Regens. Das Skandinavienhoch lässt die Wolken westlich von uns auflaufen. Hier wird es wiederholt nass, während es in Deutschland durchweg trocken weitergeht

Märzwinter oder Frühlingsaufschwung - wohin schwingt unser Temperaturpendel?

„Das hängt von der Lage der Hochdruckgebiete ab. Ein Hoch über Teilen Skandinaviens, wie es sich beispielsweise für den Anfang der nächsten Woche darstellt, bringt uns in Deutschland eine weitere Verstärkung der Zufuhr von trocken-kalter Festlandsluft”, beschreibt Panke. Im Sommer mag das angenehm sein. Jedoch im Winter oder im frühen Frühling gehe das vielfach mit einstelligen Höchstwerte, Nachtfrost und einem ordentlich Bibberfeeling durch einen kräftigen Ostwind einher. „In etwa ähnlich wie in der nächsten Woche”, prophezeit er.

Besteht auch mal die Chance auf eine warme Hochdruckseite?

Hierfür müsste das Hoch beispielsweise Richtung Süden und Südosten ziehen. Am besten noch mit einem Tief als Gegenspieler über den Britischen Inseln. Eine Traumkombination für lauwarme bis frühsommerliche Werte. Doch leider sieht der Meteorologe eine solche Konstellation vorerst einmal nicht: „Nach den längerfristigen Trends nistet sich das starke Hoch tendenziell über Nordeuropa ein. Das würde bei uns in Deutschland bedeuten, dass es noch einige Zeit sehr frisch beziehungsweise kalt und mit Nachtfrost weitergeht. Frühestens zur Monatsmitte sehen die Computermodelle im Augenblick die Frühlingsmarke von 15 Grad wieder herankommen - aber das auch nur im Südwesten unseres Landes.”

Unsere Wetterkarten in der Übersicht: Von Frost über Sonne bin hin zu Pollen ist alles mit dabei

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(bal)