Hitzesommer bringt Unwetter-Herbst

Zu viel Energie - darum ist es gefährlich, wenn das Mittelmeer so warm ist

von Oliver Scheel

Der Sommer war gnadenlos heiß, nicht nur in Deutschland, sondern auch am Mittelmeer. Das ist warm wie eine Badewanne. Leider hat das sehr unangenehme Folgen, denn ein so warmes Mittelmeer liefert super viel Energie für heftige Unwetter. Und was diese Unwetter für ein Ausmaß haben können, belegen die heftigen Bilder, die uns aus Korsika, Italien und Österreich erreicht haben. Möglicherweise war das Unwettertief DIANA, das nun so viel Zerstörung brachte, nur der Auftakt für einen heißen Unwetter-Herbst in der Mittelmeer-Region. Tatsächlich müssen wir uns auf das Schlimmste einstellen. Warum das so ist, erklären wir hier.

Acht Tote nach heftogem Sturm in Urlaubsregionen Korsika und Italien

Unser UnwetterTicker: Enorme Regenmengen und insgesamt 13 Tote nach Sturm

Unwettergefahr wird bleiben - mit großem Zerstörungspotenzial

Frankreich, Coggia: Eine Frau packt die Reste der zerstörten Zelte und anderen Gegenstände auf dem Campingplatz Sagone ein, wo ein Baum während eines Sturms auf einen Bungalow stürzte und eine Person tötete. Bei heftigen Un
Die Unwetter auf Korsika zogen eine Schneise der Verwüstung.

Die Hitze dieses Sommers blieb nicht folgenlos. Das sehen wir nicht nur an den ausgedörrten Feldern und Wiesen in Deutschland, das konnten wir auch an der Wassertemperatur im Mittelmeer messen. Die Wassertemperatur reichte an die 30 Grad heran. Aber Wärme ist Energie. Und die hat enormes Zerstörungspotenzial. So wird das Mittelmeer zu einem Motor für enorme Stürme.

RTL-Meteorologe Christian Häckl fasste die aktuelle Lage so zusammen: „Die enormen Windgeschwindigkeiten von Tief DIANA sind ein erstes Ausrufezeichen des in diesem Jahr viel zu warmen Wassers im zentralen und westlichen Mittelmeer. Die Unwettergefahr wird deshalb dort in der nächsten Zeit bei passenden Wetterlagen deutlich erhöht bleiben.“

Tausende Campingplätze am Mittelmeer in Gefahr

 G rald DARMANIN en Corse  Sagone apres les intemp ries qui ont fait au moins cinq morts en Corse NEWS : D placement de G rald DARMANIN, ministre de lInt rieur,  Sagone 18/08/2022 GerardPierlovisi/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxFRAxITAxBEL
Campingplätze sind so heftigen Stürmen schutzlos ausgesetzt, zumal wegen der Beschattung oft große Bäume auf den Campingplätzen stehen.

Das warme Mittelmeer ist also Grundlage für heftige Stürme – ähnlich wie in der Karibik, wo das Wasser mindestens 26,5 Grad aufweisen muss, damit sich Hurrikane bilden können. Analog zum Hurrikan spricht man bei solchen Stürmen im Mittelmeer von einem Medicane.

Damit ein solcher Medicane entstehen kann, braucht es kalte Luft in der Höhe und warmes Wasser. Diese Voraussetzungen sind nun im ausgehenden Sommer immer wieder vorhanden. Das Meer ist immer noch drei bis sechs Grad zu warm!

So wird das Mittelmeer zu einem Hotspot des Klimawandels. Das hat natürlich sehr unangenehme Folgen, denn solche Monsterstürme werden da nun immer häufiger auftreten. Sie werden oft begleitet von krassen Regenmengen, die sich bis nach Deutschland erstrecken können. Die Infrastruktur, vor allem mit den Tausenden von Campingplätzen an den Küstenlinien des Mittelmeers, sind für solche Ereignisse nicht ausgelegt. Die Urlauber mit ihren Zelten haben kaum Möglichkeiten, sich zu schützen, die Campingplätze sind zur Beschattung oft mit großen Bäumen angelegt. Bei Stürmen wie DIANA werden Campingplätze schnell zu tödlichen Fallen.

Unser Wetterlexikon: Das ist ein Medicane

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(osc)