Sommerhitze im Anmarsch
Hundstage 2024: Schmilzt der Asphalt?
Die Hundstage, jene berühmt-berüchtigte Periode vom 23. Juli bis 23. August, sind für viele die Quintessenz des Sommers. Kein Wunder, gelten sie doch als die heißeste Zeit des Jahres. Die Erwartungen sind hoch, das Thermometer soll in diesen Tagen neue Höhen erklimmt und die Hitzerekorde purzeln lassen. Aber wie heiß werden die Hundstage in diesem Jahr wirklich?
Im Video: Hundstage mal richtig erklärt
Ein bisher launischer Sommer
Der Sommer 2024 hat sich bisher von seiner unentschlossenen Seite gezeigt. Mehrere heiße und sonnige Tage weckten immer wieder Hoffnungen auf heißen Sommer, allerdings haben diverse Tiefdruckgebiete mit ihren kühlen Ausläufern diese Hoffnungen immer wieder in der Luft verpuffen lassen. Meist mit Blitz und Donner. Der Sommer scheint immer noch nicht recht zu wissen, ob er Vollgas geben oder lieber gemächlich dahintuckern soll.
Hundstage-Hoffnung! Hochdruckgebiet im Anmarsch

Es gibt jedoch Hoffnung. In der kommenden Woche zieht ein Hochdruckgebiet nach Deutschland. Ist das das Sommerhoch, auf das viele so sehnsüchtig warten? Die Prognosen zeigen ganz klar ein paar herrliche Sommertage mit heißen Temperaturen. Der Absturz steht allerdings ebenfalls in der Prognose, mit Blitz und Donner könnte das Sommerintermezzo mal wieder schneller zu Ende gehen, als uns lieb ist. Die nächsten Tiefs liegen schon auf der Lauer und es kann ab der zweiten Wochenhälfte durchaus wieder wechselhafter zugehen. Und damit sind wir schon im August.
So starten wir in den August

Die Monatsprognose von wetter.de hat die Hitze zum Monatswechsel von Juli zu August klar in den Diagrammen. Und es geht weiter mit einem weiterhin überdurchschnittlich warmen letzten Sommermonat. Der Wärmeüberschuss hat sich von über 4 Grad auf über 3 Grad reduziert, ist aber immer noch deutich. Eine anhaltende Änderung der Wetterlage ist nötig, wobei Deutschland sich von der westlichen bis nordwestlichen Strömung und atlantischen Tiefdruckgebieten lösen müsste.
Ein möglicher Wechsel zu einer starken Südwestströmung könnte die aufgestaute Hitze der Iberischen Halbinsel nach West-, Mittel- und Nordeuropa bringen. Diese Wetterlage ist typisch für die Hundstage in Mitteleuropa und hat uns auch diesen Sommer schon häufig wechselhaftes Wetter gebracht.
In Spanien und Portugal zeigt sich derweil kein Ende der Hitzewelle. Eine neue Welle kontinentaler Tropenluft aus Nordafrika wird nächste Woche erwartet und könnte Temperaturen um die 35 Grad nach Deutschland bringen.
Mythos Mittagshitze: Zu dieser Tageszeit sollte man die Sonne meiden
Regionale Wetterausblicke für die Hundstage
Der Norden: Kühl und trocken
- Im Norden Deutschlands bleibt es eher kühl und trocken. Die Temperaturen erholen sich nur langsam und steigen erst zum Monatswechsel wieder über die 25-Grad-Marke. Nach dem ersten Augustwochenende sind allerdings auch hier Spitzenwerte von über 30 Grad möglich, bevor Mitte August ein Temperatursturz folgt.
Der Westen: Lange Durststrecke
- Der Westen teilt das Schicksal des Nordens. Atlantische Tiefs und westliche Strömungen halten die Temperaturen frisch. Auch hier wird eine Hitzespitze in den ersten Augusttagen erwartet, gefolgt von einem abrupten Absturz Mitte August. Regen bleibt Mangelware.
Der Osten: Feines Badewetter
- Im Osten Deutschlands ist eine Trockenzeit angesagt. Regen ist selten, und die Temperaturen pendeln bis Mitte August zwischen sommerlichen 26 und hochsommerlichen 32 Grad. Auch hier wird jedoch ein Temperaturabfall erwartet, der den Hitzesommer beendet.
Der Süden: Abwechslungsreiches Hin und Her
- Der Süden zeigt sich am abwechslungsreichsten. Häufige Regenschauer und starke Temperaturschwankungen prägen das Bild. Hier können die Temperaturen schnell von 22 auf 30 Grad und zurück fallen. Mitte August wird ein starker Temperatursturz erwartet, aber der September könnte wieder wärmer starten.
Langfristprognose der NOAA für August

Die amerikanische Wetterbehörde spielt den Spielverderber in unserer sommerlichen Hitzeparty. Laut ihren Berechnungen erwartet uns in Deutschland ein eher durchschnittlicher August, nur im Süden und Südosten bleibt es leicht über dem Temperatursoll. Südwesteuropa hingegen wird zum Backofen, und falls sich mal kurz eine Südwestlage einschleicht, könnte es auch bei uns heiß hergehen. Das Wetter bleibt eine Achterbahnfahrt, ganz wie im Juli.
Klimacheck: So ist das Wetter im deutschen Sommer
Ein Blick auf die bisherigen Temperaturen zeigt, dass der Sommer 2024 bisher eher lauwarm war. Die Durchschnittstemperatur liegt zwar knapp über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020, doch ausgeprägte Hitzespitzen am Tag waren selten. Stattdessen waren es die warmen Nächte, die den Schnitt hoben. Zum Vergleich: Im Rekord-Hitze-Sommer 2019 lag die Durchschnittstemperatur der Hitzetage im Juni bei 6,76, während es dieses Jahr nur 1,56 waren. Im Juli sieht es ähnlich aus: 5,5 Hitzetage im Sommer 2019 gegenüber 2,42 in diesem Jahr. Auch die bisher höchste Temperatur von 35 Grad, gemessen am 29. Juni in Kitzingen, verblasst im Vergleich zu den 41,2 Grad, die vor fünf Jahren am 25. Juli 2019 erreicht wurden.
(avo)