Diese Meldung macht Hoffnung
Abholzung des Regenwaldes hat sich verlangsamt
Maßnahmen zum Schutz des Regenwaldes zeigen offenbar Wirkung: Die Geschwindigkeit der Rodungen scheint abzunehmen. Im Vergleich mit den dramatisch schlechten Klima-Nachrichten aus der Region in den letzten Jahren macht diese Meldung ein bisschen Hoffnung. In dieser Folge des Klima Updates erläutert Bernd Fuchs die aktuelle Entwicklung.
Amazonas-Regenwald ist in kritischem Zustand
Ein Teil des Amazonas-Regenwaldes gibt bereits mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) ab, als er aufnimmt, wie eine Studie unter Beteiligung des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt. Die Widerstandsfähigkeit des Regenwaldes nimmt ab. Wenn die Brandrodungen weitergehen, können wir an einen Punkt kommen, an dem nach Ansicht von Wissenschaftlern der Regenwald austrocknen kann – ein Kipppunkt.
Im Jahr 2023 ereignete sich bereits eine besonders schlimme Dürre im Amazonas, bei der Flussdelfine starben. Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass der Klimawandel die extreme Situation mitverursacht hat.
Verlangsamung der Rodungen nach Regierungswechsel
Während der Amtszeit des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro von 2019 bis 2022 kam es in Brasilien zu einem starken Anstieg von Abholzungen und Brandrodungen. Aber im Januar 2023 gab es einen Regierungswechsel in Brasilien. Bei seinem Amtsantritt kündigte der neue Präsident Luiz Inácio Lula da Silva an, den Umwelt- und Klimaschutz zu stärken.
Inzwischen scheinen seine Maßnahmen Wirkung zu zeigen. Zwar wurden im Zeitraum August 2023 bis Juli 2024 6,288 Quatratkilometer Regenwald abgeholzt – aber das wären 30,63 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die brasilianische Regierung am 6. November bekanntgab.
Einstellung von 800 zusätzlichen Beamten zur Überwachung des Umweltschutzes
Bis 2030 will Brasilien die Abrodung des Regenwaldes stoppen. 800 neue Beamte sollen in Brasilien eingestellt werden, um den Schutz des Regenwaldes zu überwachen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet – demnach die höchste Einstellungsrate seit mehr als zehn Jahren.
Nächste Klimakonferenz findet im Regenwald statt
In diesem Jahr könnte Klimaschutz eine ganz besonders hohe Priorität in Brasilien bekommen: Die nächste UN-Klimakonferenz (COP30) soll im November in Brasilien stattfinden: In Belém, einer Stadt im Amazonas-Regenwald. Es bleibt zu hoffen, dass der Naturschutz in Brasilien bis dahin und auch danach weitere Erfolge erreicht. (cli)