Stromnetz vor Abschaltung

Historische Hitze mit über 46 Grad - Feuer und Stromknappheit beuteln Teile der USA

von Oliver Hantke

08.09.2022, USA, Michigan Bluff: Ein Feuerwehrmann bekämpft das Mosquito-Feuer in der Nähe der Gemeinde Michigan Bluff in Placer County. Foto: Noah Berger/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Extreme Hitze sorgen in Kalifornien für zahlreiche Waldbrände

Die brutale Hitzewelle in Kalifornien bricht alle Rekorde. Jetzt drohen auch noch Stromausfälle, weil die Nachfrage an Strom für Klimaanlagen neue Höchststände erreichen. Und dazu kommt jetzt auch noch Hurrikan KAY vor Mexiko, der diese extreme Hitzewelle noch verlängern könnte.

46,7 Grad in Sacramento - über 4 Grad über dem alten Rekordwert!

In mehreren Gebieten Nordkaliforniens wurden in dieser Woche rekordverdächtige Temperaturen von über 45 Grad gemessen. Unter anderem auch in Sacramento, wo nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes am Dienstag eine Höchsttemperatur von 46,7 Grad gemessen wurde. Der bisherige Rekord lag bei 45,6 Grad. Der Höchstwert für einen September lag bisher bei 43,3 Grad. Der wurde also mal eben 4,4 Grad in die Höhe geschossen.

Im Death Valley wurden am Dienstag 52,0 Grad verzeichnet. Damit lag der Höchstwert um nur 0,2 Grad vom bisherigen Weltrekord für den Monat September entfernt. Dieser stammt aus dem Jahr 1950 in Mecca in den USA mit 52,2 Grad.

Hier geht es zu den Höchstwerten in den USA

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Salt Lake City (Utah): 20 Grad über dem Normalwert

Auch die benachbarten Bundesstaaten meldeten extreme Höchsttemperaturen. In Reno in Nevada wurden 39 Grad gemessen, in Salt Lake City im Bundesstaat Utah waren es 40,5 Grad, das ist gut 20 Grad über dem Normalwert und der heißeste Tag, seit man 1874 mit der Aufzeichnung begonnen hat.

Stromnetze in den USA stehen vor zeitlicher Abschaltung

06.09.2022, USA, San Gabriel: Zu verkaufende Airstream-Wohnmobile sind unter hohen Strommasten bei Airstream Los Angeles in San Gabriel, Kalifornien, geparkt. Der California Independent System Operator, der das Stromnetz des Bundesstaates überwacht,
Die Hitzewelle in Kalifornien sorgt auch für eine steigende Nachfrage an Strom. Jetzt droht eine zeitliche Abschaltung.

Die staatliche kalifornische Elektrizitätsbehörde, die für die Überwachung der Stromnetze zuständig ist, hat die Menschen im 40 Millionen Einwohner-Staat Kalifornien vor einer rollierenden Abschaltung der Stromversorgung gewarnt. Die Nachfrage nach Strom habe mit mehr als 51.000 Megawatt einen neuen Höchststand erreicht. Für staatliche Gebäude wurde angeordnet, die Thermostate ab 17 Uhr abends auf schweißtreibende 29 Grad einzustellen. Der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hat die Bevölkerung zum Stromsparen aufgerufen. In einer Videobotschaft warnte er, dass „das Risiko von Stromausfällen real und unmittelbar ist".

Sollte die Belastung der Stromnetze weiter zunehmen, wird nach einem rollierenden Verfahren im stündlichen bis zweistündlichen Wechsel in einzelnen Regionen der Strom abgeschaltet. Vor allem für Klimaanlagen laufen die Stromzähler während der extremen Hitze nun auf Hochtouren.

Lese-Tipp: Die 10 besten Tipps zum Strom sparen und Klima retten

Hitze bleibt durch Hurrikan vor Mexiko noch länger

Und es bleibt noch sehr heiß im Südwesten der USA. Denn der Hurrikan KAY vor Mexiko zieht in Richtung Kalifornien. Der bringt, ähnlich wie in Europa ex-Hurrikan DANIELLE, auf seiner Vordersite weiter sehr heiße Luft und hält die Hitzewelle am Leben. Neue Rekordwerte soll es aber wohl nicht geben. Dazu unser wetter.de-Meteorologe Martin Pscherer: „Die Hitze bleibt noch ein paar Tage, ob sie aber noch einmal im Rekordbereich liegt, bleibt noch abzuwarten. Ab Sonntag sollte die ganz extreme Hitze dann aber langsam nachlassen.“

Mehrere Tote bei Waldbränden in Kalifornien

dpatopbilder - 08.09.2022, USA, Unincorporated Placer County: Eine US-fahne weht hinter einem verbrannten Nebengebäude, während der Waldbrände des sogenannten Mosquito-Feuers . Foto: Noah Berger/FR34727 AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Waldbrände in Kalifornien sorgten schon für mehrere Todesopfer.

In Südkalifornien sind bei einem Waldbrand zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden wurde ein weiterer Mensch durch das schnell um sich greifende Feuer im Bezirk Riverside County, südöstlich von Los Angeles, verletzt. Das sogenannte «Fairview»-Feuer war am Montag ausgebrochen und am Dienstag erst zu fünf Prozent eingedämmt. Mehr als 250 Feuerwehrleute waren im Einsatz. In dem nordkalifornischen Bezirk Siskiyou, nahe der Kleinstadt Weed, waren am Wochenende zwei Menschen durch einen Brand gestorben.

Lese-Tipp: 2022 wird das Rekordjahr der Waldbrände in Europa

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(oha mit dpa)