Riesig und gigantisch

La Palma-Vulkan: Blick in den Höllenschlund

von Amelie von Kruedener

Nachdem der Vulkanausbruch auf La Palma nach drei Monaten für beendet erklärt wurde, wurde einem Kamera-Team jetzt ein seltener Zugang zum Kraterrand des Vulkans gewährt. Geführt wurden sie von einem Team des Canary Islands Volcanology Institute. Es ging in einen der sechs Krater, um Gasemissionen und Temperaturen zu messen und zu überprüfen.

Riesiger Krater ist gelb, orange und weiß

Vulkan auf La palma
Starke Gasemissionen während des 85-tägigen Vulkanausbruchs haben Teile des Kraters gelb, orange und weiß verfärbt.

Das Gelände ist pechschwarz, mit heftigen Lavazungen, die entlang der Hänge verstreut und die vollständig mit einer dicken Decke aus Vulkanasche bedeckt sind.

„Obwohl ich schon oft im Inneren (des Kraters) war, fällt mir immer wieder auf, wie groß er ist. Wenn man erst einmal drinnen ist, merkt man, dass er riesig und gigantisch ist“, sagte Pedro Hernandez, der Involcan-Vulkanologe, der das Team leitet.

Über 800 Grad im Krater

Unbenannt
Die extrem hohen Temperaturen könnten mehrere Jahre anhalten.

Die Temperaturen in den Kratern lagen bei etwa 840 Grad Celsius und damit unter den rund zwei Wochen zuvor gemessenen 1.100 Grad. Die Gasemissionen an den Kraterrändern sind nur leicht zurückgegangen. Der Vulkan gibt jedoch weiterhin Schwefel und Kohlendioxid ab, was in der Umgebung zu riechen ist.

Vulkanausbruch im Dezember beendet

Nach rund drei Monaten wurde der Vulkanausbruch für beendet erklärt. Die 85.000 Bewohner durften aufatmen.

Diesen Augenblick hatten die "Palmeros" seit dem 19. September, dem Tag des Vulkanausbruchs herbeigesehnt. An jenem Tag hatte sich die Erde im Süden der kleinen Atlantik-Insel vor der Westküste Afrikas um 14.10 Uhr (15.10 MESZ) mit einer gewaltigen Explosion geöffnet - und Lava, Rauch und Asche wurden Hunderte Meter in die Höhe geschleudert.

Abschlussvorstellung gab es am 13. Dezember

Am 13. Dezember wütete der Vulkan in einer Art Abschlussvorstellung noch einmal besonders heftig, um dann am Abend plötzlich zur Ruhe zu kommen. Seither treten nur noch Gase aus, die gewaltigen explosionsartigen Entladungen, der Ausfluss von Lava und die Erschütterungen im Vulkankegel hörten alle auf.

Der längste Vulkanausbruch der Inselgeschichte

Die Bilanz des mit einer offiziellen Dauer von gut 85 Tagen längsten Vulkanausbruchs in der bekannten Geschichte La Palmas ist verheerend. Rotglühend wälzte sich die mehr als 1.000 Grad heiße Lava durch das dicht besiedelte Tal von Aridane Richtung Meer, wo sich zwei insgesamt rund 50 Hektar große Landzungen bildeten. Die Menschen mussten hilflos mit ansehen, wie fast 2.900 Wohnhäuser und andere Bauten sowie große Bananenplantagen, Avocadobäume und Weinreben in Zeitlupe zermalmt und verbrannt wurden.

Vulkantourismus in Island

Auf einer anderen Insel der Erde gehören Vulkane zum Touri-Erlebnis. Wie gefährlich das ist, kann unser Reporter hier berichten.

Millionenschäden durch meterhohe Asche

Rund 1.200 Hektar sind nun mit einer meterdicken Lavaschicht bedeckt, die nur langsam auskühlt. Die Fläche entspricht rund 1700 Fußballfeldern. Teile der Insel wirken wie eine Mondlandschaft, aus der Asche ragen hier und da nur noch die Schornsteine verschütteter Häuser heraus. Mehr als 7.000 Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden, die Schäden werden auf mehr als 900 Millionen Euro geschätzt.

Leichtsinnige Vulkan-Touristen auf Island

La Palma ist die jüngste Kanaren-Insel. Wie die bekannteren Touristen-Hochburgen Teneriffa und Gran Canaria ist auch sie vulkanischen Ursprungs. Für die Bewohner kam der Ausbruch nicht wirklich überraschend. Immer häufigere Erdbeben während der Jahre und Monate vor dem Ausbruch hatten das Unheil angekündigt.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(avo)