Rasen-Killer wieder loswerden

Junikäfer: Kleine Kriecher, große Probleme – Was jetzt?

von Amelie von Kruedener

Er ist nicht so groß wie ein Maikäfer, er ist klein, krabbelig und äußerst gefräßig – es ist der Junikäfer, der jetzt sein Unwesen treibt. Besonders unser Rasen ist durch ihn gefährdet. Was er alles frisst, wann er es frisst und wie wir ihn loswerden.
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Welche Schäden verursachen Junikäfer?

Während die ausgewachsenen Junikäfer für kurze Zeit einige Blätter beschädigen können, sind die eigentlichen Schädlinge die Engerlinge. Diese ernähren sich von den Wurzeln und verursachen das Absterben von Pflanzen, was insbesondere in Rasenflächen sichtbar wird.

Wie erkennt man einen Befall durch Junikäfer?

Summer Chafer, European June Beetle (Amphimallon solstitiale), pupa.
Die Larven der Junikäfer sind die größeren Schädlinge, sie verpuppen sich dann und werden zum erwachsenen Junikäfer.

Die erwachsenen Junikäfer sind leicht an ihren charakteristischen Merkmalen zu erkennen. Ihre Larven, die Engerlinge genannt werden, leben im Boden und sind cremeweiß mit braunen Köpfen. Einen Befalls eerkennt man durch sichtbare Schäden an den Pflanzenwurzeln oder durch direktes Entdecken der Larven beim Umgraben des Bodens.

Woran kann man Junikäfer erkennen?

Ribbed beetle Brach (Amphimallon solstitiale)
Der Junikäfer macht sich gerne über grüne Blätter her - doch sind es eher die Larven, die dem Grünzeug gefährlich werden können.

Junikäfer, auch bekannt als Amphimallon solstitiale, sind Teil der Blatthornkäferfamilie und treten häufig in Europa, Asien und Nordafrika auf. Am liebsten tummeln sie sich im Gebüsche, Gärten, Parkanlagen und Waldrändern. Mit einer Größe von 14 bis 18 Millimetern sind sie kleiner als ihre Verwandten, die Maikäfer, und zeichnen sich durch ihre gelblichbraunen, gerippten Deckflügel und die auffällige Behaarung am Halsschild aus. Die cremeweisen Larven des Junikäfers leben im Boden. Sie werden, wie die Larven des Maikäfers auch Engerlinge genannt. , sind um die drei Zentimeter groß und weisen die für Engerlinge typisch gekrümmte Haltung auf. Sie besitzen drei auffällige Brustbeinpaare sowie einen braunen Kopf.

Unterschied zwischen Junikäfer und Maikäfer

Junikäfer

  • 1,5–1,8 cm
  • Flügeldecken, Kopf und Halsschild dunkelgelb bis hellbraun
  • an der Seite zeigen sich drei Rippen
  • braune Behaarung ist ausgeprägter als bei Maikäfern
  • dämmerungs- und nachtaktiv

Maikäfer

  • 2,5 bis 3 cm
  • rotbraune Flügeldecken
  • Kopf und Halsschild sind schwarz
  • weniger behaart und die Haare sind weiß
  • tagaktiv

Rasen, Kräuter, Bäume - Was fressen Junikäfer?

Die ausgewachsenen Junikäfer ernähren sich vornehmlich von Blättern und Blüten von Bäumen und Gehölzen. Ihre Larven fressen jedoch die Pflanzenwurzeln und sind nicht wählerisch, was die Art der Pflanzen angeht.

Besonders beliebt sind die Wurzeln von Gräsern, Wildkräutern und jungen Laubbäumen. Die Pflanzen können nach dem Abknabbern der Käfer keine Nahrung und Flüssigkeit mehr aufnehmen und sterben ab.

Im Rasen sieht man dies besonders deutlich. Sie fressen sich unter großen rasenflächen durch und sind für meterlange- und breite kahle Stellen verantwortlich. Bei einem solchen Schaden durch Junikäfer-Engerlinge lassen sich die kahlen oder braunen Stellen im Rasen ganz leicht abziehen. Unter der Grasnarbe findet man dann Massen von Junikäfer-Larven.

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Wann legen Junikäfer Eier? Und wie lange leben Junikäfer?

Junikäfer legen nach der Paarungsphase Mitte Juni bis Mitte Juli circa 40 Eier in die Erde. Was sie besonders mögen ist sandige und leichte Erde für die Eierablage.

Im Juli und August, schlüpfen die ersten Engerlinge. Ab dann leben sie in unterschiedlichen Stadien etwa drei Jahre.

  • 1. Larvenstadium: Nach dem Schlüpfen kriecht die etwa 1 cm große Larve unter die Erde und häutet sich bis zum Winter zum 2. Larvenstadium.
  • 2. Larvenstadium: Die 2–3 cm große Larve überwintert unterhalb der Frostgrenze im Boden.
  • 3. Larvenstadium: Im Juni häutet sich die Larve zum 3. Larvenstadium und wandert zu den Wurzeln. In dieser Zeit richten die Larven der Junikäfer im Garten den größten Schaden an. Im Winter zieht sich die mittlerweile 5 cm lange Junikäfer-Larve zurück.
  • Verpuppung: Im Frühling des dritten Jahres verpuppt sich die Larve und schlüpft wenige Monate später im Juni.
  • Die fertigen Junikäfer leben nach dem Schlüpfen bei 6–8 Wochen.
  • Männliche Käfer fliegen im Juni und Juli in der Dämmerung herum und suchen zur Paarung ein Weibchen. Diese bleiben nach dem Schlüpfen am Boden. Nach der Paarung und der Eierablage ist das Leben der Junikäfer zu Ende und sie sterben.

Welche langfristigen Auswirkungen hat der Junikäfer auf den Garten?

Obwohl die ausgewachsenen Junikäfer nicht lange leben und auch nur kleine Fressschäden anrichten, sind ihre Larven umso gefährlicher für unsere Pflanzen. Die Schäden sind teils nicht wieder zu beheben, daher lohnt es sich, beim kleinsten Anzeichen zur Tat zu schreiten.

Wie kann man Junikäfer vorbeugen und bekämpfen?

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Maulwurf - Dieser kleine, oft ungebetene Gast ist ein eifriger Larvenjäger.

Vorbeugen ist hier Trumpf. Durch gute Rasenpflege und das Anbringen von Rasenschutzgeweben können große Flächen geschützt werden. Diese Gewebebarrieren in etwa 10 cm Bodentiefe schützen den Rasen vor Schädlingen und auch vor Wühltieren. Sie können auf neuen oder alten Rasenflächen eingesetzt werden. Die Barrieren verhindern, dass Junikäfer-Engerlinge an die Oberfläche oder unter die Frostgrenze gelangen, was ihr Absterben zur Folge hat. Zusätzlich blockieren die Gewebebahnen Schäden durch Wühlmäuse und Maulwürfe.

Bei einem akuten Befall durch Engerlinge sollte man zu Nützlingen, wie Nematoden, greifen. Dabei muss man beachten, dass Engerlinge nur in ihrem 1. Larvenstadium im August und September für Nematoden anfällig sind.

Radikale Methode als letzte Rettung: Mit einer Gartenfräse oder Motorhacke kann man effektiv eine neue Generation Junikäfer bekämpfen. Dafür muss man die oberen 10 cm des Bodens umgraben.

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Sind chemische Pflanzenschutzmittel gegen Junikäfer empfehlenswert?

Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln wird bei der Bekämpfung von Junikäfern ist nicht empfehlenswert. Diese können die im Boden lebenden nützlichen Mikroorganismen zu sehr schädigen, was den Pflanzen nur Stress bereitet. SGute und intensive Bodenbearbeitung wirkt da langrfistiger.

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(avo)